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Modernisierung statt Strangulierung

Die Salzach ist der letzte freifließende Alpenfluss Bayerns – das soll auch so bleiben; LFV Bayern gegen Neubau von Wasserkraftwerken

50 Kilometer ohne Wehr, Kraftwerk oder Damm – soweit können bayerische Flussfische im Voralpenraum fast nirgends mehr ungestört wandern. In der Salzach finden Huchen, Nasen und Bachforellen noch halbwegs ursprüngliche Verhältnisse, doch diese sind nun bedroht: Pläne für neue Querbauwerke zerstören den Lebensraum, den Geschiebetransport und das Abflussgeschehen

Die Mitteilung im Wortlaut:

München - Der Landesfischereiverband Bayern lehnt die Pläne der Staatsregierung für neue Wasserkraftwerke generell ab, insbesondere an diesem Kleinod. Kraftwerke sorgen für massive Verletzungen bei Fischen – auch neueste Anlagentypen, wie die TU München gerade im Auftrag des bayerischen Umweltministeriums in einem mehrjährigen Forschungsprojekt nachgewiesen hat.

Zusätzlich verstößt der geplante Bau gegen die Maßgaben des bayerischen Landesentwicklungs-programms, das einen Neubau von Wasserkraftanlagen nur an bestehenden Wehren oder in Verbindung mit einer notwendigen Flusssanierung vorsieht. Untersuchungen der Wasserwirtschaft belegen, dass für die Sanierung und Sohlstabilisierung der Salzach kein Querbauwerk erforderlich ist. Das macht auch deutlich, warum Österreich sich sehr zurückhaltend bei der Umsetzung des Kraftwerks zeigt. Nach Angaben der österreichischen Verbund AG, die das Kraftwerk errichten und betreiben soll, steht für diese ein Neubau nur zur Diskussion, wenn der Freistaat Bayern das Querbauwerk finanziert. Diese Haltung spricht nicht für die Ertragsaussichten des geplanten Kraftwerks und bestätigt, dass ein Querbauwerk zu Sanierungszwecken nicht im Raum steht.

Der Landesfischereiverband fordert daher eine naturnahe und maßvolle Umgestaltung der Salzach zum Schutz der wertvollen Lebensräume und der Artenvielfalt. Energiebeschaffung darf nicht auf Kosten der Biodiversität und letztlich unserer Bayerischen Heimat erfolgen. Der Landesfischereiverband fordert anstelle von ökologisch wie energetisch fragwürdigen Wasserkraft-Neubauten die Ertüchtigung der bestehenden, leistungsstarken Großanlagen in Bayern. Ein gutes Beispiel dafür ist die Modernisierung des Innkraftwerks Töging. Allein hier wurde die Leistung um mehr Gigawattstunden gesteigert, als der Neubau an der Salzach jemals einbringen könnte.

„Seit geraumer Zeit singt die Staatsregierung das hohe Lied der Wasserkraft. Das Neubaupotenzial ist aber nahezu ausgeschöpft und kann uns energiepolitisch nicht retten“, betont Prof. Dr.-Ing. Albert Göttle, Präsident des Landesfischereiverbands Bayern. „In Bayern gibt es bereits über 4250 Anlagen, mehr geht nicht! Der Neubau mittelklassiger Wasserkraftanlagen wird unsere Energieprobleme nicht ansatzweise lösen, aber die wenigen noch verbliebenen Flüsse und Bäche als Lebensadern unserer Heimat nachhaltig zerstören. Es entsteht der Anschein, als solle die Wasserkraft-Offensive Fehler wie die politische Verschleppung der Nord-Süd-Stromtrassen kaschieren.“

Pressemitteilung Landesfischereiverband Bayern e.V.

Rubriklistenbild: © Angelika Warmuth/dpa

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