Großeinsatz mit 150 Polizisten in München

Spezialkräfte müssen Klimaaktivisten von Dach von Siemens tragen

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Greenpeace-Protest bei Siemens-Zentrale

München - Kurz vor der Hauptversammlung von Siemens, die am Mittwoch, 5. Februar, in München stattfindet, haben Klimaaktivisten mit einer spektakulären Aktion für Ärger und Aufsehen auf dem Firmengelände von Siemens gesorgt.

Am Dienstag, gegen 14 Uhr, war die Polizei von der Sicherheitsabteilung von Siemens darüber informiert worden, dass sich ein verdächtiges Fahrzeug auf dem Siemens-Firmengelände im Bereich der Jägerstraße im Stadtteil Maxvorstadt befindet. Dabei handelte es sich um einen Leiterwagen. Weniger später wurde die Leiter ausgefahren und die Aktivisten von Greenpeace kletterten auf das Flachdach im fünften bzw. siebten Stock des Bürogebäudes. Von dort wollten die Aktivisten nach Polizeiangaben ins Innere des Gebäude eindringen. Dies verhinderten jedoch Sicherheitsmitarbeiter und erste Kräfte der Münchner Polizei.


Die Aktivisten entrollten an der Fassade ein großes Banner

Doch das war erst der Anfang: Eine Viertelstunde später waren dann plötzlich über 40 Personen auf dem Dach begannen dort zehn kleine Kuppelzelte zu errichten. Etwa gegen 14.30 Uhr begannen Personen aus der Gruppe sich an der Fassade in Richtung Oskar-von-Miller-Ring abzuseilen, um anschließend gegen 15.30 Uhr ein etwa zehn mal zehn Meter großes Transparent mit der Aufschrift "Buschbrände beginnen hier" zu entrollen. Zudem wurden wenig später durch mindestens sechs Personen auf dem Dach auch pyrotechnische Gegenstände abgebrannt.
In der Folge gab es weiter Ärger: Die Personen weigerten sich, das Gebäudedach zu verlassen und gaben an, dort im Rahmen der Aktion auch übernachten zu wollen. Erst am Abend entschied sich ein Teil der Aktivisten anders. Gegen 19.40 Uhr verließen elf Personen das Dach und wurden von den Einsatzkräften durch das Gebäude nach draußen begleitet.

Spezialeinheit muss eingreifen

In den weiter durchgeführten Gesprächen mit der Münchner Polizei wurden durch die Aktivisten alle Angebote zur Lösung der Situation abgelehnt. Gegen 20.20 Uhr griffen dann Spezialkräfte der Polizei ein. Nach vorheriger Ankündigung wurde das Dach durch Beamte der Höhenintervention geräumt. Dabei wurden die verbliebenen Aktivisten vom Dach in das Gebäudeinnere getragen und nach erfolgter Identitätsfeststellung im Polizeipräsidium wieder entlassen. Drei Aktivisten, die an Kletterseilen an der Fassade hingen, sollten auf eigenen Wunsch von der Berufsfeuerwehr München gerettet werden, wobei sich eine Person letztlich selbst abseilte. Erst gegen 22.45 Uhr war diese Aktion beendet.


Insgesamt waren während des Einsatzes bis zu 150 Polizisten im Einsatz. Die Beamten haben Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung eingeleitet. Nach derzeitigem Stand wurden bei dem Einsatz weder Polizisten noch Aktivisten verletzt.

mw/dpa/Polizei München

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