Nach schwerem Güterzugunfall in München

Strecke Richtung Mühldorf Donnerstagabend erneut gesperrt

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München - Kurz nach Mitternacht ist es am 28. April im Bereich des Umschlagbahnhofs München-Riem zu einem schweren Unfall mit Millionenschaden gekommen. Dort ist ein Güterzug entgleist. Die Behinderungen auf der Bahnstrecke München - Mühldorf finden am 9. Mai ein Ende.

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Update, 8. Mai, 16.41 Uhr - Strecke am Donnerstag ab 19 Uhr gesperrt

Am Donnerstag, den 10. Mai kann der Zugverkehr auf der Strecke Mühldorf – München zunächst wieder planmäßig aufgenommen werden. Es muss aber beachten werden, dass an Christi Himmelfahrt die Züge nach dem ausgedünnten Feiertags-Fahrplan verkehren. 

Da die Reparaturarbeiten an der Oberleitung aber noch nicht final abgeschlossen werden konnten, muss der Streckenabschnitt Markt Schwaben – München Ost erneut von Donnerstag, 10. Mai, 19 Uhr bis Freitag, 11. Mai, 5 Uhr gesperrt werden. Zwischen Markt Schwaben und München Ost (Friedenstraße) wird ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. 

Alle aktuellen Ersatzfahrpläne und weitere Informationen sind

hier

zu finden. Der Kundendialog ist unter der Telefonnummer 08631/609333 in den nächsten Tagen folgendermaßen zu erreichen:

Montag bis Mittwoch von 8 bis 20 Uhr

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mz mit Material der Südostbayernbahn

Update, 7. Mai, 16.10 Uhr - erneute Sperrung der Strecke

Vom 8. Mai, 21 Uhr, bis zum 9. Mai, 6 Uhr, muss noch einmal der Streckenabschnitt zwischen Markt Schwaben und München-Ost komplett gesperrt werden, um final die durch die Güterzugentgleisung verursachten Schäden zu beheben.

Für die betroffenen Züge wird ein Schienenersatzverkehr zwischen Markt Schwaben und München-Ost (Friedenstraße) eingerichtet.

Ab Mittwochmittag stehen bereits wieder zwei Gleise zur Verfügung. Im Laufe des Nachmittags können daher bereits zusätzliche Züge gefahren werden. Ab Donnerstag verkehren mit Betriebsbeginn die Züge wieder planmäßig.

Alle aktuellen Ersatzfahrpläne und weitere Informationen sind hier zu finden. Der Kundendialog ist unter der Telefonnummer 08631/609333 in den nächsten Tagen folgendermaßen zu erreichen: Montag bis Mittwoch von 8 bis 20 Uhr.

Pressemitteilung der Südostbayernbahn

UPDATE, Donnerstag, 12.05 Uhr - Behinderungen bis nächste Woche

Die Behinderungen auf der Bahnstrecke München - Mühldorf werden wohl noch mindestens bis Mitte nächster Woche andauern. Das berichtet der Bayerische Rundfunk. Nach dem Unfall müssen mehrere Weichen komplett ersetzt werden. Andere müssen repariert werden. Genauso müssen Schienen und Schwellen erneuert werden.

Deswegen ist bis Mittwoch, 9. Mai, nur ein Gleis (von vieren) befahrbar. Bei der Südostbayernbahn fahren nur am Morgen und am Nachmittag vereinzelte Züge zwischen Mühldorf und München und halten an allen Stationen. Die anderen Züge verkehren nur zwischen Mühldorf und Markt Schwaben. Es gibt einen Schienenersatzverkehr.

UPDATE, 11.35 Uhr - War ein "Hemmschuh" die Ursache?

Nach bisherigen Ermittlungen der Bundespolizei München war ein sogenannter "Hemmschuh" ursächlich für die Entgleisung des Güterzuges. An der Unfallstelle wurden zwei "Hemmschuhe", einer davon in einer Weiche liegend, entdeckt. Die weiteren Ermittlungen richten sich nun darauf, ob der korrekte Betriebsablauf gegeben war und warum die "Hemmschuhe" vor Abfahrt des Güterzuges nicht entfernt worden waren.

