Schwere Brandstiftung im Filzenexpress nach Wasserburg

„Feuerteufel“ (56) setzt Mülleimer, Sitz und schließlich sich selbst in Brand

Die Spur des „Zündlers“
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Die Spur des „Zündlers“

München / Grafing, Landkreis Ebersberg – Ein 56-Jähriger setzte in Grafing Bahnhof am Montagabend, den 7. September, am Bahnsteig einen Mülleimer und im „Filzenexpress“ sein Hemd und einen Sitz in Brand. Er erlitt dabei selbst schwere Brandverletzungen. Dank schneller Hilfe von DB-Mitarbeitern und zwei Unbekannten kam es zu keinen größeren Schäden.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Ein 56-jähriger Österreicher verursachte in der Nacht zum Dienstag mehrere Einsätze der Bundes- und Landespolizei. Zunächst hatte er in der S4, in der stehenden S-Bahn in Grafing, gegen 20.20 Uhr - ohne Gefahrenlage - die Notentriegelung betätigt und dabei die Plombe beschädigt. Trotz mehrfacher Aufforderung des Triebfahrzeugführers verließ er die S-Bahn nicht. Gegenüber hinzugerufenen Landes- und Bundespolizisten gab er die Sachbeschädigung zu und wurde nach Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten vor Ort entlassen.

Gegen 23 Uhr entzündete der Oberösterreicher Gegenstände in einem Mülleimer am Bahnsteig. Über dem qualmenden Mülleimer wärmte er sich die Hände. Der Lokführer des RB 27383 nach Wasserburg am Inn, der am Gleis 2 stand, bemerkte den qualmenden Mülleimer und nahm ihn in Augenschein. Während des Aussteigens bemerkte er, wie sich der 56-Jährige dem „Filzenexpress“ näherte und in diesem Platz nahm. Gemeinsam mit dem Fahrdienstleiter löschte er mittels Feuerlöscher den Brand. Währenddessen informierten zwei junge Männer die DB-Mitarbeiter darüber, dass im Zug jemand zündelte. Als der Lokführer zum Zug zurückging, qualmte es bereits aus der Türe der Regionalbahn.

Auf einem Sitz saß der 56-Jährige neben einem verkokelten, rauchenden Sitzbezug. Auf dem Boden lag ein zum Großteil verbranntes, vereinzelt noch leicht glühendes Hemd. Zudem wies der Oberösterreicher selbst an diversen Stellen an der Brust, unterm Arm und am Rücken Brandstellen auf. Die beiden mitteilenden, unbekannten jungen Männer hatten zuvor den Brand des Hemdes durch kräftiges Drauftreten weitestgehend gelöscht. Im Abteil des „Filzenexpress“ befanden sich auch noch weitere Reisende.

Ein Rettungswagen lieferte den Oberösterreicher - unter bundespolizeilicher Begleitung - zur Behandlung seiner Brandwunden in ein Münchner Klinikum. Von der Staatsanwaltschaft wurde noch in der Nacht, wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung, eine Richtervorführung angeordnet. Dem Beschuldigten daraufhin am Krankenbett die vorläufige Festnahme ausgesprochen. Diese wurde am Morgen, nach Herunterstufung der Straftat zur Sachbeschädigung mittels Inbrandsetzung, wieder aufgehoben.

Der Mann aus dem Salzkammergut gab an, von einem Drogenentzug aus Nürnberg gekommen zu sein. Er führte aus, unter Entzugserscheinungen zu leiden, deswegen Cannabis und Speed konsumiert zu haben. Derzeit befindet er sich in einer Münchner Klinik. Dort soll der 56-Jährige wegen seiner Brandverletzungen dritten Grades in den kommenden Tagen operiert werden.

Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion München

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