Polizeibilanz zum Oktoberfest-Auftakt

Schwitzkasten-Attacke, Grapscherei und "Sieg Heil"-Rufe

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München - Das 184. Oktoberfest öffnete am Samstag seine Tore. "Arbeitslos" war die Polizei am ersten Wiesn-Wochenende aber keineswegs. Die Beamten mussten sich unter anderem mit einer Schwitzkasten-Attacke, Maßkrug-Schlägereien, einer Grapscherei und "Heil Hitler"-Rufen beschäftigen:

Festnahme nach "Hitler Gruß" 

Einem 34-Jährigen aus dem südlichen Münchner Landkreis wurde am Sonntag, um 19.40 Uhr, aufgrund seines aggressiven Auftretens ein Hausverbot in einem Festzelt erteilt. Dieses Verbot wollte er nicht akzeptieren und versuchte im Anschluss noch viermal in das Zelt zu gelangen. Da er nicht bereit war, sich vom Zelt zu entfernen, wurde eine Streife der Wiesn-Wache hinzugezogen. 

Gegenüber den Beamten schrie er mehrmals „Sieg Heil“ und streckte die rechte Hand nach oben. Daraufhin wurde er von den Einsatzkräften in Gewahrsam genommen und zur Haftanstalt ins Polizeipräsidium München gebracht. Die Kriminalpolizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruch und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 

Wiesn-Besucherin auf dem Nachhauseweg angegriffen 

Am Samstag, 16.09.2017, gegen 23.30 Uhr, befand sich eine 24-jährige aus dem Dachauer Landkreis auf dem Nachhauseweg vom Oktoberfest. Am Bavariaring zwischen der Beethovenstraße und dem Esperantoplatz trat plötzlich ein Unbekannter an die Frau heran und würgte sie mit einem Schwitzkastengriff

Die junge Frau reagierte geistesgegenwärtig und setzte sich der Tat heftig zur Wehr. Wohl wegen des deutlichen Widerstandes ließ der unbekannte Mann von ihr ab und flüchtete in Richtung Beethovenstraße. Die Münchnerin begab sich nach Hause und zeigte den Vorfall am Folgetag bei der Wiesn-Wache an. Die Kriminalpolizei hat nun die Ermittlungen aufgenommen. 

Täterbeschreibung: Männlich, ca. 185 cm groß, bekleidet mit einem dunkeln Kapuzenpullover, dunkler Jeans, dunklen Leder- Schnürstiefeletten und trug schwarze Lederhandschuhe.

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 15, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen. 

Polizei verhaftet "Schläferdieb"

Am Samstag, den 16. September.2017, gegen 19 Uhr, konnten auf dem Hügel hinter einem Festzelt Frankfurter Taschendiebfahnder einen 29-jährigen Rumänen beobachten, der sich immer wieder schlafenden Personen näherte. Kurz darauf zog der Rumäne einem 30-jährigen italienischen Wiesn-Besucher das Mobiltelefon aus der Hosentasche. Der Tourist schlief aufgrund erheblicher Alkoholisierung auf einem Hügel im Freigelände. Als sich der Taschendieb entfernte, wurde er von den Fahndern festgenommen und zur Wiesn-Wache gebracht. Bei der Durchsuchung konnte noch eine entwendete Jacke bei dem Rumänen aufgefunden werden. Der 29-Jährige wurde aufgrund fehlendem Wohnsitz, dem Ermittlungsrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt.

Reinigungskraft nach Handydiebstahl festgenommen

Am Samstag, den 16. September 2017, gegen 22.45 Uhr, fiel zwei Münchner Taschendiebfahndern nach Ausschankende in einem Festzelt eine männliche Reinigungskraft auf, die sich auffällig verhielt. Nach kurzer Zeit konnten die Fahnder beobachten, wie der Mann ein Mobiltelefon aus einer unter der Bierbank befestigten Handtasche entwendete. Kurz darauf erfolgte die Festnahme des 36-Jährigen. Bei der Durchsuchung auf der Wiesn-Wache wurden unter der getragenen Oberbekleidung zwei weitere Jacken aufgefunden, die zuvor entwendet wurden. Da er jedoch in München über einen festen Wohnsitz verfügt, wurde er nach den erforderlichen polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Schläferdiebe durch Fahnder festgenommen

Am Samstag, den 16.September 2017, gegen 20.30 Uhr, konnten über das Videoüberwachungszentrum der Wiesn-Wache drei männliche Personen dabei beobachtet werden, wie sie einem auf dem Hügel hinter einem Festzelt schlafendem Mann ein Mobiltelefon aus der Hosentasche zogen und sich entfernten. Verständigte Taschendiebfahnder aus Wien und Rotterdam konnten die drei Tatverdächtigen mit Unterstützung von zivilen Beamten der Wiesn-Wache noch in Tatortnähe festnehmen. Es handelte sich um einen 18-jährigen Usbeken, einen 16-jährigen Syrer und einen 18-jährigen Afghanen

Der Geschädigte, ein 40-jähriger mexikanischer Tourist, hatte aufgrund seiner erheblichen Alkoholisierung nichts von dem Diebstahl mitbekommen. Sein Mobiltelefon konnte ihm wieder ausgehändigt werden. Die drei Taschendiebe wurden nach den erforderlichen polizeilichen Maßnahmen entlassen, da sie alle über einen festen Wohnsitz verfügen. 

