OLG München hat entschieden

Kuhglocken-Streit in Holzkirchen: Ilse Aigner hat klare Ansage an Zugezogene

+
Oberlandesgericht München entscheidet im Holzkirchner Kuhglocken-Streit.
  • schließen

München/Holzkirchen - Im Holzkirchner Kuhglocken-Streit hat am Mittwoch das Oberlandesgericht (OLG) eine Entscheidung getroffen: Die Glocken dürfen weiter läuten.

Update, 13.35 Uhr: Statement Ilse Aigner (MdL)

Landtagspräsidentin Ilse Aigner begrüßt das Urteil zum „Kuhglocken-Streit“ von Holzkirchen: „Es ging bei diesem Streit um grundsätzlich mehr als um vermeintlichen Lärm“, so Ilse Aigner, zu deren Stimmkreis auch Holzkirchen gehört. „Hier geht es um das Miteinander von Alteingesessenen und Hinzugezogenen. Wer privilegiert im Oberland leben möchte, sollte auch die Lebensgepflogenheiten der Menschen hier akzeptieren. Klagen gegen Kirchenlärm, Kuhglocken oder Hähnekrähen treiben einen Keil zwischen Alteingesessene und Neubürger – auch, wenn es bislang nur Einzelfälle sind. Zu unserer ländlichen Lebensart gehört die Kuh auf der Weide – samt Kuhglocke. Ich freue mich über das Urteil - auch für den bäuerlichen Betrieb von Regina Killer“, so Ilse Aigner.

Update, 10.37 Uhr: OLG hat entschieden

Die Kuhglocken in Holzkirchen dürfen weiter bimmeln. Das Oberlandesgericht (OLG) München wies am Mittwoch die Klage eines Anwohners zurück. 

Lesen Sie auch:
"Hört sich an wie eine Geschichte aus dem Königlich Bayerischen Amtsgericht"

Seit Jahren fühlt sich ein Ehepaar in Holzkirchen von den Glocken der Kühe auf einer angrenzenden Weide gestört und will gerichtlich ein Ende des Geläutes erreichen. Der Ehemann und später auch seine Ehefrau waren in getrennten Prozessen in erster Instanz vor dem Landgericht München II gescheitert. Der Mann zog nun in die zweite Instanz vor das Oberlandesgericht - und verlor erneut.

Vorbericht

Ein Ehepaar im oberbayerischen Holzkirchen fühlt sich von den Glocken der Kühe auf der angrenzenden Weide gestört und will gerichtlich ein Ende des Gebimmels erreichen. Der Ehemann und später auch seine Ehefrau waren in getrennten Prozessen bereits in erster Instanz vor dem Landgericht München II gescheitert. Der Mann zog nun in die zweite Instanz vor das OLG.

Gericht zieht Schlafprobe in Erwägung

Da die tatsächliche Lärmbelastung aus der Ferne schwer einzuschätzen ist, hatten die Richter in der Verhandlung im Februar eine Schlafprobe ins Spiel gebracht. Wenn sich die Parteien nicht einigen könnten, müsse man womöglich die Sache selbst in "Augen- und Ohrenschein" nehmen. Da es um die Nachtruhe gehe, würde dies darauf hinauslaufen, dort eine Nacht zu verbringen.

Kläger: Kompromiss bringt kaum Entlastung

Die Vorinstanz hatte die Klagen des Mannes und seiner Frau insbesondere wegen eines Vergleiches abgewiesen, den der Mann mit der Bäuerin im September 2015 geschlossen hatte. Demnach sollten Kühe mit Glocken nur im mindestens 20 Meter entfernten Teil der Weide grasen. Das Ehepaar hatte trotz des Vergleichs geklagt, da der Kompromiss nach seiner Auffassung kaum Entlastung brachte.

mh/dpa/Pressemitteilung Abgeordnetenbüro Ilse Aigner (MdL)

Zurück zur Übersicht: Bayern

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT