Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus

Razzia wegen Droh-E-Mails: Einsatz auch im Landkreis Rosenheim

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München - Seit Mittwochmorgen (9. Oktober), 6 Uhr, durchsuchen Ermittler in den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern sieben Objekte. Eines davon befand sich im Landkreis Rosenheim.

Update, 16.54 Uhr:

Am Mittwoch, den 9. Oktober, wurden sieben Objekte in den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Bayern durchsucht. Eines der Objekte befand sich im Landkreis Rosenheim, wie ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamts gegenüber dem Bayerischen Rundfunk bestätigte. Außerdem fanden Durchsuchungen in Niederbayern im Landkreis Straubing-Bogen und in Oberfranken in Bamberg statt.

Im Juli wurden insgesamt 23 Drohschreiben bundesweit gegen Moscheen, Parteizentralen, Medien und andere Einrichtungen verschickt, in denen unter anderem mit Sprengstoffanschlägen gedroht wurde. Unterzeichnet waren die Drohschreiben mit „Volksfront“, „Combat 18“ oder „Blood and Honour". Es wurden mehrere Datenträger wie Festplatten, Smartphones und Computer sicher gestellt - Waffen und Sprengstoff konnten dagegen nicht gefunden werden, wie weiter berichtet wird. Sechs Personen wurden vorläufig festgenommen und anschließend entlassen, der siebte konnte bislang nicht angetroffen werden.

"Sämtliche Beschuldigte stehen schon länger im Fokus polizeilicher Ermittlungen", so ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes gegenüber dem BR weiter. "Derartige Drohmails wollen Menschen in Angst und Schrecken versetzen und den gesellschaftlichen Frieden stören", erklärte dazu Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. "Dagegen gehen wir mit aller Macht des Rechtsstaats vor".

In der Innenstadt von Halle hat sich am Mittwoch eine tödliche Schießerei ereignet. Dabei sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Weitere zwei Personen wurden mit Schussverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Erstmeldung

Pressemeldung im Wortlaut:

Anlass dieser Durchsuchungsaktion sind Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft München, Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) und des Bayerischen Landeskriminalamtes gegen die Urheber von insgesamt 23 Drohschreiben, die in der Zeit vom 8. Juli bis 23. Juli 2019 bundesweit an verschiedene Institutionen verschickt wurden. 

Betroffen davon waren unter anderem Ankerzentren in Bayern, islamische Zentren, Moscheen, Parteizentralen und Presse- und Medienagenturen. Gedroht wurde unter anderem mit Sprengstoffanschlägen auf diese Einrichtungen. Unterzeichnet waren die Drohschreiben mit „Volksfront“, „Combat 18“ oder „Blood and Honour (trotz Verbot sind wir nicht tot)“. 

Bei den Durchsuchungen werden die Ermittler von Spezialeinsatzkräften und den örtlich zuständigen Polizei- und Kriminalpolizeidienststellen unterstützt.

Pressemeldung LKA Bayern

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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