Der Güterzug 69150 verließ gegen Mitternacht den Umschlagbahnhof. Die elektrische Lokomotive zog 25 Containerauflieger (Gesamtlänge etwa 668 Meter). Der Zug hatte 120 beladene und acht leere Achsen bei einem Ladungsgewicht von rund 940 Tonnen. Das Gesamtgewicht betrug etwa 1.580 Tonnen. Der Güterzug war zu 86 % ausgelastet. 

Der Sachschaden wird seitens der Deutschen Bahn inzwischen auf rund vier Millionen Euro geschätzt. Die Unfalllok wurde, wie auch die ersten beiden Containerauflieger, sehr stark im Bereich des Unterbodens und der Drehgestelle beschädigt. Die betroffenen Fahrzeuge mussten mittels Kran aus dem Gleisbereich gehoben werden. Sie waren nicht mehr fahrbereit.

Die betroffenen Gleise (Auszugsgleis zum Umschlagbahnhof, Strecke München Ost - Mühldorf am Inn / Simbach am Inn) wurden sehr stark beschädigt. Schienen, Schwellen, Weichen, Schienenschrauben, Weichenmotor, Betriebskabel und Magneten sowie Schotterbett wurden zerstört bzw. massiv in Mitleidenschaft gezogen.

So könnte sich der Unfall abgespielt haben:

Nach derzeitigem Ermittlungsstand konnte bislang folgender Tathergang rekonstruiert worden: Es muss davon ausgegangen werden, dass die Zugsicherung am GZ 69150 im Umschlagbahnhof mittels "Hemmschuhen" am ersten Containerauflieger vorgenommen und diese vor Abfahrt pflichtwidrig nicht entfernt worden waren.

Beim Anfahren des Güterzuges wurden die Sicherungskeile mitgeschleift. Schließlich verkantete bzw. verkeilte sich einer der Sicherungskeile unter dem Zug in einer Weiche. Dadurch wurde eines oder mehrere Drehgestelle aus der Spur gehoben, was im Verlauf der Fahrt zur Entgleisung und dem Schadenseintritt führte.

Die Fertigstellung des Zuges, das Ankoppeln der Lok und die Freimeldung lagen im Verantwortungsbereich mehrerer Personen, die für den korrekten Betriebsablauf verantwortlich waren. Bei einer ordnungsgemäßen und sorgfältigen Überprüfung des Zuges vor Fahrtantritt hätten die "Hemmschuhe" auf den Gleisen bemerkt werden müssen. Die Bundespolizei ermittelt derzeit gegen die am Betriebsablauf verantwortlichen Mitarbeiter wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Hinweise auf weitere mögliche Ursachen, wie zum Beispiel das Einwirken einer oder mehrerer Betriebsfremder, gibt es derzeit nicht. Es gilt als nahezu ausgeschlossen. Zum derzeitigem Ermittlungsstand ist auch ein technischer Defekt unwahrscheinlich.

Die Lokomotive sowie die beiden entgleisten Containerauflieger sind mitterweile geborgen. Aufgrund der Instandsetzungsarbeiten im Gleisbereich ist der Zugverkehr am Mittwochmorgen auf der Strecke teilweise eingleisig wieder angelaufen.

UPDATE, Mittwoch 8 Uhr: Ersatz-Fahrplan für Mittwoch

„Die Reparaturarbeiten laufen auf Hochtouren“, meldete die Bahn am Dienstag. Seit Sonntag hatte die Bahn einen Schienenersatzverkehr mit Taxen und „Schnellbussen“ eingerichtet, der bis Dienstag allerdings nur teilweise klappte. Eine Reisende gegenüber unserem Partnerportal tz.de: „Zuerst hieß es, man soll am Leuchtenbergring in den Schienenersatzverkehr umsteigen. Dann hieß es, in Trudering. Dort warteten wir dann auf die Busse oder Taxen. Es kam genau ein Taxi, um das sich die Leute prügelten.“

Mittlerweile konnte ein Kran die Lok und die beiden Wagen, die über die Gleise hinausgeschossen waren, wieder auf die Schienen heben. Laut Bahn müssen nun zig Schwellen und mehrere hundert Meter Schienen sowie ein Dutzend Weichen zwischen Feldkirchen und Riem erneuert werden. Zudem sei ein Oberleitungsmast samt Fundament zerstört.

Wie eine Bahnsprecherin am Dienstag mitteilte, steht für diesen Mittwoch ein Ersatz-Fahrplan fest. Ein Gleis von vieren könne wieder genutzt werden - wenn auch „stark eingeschränkt“. Einzelne Züge fahren durch nach München Ost, zwischen Markt Schwaben und Ostbahnhof müssen ansonsten weiterhin Ersatzbusse verkehren. Genauer Ersatzfahrplan: siehe www.suedostbayernbahn.de.

Grundsätzlich rät die Bahn nach wie vor, über Rosenheim oder Landshut zu fahren, oder die Reise gleich „auf einen anderen Tag verschieben“. Auch für die S-Bahnen wurden am Dienstag Ersatzpläne erarbeitet. Die Bahn-Sprecherin: „Informieren Sie sich am besten kurzfristig online.“ Informationen zur Unfallursache liegen derweil noch immer nicht vor.

UPDATE, 7.30 Uhr: Aufwendige Bergung

Nachdem in der Nacht auf Samstag am Umschlagbahnhof München-Riem entgleist ist, ist die Bahnstrecke zwischen München und Mühldorf am Inn weiterhin gesperrt. 

Zwischen München-Ost und Feldkirchen können auch weiterhin noch keine Züge fahren. Für die Münchner S2 heißt das: Zwischen Erding und Heimstetten verkehren nach Auskunft der Bahn zwei S-Bahnen im Pendelverkehr. Die S-Bahnen aus Richtung Petershausen/Altomünster fahren bis München-Ost und enden dort vorzeitig. Zwischen Trudering und Markt Schwaben setzt die Bahn Busse und Taxis ein.

Reisende in Richtung Erding sollen die Linien S4/S6 Richtung Ebersberg bis Trudering nutzen und dort in den Schienenersatzverkehr umsteigen. Reisende in Richtung Innenstadt bittet die Bahn, mit dem Schienenersatzverkehr bis Trudering zu fahren und dort in die Linien S4/S6 Richtung Geltendorf/Tutzing umzusteigen.

Experten der Deutschen Bahn, des Eisenbahnbundesamts und der Bundespolizei untersuchten am Wochenende die Unfallstelle, jetzt kann mit den Bergungsarbeiten begonnen werden.

UPDATE, 17.25 Uhr - Pressemitteilung der SOB

Aufgrund der Entgleisung eines Güterzuges ist der Abschnitt Markt Schwaben - München Ost weiterhin gesperrt. Auf unserer Internetseite finden Sie den Ersatzfahrplan für die Strecke Mühldorf - Markt Schwaben für Montag, den 30. April.

Bitte beachten Sie: Zwischen Mühldorf und Markt Schwaben verkehren die Züge nur im Stundentakt. Die Zwischenlagen entfallen. Alle Züge beginnen und enden in Markt Schwaben. Schienenersatzverkehr der Südostbayernbahn SOB besteht jedoch von/bis Hörlkofen, da die Autobahn dort günstiger liegt. Die SOB-Busse fahren zwischen Hörlkofen und München-Ost (Friedenstraße) ohne Zwischenstopp.

Ab Markt Schwaben können Sie die Ersatzbusse der S-Bahn für die dazwischenliegenden S-Bahn-Stationen nutzen.

Da die Buskapazitäten eingeschränkt sind, empfehlen wir über Landshut beziehungsweise Rosenheim zu fahren oder wenn möglich, die Reise zu verschieben. Die Tickets werden auch auf den Strecken über Landshut beziehungsweise Rosenheim anerkannt. Falls Sie Ihre Reise nicht antreten wollen, wenden Sie sich bitte bezüglich der Ticketrückgabe an unseren Kundendialog: sob-kundendialog@deutschebahn.com.

Pressemitteilung der Südostbayernbahn

UPDATE, Sonntag, 11.45 Uhr - Bahnstrecke sogar bis Dienstag dicht

Unser Partnerportal tz.de berichtet am Sonntagvormittag, dass der Zugverkehr zwischen München-Ost und Markt Schwaben entgegen erster Angaben sogar bis Dienstag unterbrochen bleiben wird. Betroffen davon sind die S-Bahn-Linie 2 und die Züge auf der Bahnstrecke Richtung Mühldorf.

