Mysteriöser Vermisstenfall

Ermittler vermuten: Roman H. tötete erst seine Frau und dann ihre Tochter - weil sie Zeugin der Tat wurde

+
Roman H.

München/Ramersdorf - Seit elf Tagen fehlt von Maria Gertsuski und ihrer Tochter Tatiana jede Spur. Roman H., der Ehemann von Maria sitzt mittlerweile seit Sonntag, 21. Juli, in Untersuchungshaft. Der Haftbefehl gegen den verdächtigen Ehemann lautet auf „Totschlag in Tatmehrheit mit Mord“.

Update, 21.25 Uhr - Ermittler haben neue Erkenntnisse

Es gibt neue Erkenntnisse im Fall der vermissten 41-Jährigen Münchnerin und ihrer Tochter. Wie unser Partnerportal tz.de berichtet, gehen die Ermittler derzeit davon aus, dass der Verdächtige Roman H. zuerst seine Frau tötete und dann seine 16-Jährige Stieftochter. Den Teenager habe er vermutlich umgebracht, weil dieser die Tat mitbekommen hatte. Der Deutsch-Russe habe demnach wohl seine Frau getötet, jedoch keine niederen Beweggründe oder andere Mordmerkmale gehabt. Bei der ersten Tötung gehen Ermittler von einer Handlung im Affekt aus, so die TZ. Anders dagegen im Falle der Stieftochter. Hier wird von Mordmerkmalen ausgegangen, so etwa von Verdecken einer Straftat. 


Die Staatsanwaltschaft werfe dem Mann nun „Totschlag in Tatmehrheit mit Mord“ vor, welche Hinweise sie aber zu dieser Annahme geführt haben, wolle Oberstaatsanwältin Anne Leiding derzeit nicht bekannt geben. Es gebe Indizien, dennoch werde weiter in alle Richtungen ermittelt. Nach wie vor will Roman H. sich zu den Vorwürfen nicht äußern. 

Erstmeldung

Die Indizien im Vermisstenfall deuten laut Sprecher Marcus da Gloria Martins auf einen Gewaltakt hin: „Wir gehen aktuell davon aus, dass Mutter und Tochter tot sind." Noch konnten die beiden vermissten Frauen allerdings noch nicht gefunden werden. Roman H. sitzt seit drei Tagen in einer kleinen Zelle in der JVA Stadelheim und schweigt. Bislang machte er noch keine Angaben zu der Situation oder den Vorwürfen. 


Er steht unter dem dringenden Tatverdacht seine Ehefrau und deren Tochter - aus erster Ehe - getötet und die Leichen beseitigt zu haben. Der tatverdächtige Deutsch-Russe wurde am Sonntag festgenommen – und zwar nicht in seiner eigenen Wohnung, sondern in der drei Zimmer großen Zweitwohnung seiner Frau im Münchner Osten. H. habe sich im dort im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses widerstandslos festnehmen lassen, berichtet die Bild.

Auf einer Pressekonferenz am Montag hat die Polizei über den Stand der Ermittlungen informiert.

Auf einer Pressekonferenz der Polizei am Montag veröffentlichte die Polizei ein Bild von Roman H.. Zudem wurde der Öffentlichkeit Bilder der beiden Fahrzeuge (ein roter Hyundai i30 sowie ein anthrazitfarbener VW Tiguan) der Familie zugänglich gemacht. 

Weiterhin keine heiße Spur

Die Fahnder suchen Zeugen, die den Verdächtigen rund um den 12. Juli, dem Zeitpunkt des Verschwindens der Frauen, gesehen haben und erhoffen sich somit weitere Informationen, damit die Frauen bald gefunden werden können.

Mittlerweile gingen zehn Hinweise aus der Bevölkerung ein. Eine heiße Spur sei bisher nicht dabei, so ein Polizeisprecher.

Im Gespräch mit Focus äußerte sich nun ein Freund von Roman H. und Maria Gertsuski, er berichtet bedrückende Details. „Wenn das alles stimmt, was da jetzt rauskommt, dann saß ich vor zwei, drei Wochen mit einem Mörder an einem Tisch im Biergarten“, erklärt der Münchner. Der Bekannte der Familie, der in dem Interview lieber nicht namentlich genannt werden will, kennt Maria Gertsuski demnach bereits seit 19 Jahren.

Kommentare