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Immer mehr Landkreise in Bayern mit Inzidenz über 1000

Wiesn-Schub und Herbstwelle: Corona-Zahlen rund um München und in der Region gehen durch die Decke

Wiesnherzen mit der Aufschrift „Geimpft, getestet, genesen“ sind auf dem Oktoberfest zu sehen. Nach dem Münchner Oktoberfest schnellten die Corona-Zahlen auch in der Region nochmals deutlich nach oben.
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Wiesnherzen mit der Aufschrift „Geimpft, getestet, genesen“ sind auf dem Oktoberfest zu sehen. Nach dem Münchner Oktoberfest schnellten die Corona-Zahlen auch in der Region nochmals deutlich nach oben.

Die von vielen Experten prophezeite Corona-Herbstwelle ist endgültig in Bayern angekommen. Die Inzidenzen steigen teilweise rapide an – insbesondere auch in und rund um München, wo kürzlich das Oktoberfest endete. Nun wird die Lage in den Kliniken teils wieder kritisch, auch in der Region.

München – Wie stark beschleunigte die Münchner Wiesn die Corona-Herbstwelle in Bayern und der Region? Eine konkrete Antwort auf diese Frage kann zwar nicht gegeben werden, dennoch ist es besonders auffällig, wie vor allem in und um München herum derzeit die Werte für die 7-Tage-Inzidenz in die Höhe schießen.

Am Montag (3. Oktober) endete das Oktoberfest, sowohl die Stadt selbst als auch drei vier vier direkt an die Landeshauptstadt angrenzenden Landkreise liegen derzeit (Stand: Samstag, 8. Oktober) Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge über einer Inzidenz von 1000. Der Landkreis München liegt mit 850,7 derzeit unterhalb dieser Marke. Blickt man auf ganz Bayern, so meldete das RKI am Samstag für insgesamt 13 Landkreise sowie die Stadt München Werte über 1000.

Corona-Peak in Rosenheim erst neun Tage nach Herbstfest-Ende

In den nächsten Tagen könnten die Corona-Zahlen aufgrund des Oktoberfests sogar noch weiter ansteigen: In Rosenheim sei das Maximum der 7-Tage-Inzidenz laut Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, erst neun Tage nach dem Ende des Herbstfests erreicht gewesen.

Auch in Teilen der Region sind die Zahlen derzeit wieder besonders hoch. Nachdem die Welle in und um Rosenheim nach dem Herbstfest inzwischen bereits wieder etwas abgeflacht ist, sind nun die Landkreise Mühldorf am Inn und Altötting in den „Top-Ten“ der bayernweiten Corona-Hotspots vertreten.

Experten vermuten hohe Dunkelziffer

Allerdings liefert dieser Wert nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die 7-Tage-Inzidenzen der Region (Quelle: RKI, Stand: 8. Oktober, 3.08 Uhr)

Stadt Rosenheim: 799,9

Landkreis Rosenheim: 871,8

Landkreis Traunstein: 888,8

Landkreis Mühldorf am Inn: 1087,5

Landkreis Altötting: 1194,3

Landkreis Berchtesgadener Land: 748,2

Der Anstieg der Corona-Zahlen macht sich in Bayern inzwischen auch wieder in den Krankenhäusern bemerkbar: Im Freistaat stieg die Zahl der binnen einer Woche mit oder wegen Corona eingelieferten Patienten am Freitag (7. Oktober) auf ein Allzeithoch von 1849 Personen, wie aus Zahlen des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hervorgeht.

Lage in den Kliniken der Region bereits angespannt

Diese Zahlen enthalten allerdings auch einen hohen Anteil an Patienten, die aus anderen Gründen eingeliefert und erst im Krankenhaus positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Mehrere Krankenhäuser sahen die Patienten, die mit und nicht wegen Corona kommen, zuletzt sogar in der Überzahl. Dr. Hanns Lohner, Ärztlicher Direktor bei den Rosenheimer RoMed-Kliniken, schätzt diese Entwicklung jedoch etwas anders ein: „Mehr als die Hälfte der Patienten kommt mittlerweile nicht mit, sondern wegen einer Covid-Erkrankung.“

Einige Kliniken sprachen bereits von einer angespannten Lage – unter anderem wegen vieler selbst an Covid-19 erkrankter Mitarbeiter. „Durch die Personalengpässe einerseits und den hohen Patientenzustrom andererseits steuern die Kliniken gerade wieder auf eine Überlastung zu“, so Lohner weiter. In der Notfallversorgung sei demzufolge zunehmend eine enge Abstimmung zwischen den vier RoMed-Kliniken verlangt, elektive Eingriffe würden bereits verschoben.

InnKlinikum von Corona-Welle voll getroffen

Auch in den Hotspot-Landkreisen im Norden der Region sieht die Situation ähnlich aus: In den Krankenhäusern des InnKlinikums Mühldorf und Altötting lagen am Freitag 59 mit Corona infizierte Patienten – weit weniger als während der Welle im vergangenen Jahr. Trotzdem ist das InnKlinikum schon jetzt voll getroffen, sagt der Mühldorfer Lungenchefarzt Dr. Gregor Zimmermann.

Das trifft auch das Personal: „Leider beklagen wir schon wieder einen massiven Personalausfall aufgrund von Corona-Infektionen“, so Zimmermann. Seinen Angaben zufolge fallen derzeit rund 100 Mitarbeiter Corona-bedingt aus. „Nur durch Personalverschiebungen, beispielsweise von Haag nach Mühldorf, ist es uns derzeit möglich, die Patientenversorgung aufrecht zu erhalten.“

Wie auch bereits in Rosenheim wurden auch im InnKlinikum planbare Eingriffe verschoben. „Es werden aktuell lediglich Notfälle, dringliche Patienten oder Patienten mit Verdacht auf einen bösartigen Tumor operiert“, erläutert Zimmermann weiter.

aic

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