Oktoberfest-Blaulicht vom 29. und 30. September

"Heil Hitler", ein kraxelnder Schweizer und ein toter Norweger!

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München - Am Freitag und Samstag war mächtig was los auf dem Oktoberfest. Dementsprechend viel Arbeit hatte auch die Polizei. Besonders tragisch war der Fall eines Norwegers, der nach dem Wiesn-Besuch verstarb:

Norweger stirbt nach Treppensturz

Am Freitag, 29. September, gegen 00.20 Uhr, fiel laut Zeugenaussagen ein 63-jähriger norwegischer Wiesn-Besucher eigenverschuldet eine Treppe in der Schillerstraße hinab und zog sich hierbei lebensbedrohliche Verletzungen zu. Ein hinzugezogener Notarzt reanimierte den Mann, gab jedoch an, dass mit einem Ableben zu rechnen sei

Der 63-Jährige wurde in ein Münchner Krankenhaus gebracht. Gegen 2.30 Uhr verstarb der Norweger im Krankenhaus. Der 63-Jährige hatte sich zum Besuch des Oktoberfestes in München aufgehalten. Laut Angaben seiner Freunde waren sie am Abend des Donnerstag auf dem Oktoberfest und sind danach noch in ein Café in der Schillerstraße gegangen. Dort ereignete sich der folgenschwere Unfall.

Frau entkleidet sich, um ins Zelt zu kommen

Am Freitag gegen 16 Uhr wurde einer Wiesn-Besucherin vom Sicherheitsdienst der Einlass in ein Festzelt verwehrt. Die Dame begann daraufhin sich auszuziehen und forderte die Ordner auf, sie anzufassen. Vor dem Eintreffen der verständigten Polizei hatte sich die Frau bereits wieder angezogen. Sie entkleidete sich aber vor der Einsatzgruppe erneut

Da sie sich höchst aggressiv verhielt, schrie und um sich trat, wurde sie in Sicherheitsgewahrsam genommen. Eine Identitätsfeststellung war bei der Frau bisher nicht möglich, Freundinnen konnten jedoch verständigt werden, die sie gegen 20.50 Uhr von der Wiesn-Wache abholten.

Pakistani macht sich an zwei junge Frauen heran

Die Münchner Rauschgiftfahnder beobachteten am Freitag, gegen 18.55 Uhr, am Hügel hinter der Anlieferstraße West einen 28-jährigen Pakistani, welcher sich an ein am Boden liegendes Mädchen annäherte. Er setzte sich in ca. ein Meter Entfernung auf den Boden, legte sich dann hin und rutschte nach einer Minute fast auf Körperkontakt an das Mädchen ran. Eine weitere Annäherung wurde durch die Polizeibeamten unterbunden. 

Der 28-Jährige hatte bereits die linke Hand am Rock des Mädchens. Sein Verhalten wurde über die Videoüberwachung erfasst. Er erhielt daraufhin einen Platzverweis für das Festgelände. Als er über einen anderen Eingang das Wiesn-Gelände wieder betrat, wurde er in Gewahrsam genommen und verbrachte den restlichen Abend in der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München. Ein Betretungsverbot wird beantragt. 

Am Samstag, gegen 16.10 Uhr, konnte der Pakistani über die Videoüberwachung erneut aufgenommen werden, als er sich in gleicher Weise an eine schlafende Frau heranmachte. Als er deren Rock berührte wurde die Dame von selbst wach und konnte ihn abwehren. Kurz darauf kamen Freundinnen von ihr dazu und verscheuchten den Mann. Mitarbeiter des in diesem Bereich eingesetzten Ordnungsdienstes wurden auf den Mann aufmerksam und stellten diesen, bevor er sich ein neues Opfer suchen konnte. Der 28-jährige Pakistani wurde erneut in Gewahrsam genommen. Beim zuständigen Richter wurde zwischenzeitlich ein Gewahrsam für die restliche Dauer des Oktoberfestes beantragt. Der 28-Jährige bleibt nun bis Mittwoch in Gewahrsam.

Italiener begrapscht 13-Jährige

Ein 38-jähriger alkoholisierter Italiener griff am Freitag, gegen 17.25 Uhr, auf der Schaustellerstraße einer 13-jährigen Deutschen an den Hintern und zwischen die Pobacken. Der Vater der 13-Jährigen beobachtete dies und verständigte die Polizei. 

