Bayerisches LKA startete Großrazzia 

Erfolgreicher Schlag gegen die Drogenkriminalität 

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München - Das Bayerische Landeskriminalamt ermittelt seit mehreren Monaten gegen eine Tätergruppe, die Betäubungsmittel sowie Neue psychoaktive Stoffe (NpS) herstellt und vertreibt. Nun kam es zu mehreren Festnahmen. 

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Landshut führen seit Juli 2016 umfangreiche Ermittlungen gegen eine Tätergruppe, der vorgeworfen wird, in nicht geringer Menge neue psychoaktive Stoffe (NpS) herzustellen und zu vertreiben und mit Betäubungsmitteln zu handeln. 

Dies führte im Oktober zur Festnahme eines 30-Jährigen im Landkreis Landshut, dem vorgeworfen wird, diese Stoffe hergestellt und an Konsumenten vertrieben zu haben.  Der 30-Jährige sitzt seit diesem Zeitpunkt in Untersuchungshaft.

Tatverdacht gegen sieben Männer

Die folgenden Ermittlungen ergaben einen dringenden Tatverdacht gegen weitere sieben Männer, die arbeitsteilig diese Drogen herstellten und über eine Internetplattform vertreiben. Als Hauptorganisator steht ein 51-Jähriger aus dem Oberbergischen Kreis unter Verdacht. Dieser erscheint auch als Betreiber der Plattform, über die ein Großteil der Geschäfte abgewickelt wurde. Unterstützt worden soll er dabei von einem 27- Jährigen und einem 31-Jährigen sein, die im Oberbergischen und im Märkischen Kreis wohnen.

Weiterhin wird als Beschaffer der Grundstoffe ein 32-Jähriger aus dem Oberbergischen Kreis verdächtigt. Ein 34-Jähriger aus dem gleichen Ort soll insbesondere für das Eintreiben der Gelder und ein weiterer 34-Jähriger für die Herstellung der Drogen verantwortlich sein. Schließlich wird ein 50-Jähriger aus Köln als Administrator der Internetplattform angesehen. 

Großrazzia am Dienstag 

Aufgrund dieser Erkenntnisse erwirkte die Staatsanwaltschaft Landshut insgesamt neun richterliche Durchsuchungsbeschlüsse und zwei Haftbefehle, die von Bayerischen Ermittlern mit Unterstützung von Beamten und Spezialeinsatzkräften aus Nordrhein-Westfalen am Dienstag ab 6 Uhr, vollzogen wurden. Die verdächtigen 51-jährige Hauptorganisator und 34-jährige Drogenhersteller konnten aufgrund der bestehenden Haftbefehle im Oberbergischen Kreis festgenommen und dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. 

Bei den Durchsuchungen konnten umfangreiche Beweismittel aufgefunden und sichergestellt werden, die noch einer eingehenden Auswertung bedürfen. So konnte im Anwesen des 51-Jährigen unter anderem eine Schusswaffe und Munition sichergestellt werden. Der 34-Jährige, der verdächtigt wird NpS hergestellt zu haben, leistete bei seiner Festnahme erheblichen Widerstand und wurde dabei am Kopf verletzt. Bei ihm konnte ebenfalls eine Schusswaffe gefunden werden. 

Wirkung von NpS völlig unkalkulierbar

In dem von ihm bewohnten Haus fanden die Ermittler neben einer Marihuana-Plantage auch ein Labor, das nach einer ersten Inaugenscheinnahme geeignet ist Amphetamine herzustellen. Daneben wurden aufgrund während des Einsatzes gewonnener Erkenntnisse weitere zwei Wohnungen durchsucht. Die umfangreichen Ermittlungen dauern an. 

Das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) trat am 26. November 2016 in Kraft. Dieses sieht ein weitreichendes Verbot des Erwerbs, Besitzes und Handels mit neuen psychoaktiven Stoffen und eine Strafbewehrung der Weitergabe von NpS vor. Der Strafrahmen für gewerbsmäßige oder bandenmäßige Herstellung von NpS und gewerbsmäßigen oder bandenmäßigen Handel liegt von einem bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe. 

Die Wirkung von NpS ist völlig unkalkulierbar! Auf den Verpackungen sind meistens keine oder falsche Inhaltsstoffe angegeben. Zudem werden die Inhaltsstoffe der Produkte im Zeitverlauf oft verändert, so dass Konsumenten auch bei wiederholtem Konsum eines bestimmten Produktes nicht mit gleicher Dosierung und der gewohnten Wirkung rechnen können. Die Zahl insbesondere junger Menschen, die aufgrund des Konsums zu Tode kamen, stieg in den letzten Jahren deutlich an!

Pressemeldung Bayerisches Landeskriminalamt

Rubriklistenbild: © dpa

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