Auseinandersetzung in München eskaliert

Anwalt gerät mit Polizisten in Streit und fährt ihn absichtlich an - Beamter verletzt

  • schließen

München - Dass einem beim Autofahren auch mal der Kragen platzt, ist nichts neues. Doch ein Anwalt in München trieb es nun zu weit. Er geriet an einer roten Ampel mit einem Polizisten in Streit und rammte diesen absichtlich mit seinem Auto. 

Eigentlich hätte es der 59-jährige Anwalt aus München ja besser wissen müssen. Er war augenscheinlich über den Verkehr so in Rage geraten, dass er sich ausgerechnet mit einem Polizisten anlegte und diesen am Ende sogar anfuhr - mit voller Absicht. 

Wie die Polizei München am Sonntag bekannt gab, standen der Jurist und ein Polizeibeamter, der aber nicht im Dienst war, jeweils an einer roten Ampel kurz hinter der Anschlussstelle Laim. Weil der 48-jährige Beamte sich in den Augen des Anwalts, der in seinem Mazda hinter dem Polizisten stand, zu viel Zeit beim Anfahren ließ,wurde er zunächst wütend angehupt. Kurz darauf standen beide Fahrzeuge nebeneinander an einer Auffahrampel. Diesmal stieg der 59-Jährige sogar aus seinem Fahrzeug aus, marschierte zum Auto des Beamten und riss dessen Fahrertür auf. Er versuchte den Mann aus dem Auto zu zerren, woraufhin sich ein Handgemenge entwickelte, das auf der Straße fortgeführt wurde. 

Schließlich gab sich der 48-Jährige als Polizeibeamter zu erkennen, woraufhin der Anwalt das Weite suchen wollte. Er stieg wieder in seinen Mazda und versuchte davon zu fahren. Weil der Polizist im Laufe der Rangelei aber deutlichen Alkoholgeruch bei seinem Opponenten wahrgenommen hatte, stellte er sich dem Auto in den Weg, um eine Weiterfahrt zu verhindern. Das störte den Anwalt aber nicht, er gab Gas und nahm den Mann kurzerhand auf die Kühlerhaube. Der Polizist stürzte zu Boden und wurde leicht verletzt, der Anwalt brauste in seinem Wagen davon. 

Es kam zur Verfolgungsjagd, während der der 48-Jährige seine Kollegen als Verstärkung dazu rief. Der Mazda-Fahrer fuhr dabei nicht nur viel zu schnell, er bretterte auch noch über eine rote Ampel. Erst  nach sechs Kilometern, konnte er von mehreren Streifenwagen aufgehalten werden. Ein Blutalkoholtest wurde durchgeführt und sein Führerschein wurde beschlagnahmt. Auch sein Auto wurde abgeschleppt. Andere Verkehrsteilnehmer wurden nach ersten Erkenntnissen nicht gefährdet. 

Gegen den Fahrzeugführer des Mazda werden nun Ermittlungen wegen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr und diversen Verkehrsordnungswidrigkeiten geführt.

jv/Polizei München

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT