Rotes Kreuz vor Oktoberfest-Aus nach 130 Jahren

"Eine Herzensangelegenheit, die nicht verramscht werden darf!"

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Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) ist ab sofort nicht mehr für den Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest zuständig.
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München - Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) ist nicht mehr für den Sanitätsdienst auf dem Oktoberfest zuständig. Diese Nachricht hatte am Mittwoch eingeschlagen wie eine Bombe. Doch das Rote Kreuz will sich wehren:

Wie unser Partnerportal merkur.de berichtet, kündigte das BRK, eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, bereits massiven Widerstand gegen die Entscheidung an. "Das werden wir nicht akzeptieren. Wir befürchten massive Einschränkungen für eine medizinisch sichere Wiesn", sagte Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk der Zeitung. Anwälte würden bereits entsprechende Schritte vorbereiten, hieß es weiter.

Seit 2011 schreibt die Stadt München den "Sanitätsdienst Oktoberfest" offiziell aus. Bislang war der Preis das einzige Kriterium bei der Vergabe. Hier hatte das BRK immer "ein transparentes und leistungsgerechtes Angebot", das auf eine schwarze Null kalkuliert war, abgegeben und bislang stets den Zuschlag erhalten. Insgesamt ist das Rote Kreuz schon seit 130 Jahren auf der Wiesn aktiv.

Für die Wiesn 2018 wurde der Sanitätsdienst allerdings an den kommerziellen Anbieter "Aicher Ambulanz" vergeben. "Wir werden diesen Auftrag professionell - aber auch mit Herz und Verstand - durchführen“, sagte Geschäftsführer Peter Aicher dem Münchner Merkur. Das Rote Kreuz sprach stattdessen von einem "Schlag ins Gesicht für unsere 180.000 Ehrenamtlichen" und stellte klar: "Für uns ist der Wiesn-Dienst mehr als nur Engagement: Er ist unsere Herzensangelegenheit, die nicht "verramscht" werden darf!"

mw

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