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An Dr. Ilse von zur Mühlen und Prof. Dr. Robert Schmidt

Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik in München verliehen

Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume und Frau Dr. Ilse von zur Mühlen
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Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume und Frau Dr. Ilse von zur Mühlen

In München wurde am Donnerstag (17. März) das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

München – Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume händigte am Donnerstag (17. März) in München das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an die Kunsthistorikerin Frau Dr. Ilse von zur Mühlen und den ehemaligen Präsidenten der Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten und früheren Leiter des Netzwerks „hochschule dual“ Prof. Dr. Robert Schmidt aus.

Frau Dr. Ilse von zur Mühlen

„Als Pionierin der Provenienzforschung haben Sie sich große Verdienste um unsere demokratische und freiheitliche Gesellschaft erworben! Denn die Erforschung der Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern ist ein Dienst an Recht und Wahrheit – und damit an Frieden, Freiheit, Menschlichkeit und Demokratie. Welch dramatische Folgen falsche historische Deutungen haben können, mussten wir in den vergangenen Wochen bei der Legitimation eines Kriegs in Europa bestürzt mit ansehen.

Ihre oft langwierige Arbeit trägt hingegen wesentlich zur Übernahme der historischen Verantwortung Deutschlands für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte bei: Gegen das Vergessen und für eine lebendige Erinnerung, die in die Zukunft wirkt!“, betonte Kunstminister Markus Blume. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und ihrer Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München übernahm Dr. Ilse von zur Mühlen 1999 bei den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen die bundesweit erste Stelle für Provenienzforschung in einer kulturgutbewahrenden Einrichtung.

Im Anschluss arbeitete von zur Mühlen für amerikanische Institutionen und die Deutschbaltische Kulturstiftung in Lüneburg. Von 2012 bis 2020 war sie wieder für den Freistaat Bayern tätig und erforschte unter anderem am Bayerischen Nationalmuseum die Herkunft von Werken aus dem ehemaligen Besitz des nationalsozialistischen Kriegsverbrechers Hermann Göring. 2000 gründete von zur Mühlen mit drei weiteren Forscherinnen den zunächst informellen „Arbeitskreis Provenienzforschung“. Dies trug maßgeblich zur Professionalisierung des fachlichen Dialogs und zur nationalen und internationalen Vernetzung Provenienzforschender bei.

Nachdem der Arbeitskreis zunächst als offenes Experten-Netzwerk tätig war, wurde 2014 der gemeinnützige Verein „Arbeitskreis Provenienzforschung“ gegründet. Der Arbeitskreis regte auch die Einrichtung der von Bund und Ländern gemeinsam finanzierten „Arbeitsstelle für Provenienzforschung“ im Jahr 2008 an und organisierte 2019 erstmalig einen „Internationalen Tag der Provenienzforschung“.

Der Forschungsschwerpunkt des Arbeitskreises lag zuerst auf NSverfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut. Mittlerweile engagiert er sich in weiteren Aufgabenfeldern wie der Erforschung von Kulturgut, das in der Sowjetischen Besatzungszone oder DDR enteignet wurde, sowie der Provenienzerforschung von öffentlichem oder privatem Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten.

Prof. Dr. Robert Schmidt

„Denken, erfinden, umsetzen: Diesen Geist unserer Hochschulen für angewandte Wissenschaften haben Sie als Präsident der HAW Kempten gelebt und verwirklicht. Als erster Leiter des Netzwerks ‚hochschule dual‘ haben Sie zudem Pionierarbeit für die gesamte bayerische Hochschullandschaft geleistet. Die HAW Kempten hat während Ihrer Amtszeit von 2002 bis 2019 einen fulminanten Aufstieg erlebt. Die Zahl der dort Studierenden hat sich von circa 2500 auf circa 6000 mehr als verdoppelt und die Anzahl der Studiengänge wurde von acht auf achtunddreißig beinahe verfünffacht.

Wissenschafts- und Kunstminister Markus Blume und Prof. Dr. Robert Schmidt (links)

Bei Ihrem Amtsantritt gab es praktisch keine Forschungstätigkeiten an der damals reinen Lehranstalt. Inzwischen ist die Hochschule Kempten mit fast 100 Forschungsprojekten unter anderem zu Zukunftsthemen wie Elektromobilität oder Batterieforschung eine echte Impulsgeberin für den Fortschritt im Hightech-Land Bayern!“, sagte Wissenschaftsminister Markus Blume.

Neben der erfolgreichen Entwicklung und dem Ausbau der Hochschule Kempten war Prof. Dr. Robert Schmidt seit der Gründung des Netzwerks „hochschule dual“ 2006 zehn Jahre als dessen Leiter maßgeblich an der Etablierung des dualen Studienmodells in Bayern beteiligt. Dieses kombiniert ein qualitativ hochwertiges Hochschulstudium mit dem Erwerb praktischer Fertigkeiten in der Wirtschaft.

Während der Leitung des studierten Wirtschaftswissenschaftlers Schmidt hat sich die Zahl der dual Studierenden mehr als verzehnfacht und heute kooperieren über 1600 Unternehmen in Bayern mit den Hochschulen. Als Gütesiegel für duale Studiengänge steht die Marke „hochschule dual“ somit für unverzichtbaren Wissenstransfer im Freistaat.

Als Präsident in Kempten engagierte Prof. Dr. Robert Schmidt sich unermüdlich, um durch einen Ausbau die dringend nötigen räumlichen Kapazitäten und damit optimale Studienbedingungen an der expandierenden Hochschule zu schaffen. Dabei gelang es ihm, politische und gesellschaftliche Entwicklungen vorherzusehen und daraus die richtigen Entscheidungen für die Ausrichtung der Hochschule Kempten abzuleiten.

Sein Führungsstil war immer auf Zusammenarbeit ausgelegt. Darüber hinaus erwarb sich Schmidt große ehrenamtliche Verdienste im kirchlichen Bereich. Als Mitglied des Kirchenvorstands gestaltet er seit dem Jahr 2000 die Geschicke der St.-Mang- Kirchengemeinde in Kempten mit und ist seit 2003 1. Vorsitzender des Vereins „Freundeskreis St.-Mang-Kirche“, dessen Ziel die Erhaltung und Pflege der St.-Mang-Kirche und des geistlichen Lebens in ihr ist. Zudem ist Schmidt seit 2012 ehrenamtlich als Mitglied des Verwaltungsrats des „Diakonischen Werks / Johannisverein Kempten Allgäu e. V.“ aktiv, als dessen Vorsitzender er für die Wahlperiode 2017 bis 2022 gewählt wurde.

Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst

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