Angriff auf eine sehbehinderte Frau in Münchner U-Bahn

Blinde streift Arm: 39-Jähriger tickt völlig aus!

München - Weil sie ihn beim Einsteigen am Arm streifte: Eine blinde Frau wurde von einem 39-Jährigen in der U-Bahn brutal gegen eine Scheibe geschleudert und beleidigt.

Eine 37-jährige Münchnerin, die nur noch eine Restsehkraft von unter einem Prozent hat und deshalb einen Blindenstock benutzt, streifte am Montag, 4. Mai, gegen 17.50 Uhr beim Einsteigen in eine U-Bahn am Odeonsplatz einen 39-jährigen Mann am Arm. Obwohl sie sich sofort entschuldigte, packte er sie am Jackenkragen und an der Schulter und stieß sie mit voller Wucht von sich weg. Dadurch stolperte die fast blinde Frau über ein Wägelchen und prallte dann mit der Schulter gegen eine Trennscheibe. Einen kompletten Sturz konnte sie gerade noch verhindern. Der 39-Jährige beleidigte sie noch und wurde dann durch andere Fahrgäste gehindert, auf die Frau zuzugehen.

Um die völlig eingeschüchterte und verängstigte, jedoch körperlich unversehrte 37-Jährige kümmerten sich zwei Fahrgäste und stiegen mit ihr am Marienplatz aus, um die Polizei zu verständigen.

Der Angreifer, der ebenfalls die U-Bahn verlassen hatte, konnte noch im U-Bahnhof festgenommen werden. Dabei beleidigte er die eingesetzten Polizeibeamten und leistete massiven Widerstand.

In seiner Vernehmung bestritt er die Tatvorwürfe. Seinen Angaben zufolge sei er angepöbelt und von der Frau mit einem Regenschirm angegriffen worden. Diese Aussage konnte aufgrund der Aussagen unbeteiligter Zeugen zweifelsfrei widerlegt werden.

Der Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium erließ Haftbefehl gegen den Mann.

Die Münchner Polizei bedankt sich ausdrücklich für das couragierte und engagierte Eingreifen der Fahrgäste, die der angegriffenen Frau zu Hilfe kamen.

Pressemeldung Polizeipräsidium München

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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