Nach spektakulärer Flucht aus Stadelheim im Februar

Hinrichtung im Sportwagen: Prozess gegen „Porsche-Mörder“ (24) in München gestartet

Auftakt im Prozess um Mord in Sportwagen
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Der Angeklagte, der einen anderen Mann in einem Sportwagen getötet haben soll, steht im Hochsicherheitsgerichtssaal des Oberlandesgerichts neben seiner Rechtsanwältin Daniela Gabler. Der 24-Jährige ist angeklagt, weil er einen Mann, bei dem er 8000 Euro Schulden hatte, in dessen Sportwagen dreimal in den Kopf geschossen haben soll.

Im März 2020 wurde die Leiche eines jungen Mannes in München in einem Sportwagen gefunden, getötet mit drei Kopfschüssen. Jetzt steht der mutmaßliche Täter, ein 24-jähriger Barkeeper, vor Gericht.

München - Am 18. März 2020 wurde ein 25-jähriger Mann in seinem Sportwagen der Marke Porsche mit drei Schüssen in den Kopf regelrecht hingerichtet. Neun Tage später, am 27. März 2020, wurde ein damals 23 Jahre alter Barkeeper aus München von einem Sondereinsatzkommando festgenommen.

Anklage vor dem Oberlandesgericht München

Am Montag, 26. April 2021, wurde der Prozess gegen den inzwischen 24 Jahre alte Tatverdächtigen am Oberlandesgericht München eröffnet. Die Anklage lautet Mord. Der Barkeeper soll das Opfer getötet haben, damit er 8000 Euro Schulden nicht zurückzahlen musste. Angeblich ging es um Kokaingeschäfte.

Hinrichtung im Porsche

Der 24-Jährige wird beschuldigt, dem 25-Jährigen bei der Geldübergabe im Sportwagen des Opfers kaltblütig und aus nächster Nähe drei Mal in den Kopf geschossen (Plus-Artikel) zu haben - wohl um sicherzugehen, dass sein Opfer den Angriff nicht überleben würde. Kurze Zeit nach der Tat entdeckte eine Spaziergängerin die blutüberströmte Leiche des Mannes auf dem Fahrersitz seines Porsche Panamera.

Beweise sprechen gegen Angeklagten

Es liegen Beweise vor, dass der Angeklagte mit dem Opfer kommuniziert hatte und mit diesem am Tatort verabredet war. Außerdem wurden nach Angaben der Ermittler im Auto Spuren gefunden, die den Barkeeper weiter belasten. Spezialeinsatzkräfte nahmen ihn damals in der Wohnung seiner Freundin fest.

Vor der kaltblütigen Tat ist der gebürtige Münchner nur wegen Fahrens ohne Führerschein oder Schwarzfahrens aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft ist aber davon überzeugt, dass der Angeklagte das Opfer heimtückisch und aus Habgier umgebracht hat.

Filmreife Flucht aus Stadelheim im Februar 2021

Doch nicht nur der Mordfall machte Schlagzeilen: Der Angeklagte floh im Februar 2021 in einer filmreifen Aktion aus der Justizvollzugsanstalt Stadelheim (Plus-Artikel), wo er in Untersuchungshaft sitzt. In einem Lastwagen versteckt konnte er aus dem Gefängnis fliehen, aber seine Flucht war nur von kurzer Dauer. Er wurde nach einer Großfahndung noch am selben Tag von der Polizei wieder gefasst. Es wird davon ausgegangen, dass der mutmaßliche Mörder bei seiner Flucht Hilfe von einem Mitgefangenen hatte.

Prozess im Hochsicherheitssaal

Der Prozess findet nach dem spektakulären Vorfall in Stadelheim unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt. Zwölf Verhandlungstage sind angesetzt. Der Verhandlungsauftakt findet im Hochsicherheitssaal der Münchner Justiz im Keller der Justizvollzugsanstalt statt.

bcs mit Material der dpa

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