Interview zu Film "Eine ganz heiße Nummer 2.0"

Das sagen die Hauptdarstellerinnen über ihre Rollen, Heimat und Dialekt 

+
Interview mit Darstellerinnen von "Eine ganz heiße Nummer 2.0"
  • schließen

München - Acht Jahre nach dem ersten Film läuft nun "Eine ganz heiße Nummer 2.0" im Kino. Es dreht sich wieder alles um die drei Frauen Waltraut, Maria und Lena. rosenheim24.de hat sich mit den drei Hauptdarstellerinnen Gisela Schneeberger, Rosalie Thomass und Bettina Mittendorfer getroffen und über ihre Rollen, den bayerischen Dialekt und Heimat gesprochen.

Der Film lebt mitunter von der Freundschaft zwischen den drei Hauptfiguren. Habt ihr da auch improvisierte Momente beim Dreh erlebt?

Gisela Schneeberger: Also beim Tanzen haben wir viel improvisiert.

Rosalie Thomass: Bei mir sind viele Szenen unfreiwillig improvisiert gewesen, wegen meinem süßen Schweinchen. Das hat natürlich nicht immer genau das gemacht, was es machen sollte. Da kann man mal ein bisschen vergessen, was man sich als Schauspielerin vorgenommen hat und sich auf das einlassen was gerade passiert, das macht mir sehr viel Freude. 

Wachsen einem denn solche Figuren auch ans Herz, wenn man sie öfter spielt?

Rosalie Thomass: Mir geht es immer so, sonst könnte ich sie gar nicht spielen, wenn sie mir nicht ans Herz wächst. Manchmal dauert es bloss länger.

Bettina Mittendorfer: Kommt drauf an. Wenn ich eine Mörderin spiele, bin ich immer froh, wenn der Dreh vorbei ist. Die vergesse ich auch sofort. Aber die positiven Rollen lebt man mit Leib und Seele.

Wie viel von euch steckt denn in den drei Frauen?

Rosalie Thomass: Das kann man so konkret schwer beantworten. Mir geht es immer so, dass jede Figur andere Seiten zum Klingen bringt. Dabei lernt man auch was über sich selber. Bei Lena, macht mir besonders viel Spass, weil da viel Unvernünftiges, Impulsives rauskommt und eine ganz unverblendete Weltsicht. Zum Teil hab ich das, aber natürlich leb ich das nicht so aus. 

Gisela Schneeberger: Schon als uns die Rollen im ersten Film angeboten wurden, wurden wir ausgesucht, weil die Rollen typgerecht waren. Du bringst da immer was von dir selber mit. Es ist auch nicht immer wichtig, dass man im Film hübsch aussieht, sondern man darf ruhig mal desolat ausschauen, wenn es der Situation dient.

Bettina Mittendorfer: Das macht ja die Frauen in dem Film auch aus, dass sie nicht so perfekt sind. Es hat Spass gemacht in den greisligen Jogginganzügen zu tanzen.

Rosalie Thomass: Gisela, da bist du ja eine Vorreiterin. Es kommt jetzt gerade in Mode, dass Frauen im Film nicht nur schön sein müssen. Da gibt es grade eine neue Welle, was Frauen, selbst im schönen Hollywood dürfen und du machst das schon immer so. 

Gisela Schneeberger: Mein erster Kinofilm war "Kehraus". Da hatte ich die Idee, dass ich mir so einen Schaumgummi-Anzug anziehe um dicker zu wirken. Ich glaube wenn die Figur nicht dick gewesen wäre, dann wäre sie nicht die selbe Rolle gewesen. 

Die Figuren sind ja dadurch auch sehr nahbar. Spielt da der Dialekt auch eine Rolle?

Bettina Mittendorfer: Das hilft sehr. Wenn die Figuren im Film keinen Dialekt hätten, wäre es nur halb so lustig. 

Rosalie Thomass: Bei mir ist das andersrum, weil der Dialekt eher etwas Gelerntes ist. Ich muss da mehr arbeiten, damit ich mich wirklich frei fühle mit einem Text. Aber genau das öffnet andere Möglichkeiten. Auf bayerisch kannst du andere Sachen machen. 

Gisela Schneeberger: Ich spreche kein Bayerisch im Alltag. In Freimann bin ich als Kind verhauen worden, weil ich Hochdeutsch gesprochen habe. Am nächsten Tag konnte ich bayerisch. Das ist auch eine Generationenfrage. In Ihrer Generation wird ja sogar auf dem Dorf öfter Hochdeutsch gesprochen, als noch in meiner Jugend. Die ganz Jungen, so die 20-Jährigen sprechen es wieder.

Neulich habe ich in München in einer ganz schicken Boutique eine junge Verkäuferin gehört, die Bayrisch sprach, das fand ich schön.  

Rosalie Thomass: Meine väterliche Familie kommt aus Waging bei Traunstein. Ich kenne das also schon und bin mit dem Dialekt aufgewachsen, darum fällt er mir auch nicht so schwer. Aber ich spreche ihn eben nicht im Alltag.

Der Dialekt feiert ja auch im Kino ein Revival. 

Rosalie Thomass: Das liegt denke ich daran, dass man sich nach etwas Echtem sehnt. Dialekt ist etwas kostbares, das macht etwas mit den Menschen. Man kann sich damit anders ausdrücken und es erzählt einem eine Geschichte über den Menschen, wenn er Dialekt spricht. 

Gisela Schneeberger: Das Bayerische scheint für Film sehr beliebt zu sein. 

Gisela und Rosalie, ihr kommt ja aus Oberbayern, Bettina aber nicht. Macht das beim Spielen einen Unterschied, ob man als Oberbayer oder Niederbayer so eine niederbayerische Rolle verkörpert?

Bettina Mittendorfer: Ich komme aus Niederbayern und wohne da auch jetzt wieder. Aber dazwischen habe ich 13 Jahre in Traunstein gelebt. 

Gibt es da einen Geheimtipp, was man sich in Traunstein mal anschauen muss?

Bettina Mittendorfer: Ich war immer gern auf Maria Eck zum Spazieren gehen. Das ist ein Kraftort. Da ist es total schön.Wenn man schnell in die Natur möchte um die Ruhe zu genießen, dann ist der Ort ideal, da kann man nämlich ganz rauffahren und gut parken.

jv

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT