Zum Thema „Heimat“...

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Hildegard Hoffmann – Eindrücke von der „Heimat-Veranstaltung“ im Bayerischen Landtag.

München - Zum Thema „Heimat“ organisierte der Bayernbund eine Vortragsveranstaltung im Bayerischen Landtag mit illustren und kompetenten Gästen aus Wirtschaft, Kultur und Politik.

Hildegard Hoffmann – Eindrücke von der „Heimat-Veranstaltung“ im Bayerischen Landtag.

Referent war der frühere Intendant des Bayerischen Rundfunks, Prof. Dr. Albert Scharf. Der Bayerische Trachtenverband war mit Ehrenvorsitzendem Otto Dufter, Landesvorsitzendem Max Bertl sowie weiteren Mitgliedern des Vorstands und mit Sachgebiets- und Gauvorständen stark vertreten.

Bayernbund-Vorsitzender Adolf Dinglreiter sagte in seinen einführenden Grußworten: „Wir wissen, je weiter die Welt wird, je mehr sich der Horizont und der Handlungsraum der Menschen in unserem Land erweitert, umso wichtiger wird wieder das Nahe, das Nächstliegende, der Raum der Geborgenheit und der Vertrautheit, den wir Heimat nennen“. Der Bayernbund hat sich vorgenommen, das Thema „Heimat in Bayern“ in nächster Zeit in seinen Kreisverbänden mit den Menschen vor Ort zu diskutieren, die Veranstaltung im Landtag war sozusagen der Auftakt für eine Reihe von „Heimat-Veranstaltungen“. Prof. Dr. Scharf, der bereits mehrfach mit Veröffentlichungen zum Thema „Heimat“ auf sich aufmerksam gemacht hatte, bezeichnete „Heimat“ als fast unübersetzbares deutsches Wort mit einem besonderen Gemütswert. Prof. Scharf zitierte in seinen Betrachtungen unter anderem Walter von Cube, der 1981 in „Mein Vaterland“ ganz bissig festhielt: „Bayern ist voller Alpen, die Alpen voller Almen, die Almen voller Sennerinnen und diese voller Unschuld“. Im Vergleich zu diesen Klischee-Bezeichnungen formulierte Scharf die „Heimat-Betrachtungen“ von Papst Benedikt XVI als heiter und lebensfroh, aber auch als still, unaufdringlich und zurückhaltend. Weiters fragte sich der Referent: „Ist Heimat nur noch eine Kuriosität aus praeglobalisierter Zeit, ein Stück Nostalgie für die im Tal der Fortschrittsverweigerer und Zukunftslosen zurückgebliebenen Gestrigen und Vorgestrigen – sozusagen ein Traum?“. Und Prof. Scharf antwortete gleich selbst indem er sagte: „Nein, Heimat ist handgreifliche, täglich erlebbare Wirklichkeit. Aber so wohltuend es ist, wenn man in einer Heimat lebt, ein zertifizierter Wohlfühlort ist sie nicht. Heimat ist wie das Leben selbst: Freude und Leid, Sorge und Hoffnung!“. Heimat stiftet Gemeinschaft und schafft Identität in Sprache, Ausdruck, Form, Brauchtum, Musik, Literatur, Baugesinnung, in der Art, das Leben im Jahreslauf zu leben und in der Art, zu arbeiten und zu feiern, dabei ist die wichtigste Eigenart die Sprache – so Prof. Scharf weiter.

In der Diskussion und freien Aussprache erhielt Landesvorsitzender Max Bertl vom Bayerischen Trachtenverband für seine Definition von HEIMAT viel Applaus nachdem er die einzelnen Buchstaben des Wortes den Begriffen Halt, Erde, Identität, Menschen, Andenken (Erinnerung) und Treue zuordnete. Prälat Josef Obermaier ergänzte die Ausführungen von Max Bertl mit dem Satz: „Ohne Vision einer ewigen Heimat gibt´s koa g´scheide Heimat“.

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