Bundesverkehrswegeplan 2030 verabschiedet

Knoblauch: Bahnausbau sträflich vernachlässigt

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München/ Altötting/ Mühldorf - Am Freitag ist im Bundestag der Bundesverkehrswegeplan 2030 verabschiedet worden. Sehr zum Unbehagen des Landtagsabgeordneten Günther Knoblauch. Diese fordere nämlich seit langem einen zweigleisigen Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing.

Das CSU-geführte Bundesverkehrsministerium konnte trotz massiver Interventionen von Bürgern, Unternehmen sowie aller politischen Vertreter der Region nicht davon überzeugt werden, dass der vollständig zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing (Ausbaustrecke ABS 38) ein dr ingend notwendiges, zukunftsweisendes Projekt von überregionaler Bedeutung ist, kritisiert der heimische Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch (SPD). 

Im Gegenteil, betont er: „Der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Enak Ferlemann hat laut Protokoll in einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestages wörtlich gesagt ‚eine eingleisige Strecke reicht vollkommen aus in diesem Abschnitt. Das ist nun einmal so (…) Deswegen ist sie im „Potenziellen Bedarf“ richtig angesiedelt (…) nach den Daten ist die Strecke völlig ausreichend, auch für den Bedarf des Chemiedreiecks. ‘.“ 

Wirtschaftlicher Vorteil auf keiner anderen Strecke

„Nach meinen Erkenntnissen liegen im Bundesverkehrsministerium nach wie vor nicht die aktuellen Zahlen zur Ermittlung der Wirtschaftlichkeit der Bahnstrecke Tüßling-Freilassing vor“, kritisiert Knoblauch. Die Wirtschaftlichkeit wird überdies nur national betrachtet, nicht international. „Aber einen derartigen Vorteil für die deutsche Wirtschaft, wie ihn diese Strecke ermöglicht, gibt es auf keiner anderen bundesdeutschen Strecke“, erklärt er. 

„Die Verschiffung nach und von Asien über Koper und Triest entspricht einem zeitlichen Vorteil von vier Tagen gegenüber Rotterdam, Bremerhaven, Wilhelmshaven und Hamburg.“ Bei der Straße werden selbstverständlich Verkehrsprognosen herangezogen, während bei der Schiene nur auf den derzeitigen Bedarf geblickt wird. Im Rahmen der ABS 38 sind im Bundesverkehrswegeplan zwar die Elektrifizierung der Strecke und verschiedene Ertüchtigungsmaßnahmen vorgesehen, nicht aber der Bau eines durchgehenden zweiten Gleises. 

Ferner existiert auch immer noch der Flaschenhals im Abschnitt Tüßling-Freilassing, der bisher nur in den „Potenziellen Bedarf“ eingestuft ist und der auch nur mit vereinzelten zweigleisigen Begegnungsabschnitten eingetragen ist. „Das wird dem Bedarf der Wirtschaft nicht gerecht, insbesondere da die Strecke ein Teil der Magistrale für Europa ist“, so Knoblauch. Das alles sei umso verwunderlicher, da auch die Bahn selbst den zweigleisigen Ausbau der Strecke seit langem fordert. 

Darin stimmt Knoblauch auch mit seinen überörtlichen Kollegen, wie der Traunsteiner Bundestagsabgeordneten Dr. Bärbel Kofler überein. „Seit Jahren setzen Bärbel Kofler und ich uns massiv für den Ausbau ein, der nun leider nur halbherzig in Angriff genommen wird. Ohne leistungsfähige Schienenanbindung sind tausende Arbeitsplätze im Chemiedreieck in Gefahr!“ Neben dieser enttäuschenden Nachricht enthält der Bundesverkehrswegeplan was den Straßenausbau anbelangt aber auch Positives: Dringend benötigte Ortsumfahrungen – wie in Garching an der Alz oder in Burghausen sind im „vordringlichen Bedarf“ eingestuft und können weiter vorangetrieben werden.

Pressemeldung Abgeordnetenbüro Günther Knoblauch MdL

Quelle: innsalzach24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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