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Pilot und Helfer kommen vor Gericht

Nach Gleitschirm-Sturzflug bei EM-Spiel in München: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Fußball EM - Frankreich - Deutschland
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Der Greenpeace-Aktivist auf dem Spielfeld in München vor dem Spiel Deutschland - Frankreich. Bei seiner Bruchlandung verletzte er zwei Menschen.

Die missglückte Protestaktion mit einem Gleitschirm und zwei Verletzten während der Fußball-EM 2021 in München hat ein juristisches Nachspiel. Die Münchner Staatsanwaltschaft hat gegen den Piloten sowie einen mutmaßlichen Helfer Anklage erhoben.

München – Gefährdung des Luftverkehrs in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in zwei Fällen: So lautet die Anklage der Staatsanwaltschaft München I gegen den Umweltaktivisten, der wenige Augenblicke vor dem Spiel Deutschland gegen Frankreich bei der Fußball Europameisterschaft mit einem Gleitschirm auf dem Rasen der Münchner Allianz Arena landete. Wie ein Pressesprecher der Behörde am Dienstag (10. Januar) erklärte, werde außerdem einem Beihelfer die vorsätzliche Gefährdung des Luftverkehrs zur Last gelegt.

Nach den durchgeführten umfangreichen Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Angeschuldigte am 15. Juni 2021 um 20.55 „von einem nicht genau bekannten Ort nordöstlich der Allianz Arena“ wohl mit Hilfe von weiteren bislang unbekannten Personen einen Flug mit seinem elektromotorisierten Gleitschirmflieger startete.

Tathergang weitestgehend rekonstruiert

„Obwohl die erforderliche Startgenehmigung nicht erteilt worden war, er bei seinem Flug nicht die vorgeschriebene Flughöhe erreichen konnte, er ein ungeeignetes Funkgerät mitführte und zudem für das dortige Gebiet um die Allianz Arena herum für die Zeit der Fußballeuropameisterschaft eine Flugbeschränkung festgelegt worden war“, habe er demnach das Stadion überflogen.

„Gegen 20.57 Uhr, kurz vor dem Anpfiff des um 21 Uhr stattfindenden Fußballspiels zwischen den Nationalmannschaften Frankreichs und Deutschlands, überflog der Angeschuldigte den Austragungsort knapp über dem Dach der Allianz Arena, wobei er aus 52 Metern einen großen, gelben, mit Luft aufgepumpten Ball abwarf, der in der Nähe des Mittelkreises des dortigen Fußballfeldes aufkam“, erklärt die zuständige Staatsanwaltschaft weiter.

Zwei Verletzte – UEFA-Mitglied muss noch immer behandelt werden

Dabei verfing sich der Gleitschirm den Angaben zufolge in einem Stahlseil und geriet in einen Sturzflug. Durch einen Kontakt mit dem Fluggerät zog sich ein Mitarbeiter des französischen Fernsehens eine Prellung zu und musste in einer Klinik behandelt werden. Zudem wurde ein UEFA-Beauftragter durch ein vom Flieger abgelöstes Teil im Gesicht getroffen. Der Mann wird demnach bis heute im Krankenhaus behandelt.

Der Angeschuldigte hatte seinen Überflug nach Ansicht der Ermittler als politische Protestaktion geplant. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hätte er erkennen können und müssen, dass ein derart knapper Überflug der Allianz Arena wie geschehen zum Kontrollverlust über sein Fluggerät führen kann. „Die damit einhergehende Gefährdung oder Verletzung von Menschen hätte der Angeschuldigte vorhersehen können und müssen“, so die Münchner Staatsanwaltschaft weiter.

Sturzflug hätte weitaus schlimmere Folgen haben können

Aufgrund der Gesamtmasse des Angeschuldigten mitsamt Motorschirm von über 100 Kilogramm, dessen Fluggeschwindigkeit von bis zu 55 Stundenkilometern und des Propellers mit bis zu 2000 Umdrehungen pro Minute hätte der Sturzflug Angaben der Behörde zufolge auch zu Kollisionen mit einer deutlich höheren Intensität und mit einer größeren Zahl von betroffenen Zuschauern führen können.

Der mutmaßliche Helfer des Mannes soll unterdessen die Polizei im Stadion kurz davor über die Aktion informiert haben, um so zu verhindern, dass der Pilot durch Sicherheitsmaßnahmen verletzt oder gar getötet wird. Das Amtsgericht München wird über die Zulassung der Anklage entscheiden.

aic mit Material der dpa/Staatsanwaltschaft München I

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