Am Flughafen München

Nach Verurteilung und abgelehntem Asylantrag untergetaucht - Straftäter festgenommen

München - Seit Anfang des Jahres war ein Asylbewerber untergetaucht - der Mann war zuvor wegen Raubes verurteilt worden. Nun wurde er in München festgenommen. 

Pressemitteilung im Wortlaut: 

Kaum einen Monat in Deutschland, war der heute 26-Jährige schon zum ersten und auch nicht zum letzten Mal in den Fokus der Strafverfolgungsbehörden gerückt.

Nachdem ihn dann ein Richter am Dresdner Amtsgericht wegen Raubes verurteilt und die Ausländerbehörden seine Aufenthaltsgestattung nicht mehr verlängert hatten, war er Anfang dieses Jahres untergetaucht. Gestern (24. Juni) ist er wieder aufgetaucht - aber wohl nicht wirklich freiwillig. Bundespolizisten haben den mit Haftbefehl gesuchten Nordafrikaner festgenommen, nachdem die Behörden in Belgien ihn im Rahmen asylrechtlicher Vorschriften nach Deutschland geschickt hatten. Bei seiner Ankunft am Münchner Airport klickten die Handschellen. Jetzt sitzt er in der Münchner Haftanstalt.

Der Tunesier war Anfang Oktober 2018 als Asylbewerber nach Deutschland gekommen und in Dresden untergebracht worden. Wo er genau herkam, ist bis heute noch nicht ganz klar. Klar aber ist, dass der heute 26-Jährige ziemlich genau einen Monat nach seiner Einreise das erste Mal von der Dresdner Polizei als tatverdächtiger Räuber festgenommen worden war. Dies sollte bis zu seinem Verschwinden, trotz Verurteilung wegen eben dieser Straftat zu einem Jahr und fünf Monaten Haft im Oktober des Folgejahres und einer knapp neunmonatigen Untersuchungshaft von Mai 2019 bis Januar 2020, nicht die einzige schwere Straftat bleiben, die dem Nordafrikaner von den Strafverfolgern in der sächsischen Landeshauptstadt zur Last gelegt wird. Mit Straftaten wie eben Raub, schwerem Raub, Drogenhandel in mehreren Fällen und schwerer Körperverletzung hat sich der junge Mann schnell eine beeindruckende kriminelle Karriere aufgebaut.

Dem Richterspruch vom Oktober 2019, der im Januar 2020 Rechtskraft erlangte, hatte der Verurteilte offensichtlich wenig Bedeutung beigemessen und er war schließlich irgendwann von der Bildfläche verschwunden. 

Auf jeden Fall hat ein Haftrichter in der Sachsenmetropole gegen den Untergetauchten einen Vollstreckungshaftbefehl erlassen, nachdem dieser bis dato in keiner Haftanstalt aufgetaucht war. Folglich erfolgte Anfang März dieses Jahres der Suchauftrag für die Polizeibehörden.

Mittlerweile war der Gesuchte tatsächlich wieder aufgetaucht. Allerdings nicht bei den Behörden in Deutschland oder gar in seinem Heimatland, sondern in Belgien. Dort wollte der Nordafrikaner offensichtlich erneut Asyl beantragen.

Die belgischen Behörden haben den 26-Jährigen schließlich gestern nach den Regeln des Dubliner Übereinkommens wieder nach Deutschland geschickt. Als Bundespolizisten am Moos-Airport den Geflüchteten bei seiner Ankunft aus Brüssel in Empfang nahmen, fiel ihnen die Fahndungsnotiz ins Auge. Die Beamten nahmen den Rückkehrer fest und brachten ihn schließlich am späten Nachmittag in die Münchner Justizvollzugsanstalt, wo er nun seine Reststrafe von gut acht Monaten absitzen muss.

Pressemitteilung der Bundespolizei Flughafen München

Rubriklistenbild: © Bpoli

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