24 Migranten auf Güterzügen erwischt

Jetzt spricht ein Bundespolizist über die Einsätze in München

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München - Am Sonntag fasste die Münchener Polizei 24 Migranten auf Güterzügen, die illegal und auf gefährliche Weise von Italien nach München kommen wollten. Und es könnten noch mehr werden.

Am vergangenen Wochenende sind wieder 24 Migranten hinzugekommen. Die Münchener Bundespolizisten haben sie auf Güterzügen am Rangierbahnhof München-Nord und dem Ostbahnhof gefunden. Oft harren die Migranten stundenlang unter den Waggons, meist auf Lastwagenaufliegern aus - und riskieren dabei ihr Leben. Rund 400 Menschen sind 2017 bereits auf Güterzügen nach München gekommen, informiert die Bundespolizeiinspektion am Wochenende.

Unser Partnerportal tz.de hat mit einem Bundespolizisten über die Situation gesprochen. "Seit ein paar Wochen nehmen die Fälle wieder zu", resümiert Michael Sowa, der seit 1995 bei der Dienststelle am Ostbahnhof arbeitet. Flüchtlinge auf Zügen kennt er bereits aus Zeiten des Irakkrieges.

Mit den sinkenden Temperaturen könnte auch die Zahl derer wieder steigen, die die gefährliche Reise nach Deutschland auf sich nehmen. Die wenigsten Migranten wissen, wo genau sie sich befinden. "Einige kommen freiwillig zu uns, manch einer stellt sich schlafend, um nicht erwischt zu werden. Andere rennen davon", sagt der 48-Jährige.

Zwei Einsätze hintereinander am Sonntag

Erst am vergangenen Sonntagmorgen hat ein Fahrdienstleiter Menschen auf dem Gleis bemerkt. Am Ende sind acht Menschen aus afrikanischen Ländern wie Nigeria gefunden worden. Zudem ist wegen der Suchaktion der Münchener Ostbahnhof für rund anderthalb Stunden gesperrt worden.

Etwa zweieinhalb Stunden später wiederholte sich eine Suchaktion am Rangierbahnhof-Nord. Am Ende sind 16 Menschen entdeckt worden. Und kontrolliert. "Wir nehmen Fingerabdrücke, um festzustellen, ob die Personen wiederholt eingereist sind oder ob nach ihnen gefahndet wird", erklärt Michael Sowa.

Auch an den Bahnhöfen in Raubling und Rosenheim haben in der Vergangenheit immer wieder Güterzugkontrollen stattgefunden. Auch hier sind 2017 bereits knapp hundert Migranten aufgegriffen worden.

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