Immer wieder schwere Unfälle zwischen München und Garmisch

Gefährliche "Todesstrecke": Braucht die A95 ein Tempolimit?

+
Auf der A95 (München - Garmisch-Partenkirchen) passieren immer wieder schwere Unfälle.
  • schließen

München - Erst am Wochenende hat wieder ein fürchterlicher Unfall auf der A95 für überregionale Schlagzeilen gesorgt. Deswegen kam jetzt die Frage auf: Braucht die Autobahn zwischen München und Garmisch-Partenkirchen ein generelles Tempolimit? *mit Umfrage*

Bei dem Unfall am frühen Sonntagmorgen, 1. September, hatte ein 23-Jähriger kurz vor dem Autobahndreieck Starnberg die Kontrolle über seinen Audi R8 verloren. Der Wagen schoss über alle drei Fahrspuren, krachte über die Leitplanken und zerschellte schließlich an einem Baum. Der Fahrer (23) war sofort tot, sein Beifahrer (22) liegt seither mit schwersten Verletzungen in einem Krankenhaus.

Tödlicher Unfall auf A95 bei Starnberg

Wenig Verkehr, kaum Tempolimits

Die Unfallursache scheint - auch bereits vor Abschluss des entsprechenden Gutachtens - klar zu sein: Überhöhte Geschwindigkeit. Dabei scheint die "Verlockung" für die Autofahrer groß zu sein: Denn auf der A95 gibt es bislang kaum Tempolimits. Lediglich im Stadtgebiet von München gilt Tempo 80, anschließend können Autofahrer fast bis zum Autobahndreieck Starnberg ungehindert Gas geben. Auch danach gibt es bis zum Autobahnende bei Eschenlohe kaum Tempo-Begrenzungen. Hinzu kommt, dass meist nur wenig Verkehr herrscht.

Deswegen gäbe es auf der A95 auch "überdurchschnittlich viele Autofahrer, die mit über 200 Stundenkilometern dort unterwegs sind", wie Josef Seebacher, Sprecher der zuständigen Autobahndirektion Südbayern, nun gegenüber dem Bayerischen Rundfunk einräumte. Zusätzliche, örtlich begrenzte Tempolimits seien zwar grundsätzlich möglich, aber an bestimmte Voraussetzungen gebunden, wie zum Beispiel Lärmschutz oder ein spezieller Gefahrenpunkt, an dem beispielsweise besonders viele Unfälle passieren würden.

Immer wieder schwere Unfälle auf A95

Doch auf der A95 kracht es immer wieder an verschiedenen Stellen. Ende Juli war ein 19-Jähriger bei Eschenlohe nahezu ungebremst in ein Stauende gerast. Die Bilanz: Sechs Verletzte, darunter zwei Schwerverletzte. Eine Woche vorher, am 20. Juli, hatte ein Autofahrer ein Motorrad von hinten auf Höhe der Anschlussstelle Penzberg/Iffeldorf gerammt. Der 24-jährige Motorradfahrer starb.

Tödlicher Unfall auf A95 bei Penzberg

Im Jahr 2018 gab es darüber hinaus zwischen den Anschlussstellen Wolfratshausen und Seeshaupt einen schweren Unfall mit einem Geisterfahrer. Bei Murnau/Kochel ereignete sich außerdem eine Massenkarambolage mit insgesamt acht Autos. Die Retter sprachen damals von "einem Wunder, dass nicht mehr passiert" sei. Auf Höhe München-Fürstenried starb außerdem eine 36-jährige Russin, die im März 2018 mitten in der Nacht zu Fuß auf der Autobahn unterwegs und von einem Auto erfasst worden war. Zudem gab es bei Penzberg/Iffeldorf einen weiteren tödlichen Unfall, bei dem ein 51-jähriger Mann aus Penzberg (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) ums Leben kam. Beteiligt war damals auch ein Fahrzeug mit Rosenheimer Kennzeichen.

mw

Zurück zur Übersicht: Bayern

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT