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Landeshauptstadt schaltet in „Oktoberfest-Modus“

Corona, Straftaten & Co.: So rüstet sich München für den „Wiesn-Wahnsinn“

Oktoberfest Archivbild
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Oktoberfest (Archivbild).

München – Nach fast drei Jahren Corona-Zwangspause heißt es am Samstag (17. September) beim Oktoberfest endlich wieder „O‘zapft is“. Polizei, Stadt und andere Einrichtungen/Experten bereiten sich intensiv vor – und erläutern, wie sie die Corona-Gefahr auf der Wiesn einschätzen.

Münchens Polizeivizepräsident Michael Dibowski und Kreisverwaltungsreferentin Hanna Sammüller-Gradl appellierten an Besucher des größten Volksfestes der Welt, angesichts der Infektionsgefahr mit dem Coronavirus Rücksicht zu nehmen. Wer Erkältungssymptome habe, solle einen Test durchführen und auf den Volksfest-Besuch verzichten, um andere nicht anzustecken. Dennoch ist die Gefahr einer Ansteckung während des Wiesn-Besuchs wohl sehr groß. „Auf einer Skala von 1 bis 10 liegt die Wahrscheinlichkeit einer SARS-CoV-2-Exposition nach mehreren Stunden im Zelt nach meiner Einschätzung bei 9 bis 10“, sagte Virologe Oliver Keppler dem Bayerischen Rundfunk (BR) bereits vor einigen Wochen.

Dass die Inzidenzen in München und Umgebung durch die Decke schießen dürften, daran besteht wohl kein Zweifel. Dies zeigt auch die Erfahrung im Freistaat aus den letzten Wochen und Monaten. Fast überall dort, wo größere Volksfeste stattfanden - sei es die Bergkirchweih in Erlangen, das Gäubodenvolksfest in Straubing oder das Rosenheimer Herbstfest – explodierten im Anschluss die Corona-Zahlen. „Sehr wahrscheinlich wird es zu einem mindestens zwei- bis dreifachen Anstieg der Infektionszahlen im Raum München kommen“, sagte Christoph Spinner, Pandemiebeauftragter am Klinikum Rechts der Isar in München, dem BR im Hinblick auf die Wiesn. Corona-Auflagen für die Wiesn gibt es jedoch nicht.

600 Beamte, 54 Kameras, keine Drohnen

Parallel dazu bereitet sich auch die Polizei intensiv auf den Großeinsatz auf der Theresienwiese vor. Rund 600 Polizisten, extra Taschendiebfahnder, noch einmal mehr Videokameras und Einlasskontrollen: Mit einem weiter angepassten Konzept wollen die Behörden beim ersten Oktoberfest seit fast drei Jahren für Sicherheit sorgen. Diebstahl, Sexualdelikte, homophobe oder rassistische Beleidigungen hätten auf der Wiesn nichts verloren. Man werde konsequent durchgreifen, sagte Dibowski bei der Vorstellung des Einsatzkonzeptes.

54 Videokameras – fünf mehr als 2019 – erleichterten den Beamten den Blick in dunkle Ecken. Manche Straftat – vor allem Taschendiebstähle und Sexualtaten – wurden damit in früheren Jahren verhindert. Zur Bekämpfung des Taschendiebstahls reisen extra spezielle Fahnder aus Berlin, Frankfurt, Schweiz, Österreich, Ungarn, Belgien und der Tschechischen Republik an. Außerdem helfen uniformierte Polizeibeamte aus Frankreich und Italien. Teils werden Beamte Body-Cams tragen. In die Zone rund um das Festgelände dürfen nur Anwohner mit dem Auto fahren. Falschparker würden abgeschleppt, sagte Dibowski. Im Übrigen sei es sinnvoll, öffentlich zum Fest zu kommen. Es werde vermehrt Kontrollen geben: „Alkohol und Autofahren verträgt sich nicht.“

Erneut wird es einen Zaun um das Gelände und stichprobenartige Eingangskontrollen geben. Es gilt ein Verbot für größere Taschen und Rucksäcke mit mehr als drei Litern Volumen. Zudem gibt es Flugbeschränkungen rund ums Gelände – auch für Drohnen. Der Verstoß sei eine Straftat, warnte Dibowski bereits im Vorfeld. Erneut gelte für das Oktoberfest aufgrund seiner Bekanntheit und Symbolkraft eine abstrakte Gefährdungslage. Es gebe derzeit aber keine Hinweise auf eine konkrete Gefahr, hieß es hierzu.

Stadt prüft, wie gut die Mass eingeschenkt wird

Das Kreisverwaltungsreferat der Stadt München ist übrigens mit zahlreichen Mitarbeitern auf dem Fest, etwa im Fundbüro und zur Lebensmittelüberwachung, wie Sammüller-Gradl sagte. Dabei geht es auch um die Schankmoral: „Ja, es werden auch Einschankkontrollen durchgeführt.“ Vier Minuten nach dem Zapfen werde die Maß per Messstab geprüft. Bei einer Fehlmenge von über 15 Millimetern könne es zu Verwarnungen kommen, schlimmstenfalls zum Bußgeld. Bisher hätten sich Verstöße aber im Rahmen gehalten.

U-Bahn schaltet in den „Wiesn-Modus“

Auch bei der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Pünktlich zum Start am Samstag soll in den „Wiesn-Modus“ umgeschaltet werden – bedeutet: Mehr U-Bahnen fahren zur Theresienwiese und die Rolltreppen laufen dann schneller. „Wir verdichten den Takt auf den Linien U4/U5 so, dass während der Wiesn je nach Tageszeit alle 2,5 bis 3,3 Minuten ein Zug zwischen Theresienwiese und der Innenstadt verkehrt“, erläuterte ein MVG-Sprecher. Damit sei die Taktung in etwa verdoppelt.

Die Rolltreppen – in Deutschland nach einer DIN Norm mit 0,5 Metern pro Sekunde unterwegs – werden zur Wiesn-Stoßzeit auf 0,68 Meter pro Sekunde gestellt. rosenheim24.de hat bereits darüber berichtet. Daneben gebe es weitere Maßnahmen, um bestmöglich für den Wiesn-Ansturm gerüstet zu sein, erläuterte der MVG-Sprecher. Am U-Bahnhof Theresienwiese sei tagsüber und abends ein Fahrtreppenmonteur vor Ort, um kleinere Störungen schnell beheben zu können. Zudem bekommt die MVG auch noch personelle Unterstützung unter anderem von Verkehrsbetrieben aus Berlin, Stuttgart, Hamburg und Wien.

mw

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