Polizist gab Warnschuss ab

So lief die Verfolgungsjagd eines Rentners in München ab

+
Die Polizei verfolgte einen Mann auf dem Mittleren Ring.
  • schließen

München - Am Mittwoch, gegen 1.30 Uhr, beschädigte ein 66-jähriger Rentner mit seinem Auto in der Preysingstraße einen Bauzaun und entfernte sich anschließend unerlaubt von der Unfallstelle. Dabei verlor der Auto das vordere Kennzeichen, welches am Unfallort liegen blieb. 

UPDATE, 17.45 Uhr: Nachtrag: Pressemeldung der Polizei

Die verständigten Polizeibeamten ermittelten anhand des Kennzeichens die Halteradresse des Dacia und konnten so das gesuchte Fahrzeug gegen 4 Uhr auffinden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der 66-Jährige schlafend im geparkten Pkw. Als die Polizeibeamten den Mann ansprachen und ihn aufforderten sein Fahrzeug zu verlassen, wollte er nicht aussteigen, startete den Motor und fuhr los

Die Polizeibeamten folgten ihm mit dem Streifenfahrzeug. Die Fahrt, bei der noch weitere Streifenwagenbesatzungen beteiligt waren, führte über die Orleansstraße, Grillparzerstraße, Mühlbaurstraße und über die Richard-Strauss-Straße bis auf den Isarring. Dort fuhr der Rentner mit seinem Wagen frontal gegen das Heck eines Streifenwagens und rammte ihn. Der Dacia kam ins Schleudern, touchierte mehrfach die rechte sowie die Mittelleitpanke und kam schließlich stark beschädigt zum Stehen. 

Bilder der Verfolgungsjagd am Mittleren Ring 

Mehrere uniformierte Polizeibeamte verließen ihre Streifenwagen und umstellten das Fahrzeug. Der 66-Jährige griff nun zum Handschuhfach und entnahm daraus ein Taschenmesser. Ein Polizeibeamter, der das Messer von seinem Standort aus sehen konnte, forderte ihn auf, dieses wegzulegen. Als der 66-Jährige dem nicht nachkam, gab der Polizist daraufhin mit seiner Dienstpistole einen Warnschuss in die Luft ab. 

Die Seitenscheiben des Autos wurden eingeschlagen. Daraufhin kam es zum Einsatz von Pfefferspray durch mehrere Polizeibeamte. Schließlich steckte der Rentner das Messer in seinen Gürtel, streckte die Hände aus dem Fahrerfenster, konnte aus dem Auto gezogen und gefesselt werden. 

Bei der Festnahme erlitt der offenbar alkoholisierte Mann leichte Verletzungen, die anschließend in einem Münchner Krankenhaus ambulant versorgt wurden. Ebenso verletzten sich zwei Polizeibeamte leicht. Das Fahrzeug des 66-Jährigen und der von ihm gerammte Streifenwagen wurden stark beschädigt. 

Der 66-jährige Münchner wurde der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt und wird nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter vorgeführt. Gegen ihn wird wegen einer Vielzahl von Straftaten und Ordnungswidrigkeiten (Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs infolge von Alkohol, Unbefugter Gebrauch eines Kraftwagens) ermittelt. 

Der Führerschein des 66-Jährigen wurde beschlagnahmt, der Dacia wurde zur Beweismittelsicherung sichergestellt. Nach dem Unfall, der anschließenden Festnahme und der Unfallaufnahme am Isarring musste dieser von 4.15 Uhr bis 7.35 Uhr in westlicher Fahrtrichtung gesperrt werden. Es kam im morgendlichen Berufsverkehr zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, die sich erst um 9.15 Uhr normalisierten.

Pressemeldung Polizeipräsidium München

Erstmeldung:

Laut ersten Angaben der Polizei hat der 66-jährige Mann, der mit einem Auto unterwegs war, in der Nacht auf Mittwoch einen Unfall verursacht. Daraufhin wollten ihn Beamte kontrollieren, doch der Mann raste mit hoher Geschwindigkeit davon, was zu der wilden wilden Verfolgungsjagd durch München führte. 

Im Bereich der John-F.-Kennedy-Brücke gelang es der Polizei schließlich, sich mit dem Polizeiwagen vor das Auto des 66-Jährigen zu stellen und ihm so den Weg zu versperren. Davon ließ sich der Mann jedoch nicht beeindrucken und rammte mit seinem Pkw das Polizeiauto.

Auch danach leistete er weiter erheblichen Widerstand und bedrohte die Beamten mit einem Messer. Schließlich wurde er mit Hilfe von Pfefferspray überwältigt und festgenommen. Laut Polizei liegt der Deutsche wegen des Pfefferspray-Einsatzes nun im Krankenhaus. Er stand unter Alkoholeinfluss.

Die Spurensicherung im Bereich der John-F.-Kennedy-Brücke dauert allerdings noch an, weswegen am Morgen der Mittlere Ring noch gesperrt war - bis 7.30 Uhr mussten sich Pendler im Berufsverkehr gedulden.

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser