Im Münchner Ortsteil Bogenhausen

Streit zwischen Nachbarn eskaliert: Grund ist ein Hahn, Laub und ein Drohbrief

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München - Ein kurioser Nachbarschaftsstreit beschäftigte zunächst das Zivilgericht, später das Schöffengericht. Es ging um gackernde Hühner, Laub und einen Brief mit der Drohung das Haus des Nachbarn anzuzünden.

Zwei Abteilungen des Münchner Amtsgerichts mussten sich mit einem skurrilen Nachbarschaftsstreit im Münchner Ortsteil Bogenhausen auseinandersetzen. Begonnen hatte alles im Sommer 2017, als sich ein 58-jähriger Privatier einen Hahn und mehrere Hennen zugelegt hatte. Seinem Nachbarn passten allerdings die neuen tierischen Nachbarn nicht, da der Hahn täglich ab vier Uhr morgens laut zu krähen begann und die Hühner den ganzen Tag vor sich hin gackerten, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.


Der 58-Jährige ließ die Anschuldigungen des Nachbarn nicht auf sich sitzen und begann damit, Laub aus seinem Garten, der von seinem Baum des Nachbarn hinunterfiel, über den Zaun auf dessen Grundstück zu werfen. Weil der Privatier trotz der Aufforderung des Nachbarn nicht damit aufhörte, kam es vor dem Zivilgericht am Amtsgericht München zur Verhandlung. Die Richterin entschied beide Male für den Nachbarn, da die Hühnerhaltung keine "ortsübliche Nutzung" darstelle und der 58-Jährige sich über das Laub nicht beschweren dürfe, wie weiter berichtet wird.

Der Streit eskalierte nach dem Urteil

Doch wer jetzt dachte, der Streit sei damit beendet, der irrt sich gewaltig. Der Zwist erreichte jetzt sogar eine neue Stufe. Am Abend nach dem Richterspruch verfasste der 58-Jährige einen Brief an seinen Nachbarn, in dem er ihm drohte, sein Haus abzufackeln, sollte er seine Klage vor dem Zivilgericht nicht zurückziehen. Außerdem wollte der 58-Jährige 10.000 Euro erhalten. Erneut klagte der Nachbar den Mann an und diesmal trafen sich beide vor dem Schöffengericht am Amtsgericht München.


Den ersten Verhandlungstermin ließ der Privatier unentschuldigt sausen, weshalb ein Haftbefehl gegen ihn erlassen wurde und er einen Tag im Gefängnis verbringen musste. Vor Gericht gestand der 58-Jährige die Vorwürfe, er habe den Brief nach fünf Bier verfasst und wollte seinen Nachbarn nur Angst einjagen. Der 58-Jährige wurde wegen versuchter räuberischer Erpressung zu sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und er muss 3.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung bezahlen.

ma

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