Pressemeldung der Bundespolizei Flughafen München

International gesuchten Drogenhändler (39) am Flughafen gefasst

München - Seit 2014 wird ein Krimineller aus dem Kosovo international gesucht. Nach fünf Jahren konnte der wegen versuchten Totschlags, Drogenhandels und Waffenbesitzes Verurteilte von der Bundespolizei gefasst werden.

Er war wohl um das Jahr 2010 dick im Geschäft, zumindest wenn man nach den Vorwürfen der schweizerischen Behörden geht. Versuchter Totschlag und Drogenhandel im großen Stil seien nur beispielhaft genannt. In der Alpenrepublik warten auf den Mann deshalb noch knapp sechs Jahre Haft.

Dieses Umstandes war der Kosovare sich offenbar bewusst und daher mit gefälschtem Pass unterwegs, als er am 2. März von Pristina nach München reiste. Jetzt sitzt der 39-Jährige in Landshut im Gefängnis und wartet auf seine Auslieferung in die Schweiz. Bundespolizisten hatten sich nicht täuschen lassen, als der Kosovare mithilfe eines falschen albanischen Ausweises seine Identität fälschen wollte. 

Die Justiz in der Hauptstadt wirft dem Kosovaren eine ganze Menge an Straftaten vor. So soll er im Juli 2009 versucht haben, im Zusammenhang mit einem Drogendeal sein Gegenüber mit drei Schüssen aus seinem Revolver versucht hinzustrecken, sein Ziel aber verfehlt haben. Weiterhin werfen ihm die schweizerischen Strafverfolger vor, in den Jahren 2008 bis 2011 mehrere Kilogramm Marihuana und Kokain unters Volk gebracht und selbst konsumiert zu haben. Zudem soll er sich unter Drogeneinfluss auch ans Steuer seines Wagens gesetzt haben. 

Als Eigentümer einer Handwerksfirma soll er drei Landsleute in dem Wissen beschäftigt haben, dass diese im Besitz gefälschter italienischer Ausweisdokumente waren. Darüber hinaus soll er die Sozialbeiträge aus diesen Arbeitsverhältnissen nicht an die Sozialversicherung überwiesen und so einen Schaden in Höhe von knapp 28.000 Schweizer Franken verursacht haben.

All dies quittierte ihm die schweizerische Justiz im November 2012 mit einer Verurteilung zu sechseinhalb Jahren Haft wegen versuchten Totschlags und Straftaten gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Waffengesetz, das Ausländergesetz, das Gesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung sowie das Straßenverkehrsgesetz in der Schweiz. 163 Tage Untersuchungshaft angerechnet, bleiben für den Kosovaren laut Berechnung der Berner Staatsanwaltschaft noch 2.157 Tage in eidgenössischer Zwangsunterbringung übrig.

Da der heute 39-Jährige sich damals offenbar ins Ausland abgesetzt und die schweizerische Justiz ihn in seinem Geburtsland vermutet hatte, suchte die Staatsanwaltschaft Bern mit eben dem Urteilsspruch seit Oktober 2014 international nach dem Untergetauchten.

Am späten Samstagabend hatte die Suche nun ein Ende, ist der Gesuchte im Fahndungsnetz der Bundespolizei am Münchener Flughafen hängen geblieben, als er aus Pristina im Erdinger Moos ankam. Offenbar versuchte er noch, sich der Verhaftung zu entziehen, indem er den Bundespolizisten einen gefälschten albanischen Reisepass zur Kontrolle vorlegte. Die Beamten aber hatten das Dokument schnell als Fälschung identifiziert, einen Austausch des Lichtbildes entdeckt.

Schnell war der Grund für die Finte des Reisenden klar. Mit den echten Personalien des Mannes entdeckten die Bundesbeamten nämlich auch die Fahndungsnotiz der schweizerischen Kollegen, nahmen den 39-Jährigen fest und führten ihn am Morgen  des 3. Märzes einer Haftrichterin in Landshut vor. Auf deren Geheiß lieferten die Polizisten den Festgenommenen anschließend in die Justizvollzugsanstalt in Landshut ein. Dort muss er das durch die Generalstaatsanwaltschaft München betriebene Auslieferungsverfahren abwarten.

Pressemeldung der Bundespolizei Flughafen München

Rubriklistenbild: © Bundespolizei

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