Unterdessen wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet, der laut Informationen von vor Ort inzwischen ziemlich stabil laufen soll. Reisende aus Richtung München Ostbahnhof fahren jetzt bis Trudering, aus Richtung Erding bis Markt Schwaben. Zwischen Trudering und Markt Schwaben ist ein Ersatzverkehr mit Taxen eingerichtet. Zusätzlich fahren Express-Busse ohne Zwischenhalte.

Die Fotos, die rosenheim24.de zwischenzeitlich erreicht haben, zeigen das ganze Ausmaß des Schadens. Die Bundespolizei hatte bereits am Samstag von einem "Millionenschaden" gesprochen.

Güterzug entgleist bei München-Riem

UPDATE, 13.30 Uhr - Ursache unklar, SEV offenbar holprig

Die Unfallursache ist weiterhin unklar. Diese soll nun durch umfangreiche Erhebungen seitens der Deutschen Bahn, Eisenbahnbundesamt und Bundespolizei ermittelt werden. 

Unterdessen gibt es vor allem auf Facebook Klagen von Fahrgästen, die sich entweder zu wenig informiert fühlten oder sich über eine "zu geringe Anzahl von Taxis für sehr viele Fahrgäste" im Schienenersatzverkehr beschwerten.

UPDATE, 10.15 Uhr - Bahnstrecke bis Montag gesperrt

Wie die Deutsche Bahn soeben bekannt gab, bleibt der Zugverkehr zwischen den Bahnhöfen München-Ost und Markt Schwaben voraussichtlich bis Montagmittag unterbrochen!

Ein Ersatzverkehr mit Taxen und Bussen verkehrt zwischen München Ostbahnhof und Markt Schwaben. Reisende werden im Zug über Ansagen, auf den Bahnhöfen über Durchsagen sowie per Anzeigentafel informiert. Zudem sind Reisendenlenker vor Ort, um den Fahrgästen zu helfen. Fahrgäste sollten sich auf Verspätungen und längere Wartezeiten einstellen.

Die ebenfalls betroffene Südostbayernbahn aus Richtung Mühldorf fährt nur von und bis Markt Schwaben. Reisenden in Richtung München wird empfohlen, über Landshut oder Rosenheim zu fahren. Fahrkarten für die Strecke sind auch in den Zügen von DB Regio, Alex und des Meridians gültig.

Die Erstmeldung:

Der Güterzug 69150, der rund 400 Meter lang und auf dem Weg nach Bremerhaven war, ist auf freier Strecke entgleist, wobei vier Fahrspuren erheblich beschädigt wurden. Die Lok wurde sehr stark beschädigt. Es entgleisten zwei Waggons. Ein Oberleitungsmast wurde aus der Verankerung gerissen, wodurch die Oberleitung auf etwa 70 bis 80 Meter Länge heruntergerissen wurde. Zudem wurden die Bahnanlagen im Bereich der Gleise, Schienenschwellen sowie Signale beschädigt

Nach dem Unfall bei Kilometer 6,8 kam die Spitze des Zuges schließlich bei Bahnkilometer 7,7 zum Stehen. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt. Auch der Lokführer kam mit dem Schrecken davon. Das teilte die Bundespolizei am Vormittag mit.

Auch Strecke München - Mühldorf betroffen

Wegen des Unfalls musste die Bahnstrecke in diesem Bereich total gesperrt werden. Davon betroffen ist auch die Strecke München - Mühldorf. Derzeit können keine Züge direkt nach Mühldorf fahren. Laut den Störungsmeldungen der Deutschen Bahn können Reisende, die Richtung Mühldorf fahren wollen, in Landshut umsteigen, um dann Richtung Mühldorf weiter zu fahren.

Auch im Münchner S-Bahn-Verkehr kommt es wegen des Unfalls zu massiven Behinderungen. Betroffen hiervon ist laut unserem Partnerportal tz.de vor allem die Linie S2. Die Züge der S2 aus Richtung Erding verkehren bis Feldkirchen und enden dort vorzeitig. Die Züge aus Richtung Petershausen/Altomünster verkehren bis München Ost und enden vorzeitig.

Deutsche Bahn, Eisenbahnbundesamt und Bundespolizeiermittler sind vor Ort, um Beweismittel zu sichern, den Unfall aufzunehmen und die Ursache zu ermitteln. Zwei schaulustigen Jugendlichen musste bereits ein Platzverweis erteilt werden.

Bundespolizei München/mw

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