Jackendieb durch Fahnder festgenommen 

Am Samstag, den 16. September 2017, gegen 22.50 Uhr, konnten Taschendiebfahnder aus Frankfurt und Zürich einen 19-jährigen Afghanen in einem Festzelt beobachten, wie er sich eine auf der Bierbank abgelegte Jacke nahm und diese dann am Ausgang nach Wertgegenständen durchsuchte. Er fand in der Jacke einen 10 Euroschein und steckte diesen ein. Im Anschluss wollte er eine weitere fremde Jacke in dem Zelt an sich nehmen, was jedoch von den Fahndern durch die Festnahme unterbunden wurde. 

Aufgrund seines vorher beobachteten Verhaltens wird davon ausgegangen, dass sich der 19-Jährige nur zur Begehung von Diebstählen in dem Zelt aufhielt. Da er ohne festen Wohnsitz ist, wird er dem Haftrichter zur Prüfung der Haftfrage vorgeführt.

Maßkrug ins Gesicht

Am Samstag, 16. September 2017, gegen 19.30 Uhr, schlug in einem Festzelt ein bislang Unbekannter einem 18-jährigen Münchner einen Maßkrug ins Gesicht. Hierbei erlitt der junge Mann eine Platzwunde an der Augenbraue, welche mit vier Stichen genäht werden musste. Der 18-Jährige wollte zuvor eine Auseinandersetzung zwischen dem Unbekannten und seinem Freund schlichten. Der Täter ist flüchtig.

Ukrainischer Wiesn-Besucher schreit mehrfach „Heil Hitler“

Am Samstag, den 16. September 2017, gegen 18.10 Uhr, geriet in einem Festzelt ein 19-jähriger ukrainischer Wiesn-Besucher mit einem Ordner in Streit und musste das Zelt verlassen. Daraufhin schrie er mehrfach „Heil Hitler“. Der 19-Jährige wurde daraufhin zur Wiesn-Wache gebracht. Hier wurde eine erhebliche Alkoholisierung festgestellt (ca. 2,5 Promille). Nach den erforderlichen Maßnahmen wurde er von einem Freund abgeholt. 

Schlägerei mit Maßkrug im Festzelt

Am Samstag, den 16. September 2017, gegen 20.30 Uhr, wurde durch Bedienungen eines Festzeltes beobachtet, wie ein 33-jähriger Wiesn-Tourist eine 42-Jährige aus Österreich anpöbelte. Einem 49-jährigen Schweizer fiel dies auf und er stellte den 33-Jährigen zur Rede. Daraufhin kam es zu einer Rangelei. 

Um auch noch mitzumischen, schüttete ein Freund des 33-Jährigen, der mit am Tisch saß, den Inhalt seiner Maß auf die beiden Streithähne. Im Verlauf der Rangelei warfen sich der 33-Jährige und der 49-Jährige gegenseitig einen Bierkrug ins Gesicht. Beide erlitten Kopfverletzungen und wurden ambulant in eine chirurgische Klinik gebracht. Anschließend wurden sie der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt.

Vermisster Mann auf dem Festgelände angetroffen

Am Samstag, den 16. September 2017, gegen 21 Uhr, fiel Wiesn-Besuchern in einem Festzelt ein hilfloser Mann auf. Dieser leidet unter dem sogenannten Down-Syndrom und war seit Freitag, 15.09.2017 am Nachmittag vermisst. Im Rahmen eines betreuten Ausflugs war er am Münchner Hauptbahnhof von seiner Gruppe getrennt worden. 

Die Wiesn-Besucher verständigten den Sicherheitsdienst des Festzeltes und brachten den Mann zur Wiesn-Wache. Von dort konnte der Neffe des 44-jährigen Vermissten verständigt werden, welcher seinen Onkel bei der Wiesn-Wache abholte.

Mit Einhandmesser auf der Wiesn 

Am Samstag, 16 September 2017, gegen 12.05 Uhr, wurde ein 20-jähriger Franzose durch Beamte der Bereitschaftspolizei im rückwärtigen Bereich des Eingangs zur Festwiese kontrolliert. Hierbei wurde in seinem mitgeführten Rucksack ein Einhandmesser aufgefunden. 

Der Franzose hatte das Wiesn-Gelände trotz Rucksack betreten, ohne im Eingangsbereich kontrolliert worden zu sein. Bei einer Selektivkontrolle durch Beamte der Bereitschaftspolizei fiel der 20-Jährige auf. Das mitgeführte Messer stellt einen verbotenen Gegenstand nach dem Waffengesetz dar. Der Franzose wurde nach Erhebung einer Sicherheitsleistung wieder entlassen.

Sexuelle Belästigung auf dem Festgelände

Am Samstag, den 16. September 2017, gegen 19.30 Uhr, griff ein 18-jähriger Kolumbianer einer 24-jährigen Münchnerin mit seiner Hand an das Gesäß. Der Kolumbianer konnte durch den Freund der 24-Jährigen festgehalten und den eingesetzten Beamten der Wiesn-Wache übergeben werden. Neben einer Anzeige wurde er aufgrund seiner Alkoholisierung in Ausnüchterungsgewahrsam genommen.

Pressemeldung Polizeipräsidium München/ssi/mw

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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