Frau täuscht Vergewaltigung vor

Münchner (40) bietet Frauen Jobs in erfundenem Rotlicht-Club und macht Nacktbilder

Zwischen dem 1. Februar und dem 22. März 2018 suchte ein 40-Jähriger aus München nach Frauen, die in seinem neuen Rotlicht-Club arbeiten sollte. Den hatte er jedoch erfunden. Er wurde nun rechtskräftig verurteilt.

Die Pressemeldung des Polizeipräsidiums München im Wortlaut

München - Im Zeitraum vom 1. Februar 2018 bis 22. März 2018 suchte ein 40-Jähriger mit Wohnsitz im Landkreis München nach Frauen, die in einem neuen Rotlicht-Club für ihn arbeiten sollten.  Hierbei handelte es sich um eine frei erfundene Geschichte des 40-Jährigen.  

Hierauf meldeten sich acht Frauen im Alter zwischen 22 bis 38 Jahren. Es wurden Treffen in der Wohnung des 40-Jährigen vereinbart. Um mehr Vertrauen bei den gutgläubigen Frauen aufzubauen, gab er zudem vor, dass eine fiktive Frau mit ihm zusammenarbeiten würde, die ausschließlich schriftlich mit den Bewerberinnen in Kontakt tritt. In Wirklichkeit tätigte der 40-Jährige jeglichen Schriftverkehr selbst.  

Im Rahmen des jeweiligen Castings fertigte er Fotos, zum Teil auch Nacktbilder und  Aufnahmen der Frauen in Dessous, an. Dies tat er unter dem Vorwand, dass die Bilder für die “Sitte“ benötigt würden.

Es kam auch zu vermeintlich ungewollten sexuell motivierten Berührungen gegenüber den Frauen. Zudem versprach er ihnen einen hohen Bargeldbetrag für das Erstellen von pornografischen Bildern und Videos. Drei der Frauen ließen sich hierauf ein, den Geldbetrag erhielten sie nie.  Einige Frauen erstatteten daraufhin Strafanzeige gegen den 40-Jährigen.  

Eine 25-Jährige gab gegenüber der Polizei an, dass sie mit den Aufnahmen zum Sex mit dem 40-Jährigen gezwungen wurde. Hier wurde von einem Sexualdelikt ausgegangen. Erst in der Gerichtsverhandlung räumte die 25-Jährige ein, dass der Geschlechtsverkehr nicht erzwungen war. Gegen sie wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet. Dieses Ermittlungsverfahren läuft aktuell noch.

Eine der Frauen forderte die anderen dazu auf, auch anzugeben vergewaltigt worden zu sein. Gegen sie wurde ein Strafverfahren wegen der falschen Verdächtigung eingeleitet.  Dieses läuft ebenfalls noch.  

Im rechtskräftigen Urteil des Landgerichts München wurde der 40-Jährige am 15. Dezember 2020,  zu drei Jahren und zwei Monate Freiheitsstrafe wegen acht Fällen des Betruges in Tatmehrheit mit sexueller Belästigung verurteilt. 

Pressemeldung des Polizeipräsidiums München

Rubriklistenbild: © Boris Roessler/dpa

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