Was ein "kleiner Absacker" nicht alles anrichten kann

Respekt! Junge Frau rettet einem Kellner sein persönliches Oktoberfest

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Junge Frau rettet einem Kellner sein persönliches Oktoberfest.

München – In den meisten Fällen muss die Polizei zur Wiesnzeit Verbrechen unterbinden oder aufklären; Kriminelle stoppen und verhaften. Doch manchmal gibt es auch Ausnahmen, so wie in diesem Fall.

An den ersten Tagen rund um das Oktoberfest gab es schon die ein oder anderen negativen Schlagzeilen zu lesen. Oft ging es um sexuelle Belästigungen, körperliche Auseinandersetzungen oder schwere Unfälle. Bereits am ersten Wiesnsamstag gab es die erste Maßkrugschlägerei


Doch die folgende Geschichte beweist, dass sich auch in diesen Tagen noch ehrliche und hilfsbereite Menschen in der bayerischen Hauptstadt aufhalten. 

Ehrliche Finderin am Münchner Hauptbahnhof

Am Dienstagmorgen wollte eine 19-jährige Österreicherin ihr Gepäck in einem der vielen Schließfächer im Münchner Hauptbahnhof verstauen. Doch als die junge Frau das Schließfach mit der Nummer 1044 öffnete, staunte sie nicht schlecht. 


Die junge Österreicherin fand darin einen prallgefüllten Bedienungsgeldbeutel und alarmierte sofort vorbildlich die Bundespolizei. Wie die Polizei berichtet, zählten die Beamten auf der Wache das Geld und hatten am Ende 3.756 Eurosowie einige Dollar- und Yen-Noten im Sicherstellungsverzeichnis zu notieren. 

Da im Portemonnaie auch einige Bier- und Hendl-Gutscheine sowie ein Abrechnungsbeleg aus einem Oktoberfestzelt mit einem Namenshinweis lag, war der Eigentümer, nach Öffnung des Festzeltbüros am Morgen, schnell ausgemacht.

37-jähriger Besitzer zeigt sich überglücklich

Ein 37-jähriger Oberösterreicher hatte sich am Montagabend nach Feierabend noch „einen Absacker genehmigt“ und erklärte, auf dem Heimweg in der U-Bahn eingeschlafen zu sein. 

Wie sein Geldbeutel, welchen er eigentlich mit einer Kette an einem Schaft an seinem Gürtel trägt, in das Schließfach kam, sei für ihn ein Rätsel, erklärte der Mann gegenüber der Bundespolizei. Überglücklich nahm er sein Portemonnaie wieder an sich und bedankte sich herzlichst bei der 19-Jährigen.

Ohne Rückgabe hätte er wohl die noch verbleibenden dreizehn Wiesntage fast „umsonst“, sprich ohne Lohn gearbeitet.

Bereits der zweite Fall 

Bereits am ersten Wiesn-Samstag (21. September) hatte ein „ehrlicher Finder“, ein 24-Jähriger aus Pfaffenhof en an der Glonn, Lkr. Dachau, gegen 18 Uhr auf der Wache der Bundespolizei 500 Euro in bar abgegeben. Er hatte das Geld im Auswurfschacht eines Geldautomaten im Sperrengeschoss des Münchner Hauptbahnhofes aufgefunden.

Am Sonntagmittag meldete sich eine 19-jährige Russin. Sie gab an, Geld im Automaten zurückgelassen zu haben. Dass Geld wurde zunächst von der Bundespolizei in Verwahrung behalten. In Absprache mit der Bank wurden ihr die 500 Euro am Montagmittag (23. September) ausgehändigt.

Recht auf Finderlohn?

Immer wieder kommt die Frage nach einem Finderlohn und dessen Höhe auf. Der gesetzliche Anspruch ist in §971 des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt. Grundsätzlich gilt: bis zu 500 Euro fünf Prozent vom Wert der Sache - darüber hinaus drei Prozent.

mz

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