Dem 38-Jährigen wurde die vorläufige Festnahme erklärt und er wurde auf die Wiesn-Wache gebracht. Die 13-jährige Schülerin war derartig mitgenommen, dass sie beim Sanitätsdienst durch einen Psychologen betreut werden musste. Der 38-jährige Italiener wurde nach Abschluss der Sachbearbeitung dem Ermittlungsrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt.

Maßkrug gegen den Kopf geschlagen

Am Freitag, gegen 17.50 Uhr, saßen ein 28-jähriger und ein 19-jähriger Münchner gemeinsam an einem Tisch in einem Festzelt. Hier kam es schließlich zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung, in dessen Verlauf diverse Beschimpfungen fielen. Der Streit steigerte sich derart, dass der 28-Jährige dem 19-Jährigen mit einem Maßkrug gegen den Kopf schlug. Sein Gegenüber erlitt dadurch eine stark blutende Platzwunde. 

Wiesn-Gäste konnten die beiden trennen und an den Sicherheitsdienst übergeben. Die Kontrahenten wurden zum Rettungsdienst in den Behördenhof gebracht und von dort aus wurde auch die Polizei hinzugezogen. Der 19-jährige Münchner musste in ein Krankenhaus verlegt werden. Den 28-Jährigen erwartet eine Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Gegen ihn wird ein Betretungsverbot beantragt.

Inder bringt Falschgeld in Umlauf

Ein 44-jähriger in München wohnender Inder wollte in einem Festzelt mit einem falschen 50 Euro-Schein eine Ochsensemmel zahlen. Die aufmerksame 24-jährige Verkäuferin bemerkte dies und ließ die Polizei verständigen. Der nüchterne 44-Jährige führte kein weiteres Bargeld mit sich. Zur Herkunft des falschen Geldscheines verstrickte er sich in Widersprüche. Ihn erwartet eine Strafanzeige wegen Inverkehrbringen von Falschgeld und versuchtem Betrug. 

Schweizer "kraxelt" in Zelle umher - schwer verletzt

Ein 26-jähriger Schweizer versuchte am Samstag, gegen 18 Uhr, mehrmals bei einer Achterbahn auf die Gleise zu gehen. Laut den dort eingesetzten Ordnern versuchte er dies vor ein paar Tagen schon einmal. Der Mann war stark alkoholisiert und wurde durch die hinzugerufene Polizeieinsatzgruppe in Gewahrsam genommen. 

In der Haftzelle kletterte der 26-Jährige die Gittertür der Zelle hoch und wollte die außerhalb angebrachte Videokamera manipulieren. Hierbei fiel er rückwärts zu Boden und schlug mit dem Hinterkopf auf. Der Schweizer wurde zunächst zum Wiesn-Rettungsdienst gebracht und von dort aus in ein Krankenhaus gefahren. 

Vier Briten schlagen gemeinsam auf Italiener ein 

Am Samstag, gegen 19.30 Uhr, saß eine Gruppe Briten (26, 28, 30 und 32 Jahre) in einem Festzelt Rücken an Rücken mit einem 23-jährigen Italiener und dessen Freunden. Es kam zum Streit zwischen der Gruppe, woraufhin die Engländer nun gemeinsam auf den Italiener einschlugen. Dieser musste mit Schwellungen am Jochbein und dem Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Täter wurden von der hinzugerufenen Polizei zur Wiesn-Wache gebracht und von dort zur Klärung der Haftfrage in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überführt.

"Nazis, Hitler und Rassisten" 

Am Samstag, gegen 22.30 Uhr, schrie ein 36-jähriger Franzose beim Passieren einer Einsatzgruppe der Polizei laut „Heil Hitler“ und zeigte ihnen gegenüber den „Hitlergruß“. Als er wenige Meter weitergegangen war, zeigte er den Gruß mit der anderen Hand und deutete mit zwei Fingern einen Oberlippenbart an. Der 36-Jährige wurde daraufhin von der Einsatzgruppe vorläufig festgenommen. 

Während des Transportes zur Wiesn-Wache beschimpfte er die eingesetzten Beamten als „Nazis, Hitler und Rassisten“ und schrie „Scheiß Deutschland“. Den Franzosen erwartet nun eine Anzeige wegen Beleidigung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Da er keinen festen Wohnsitz in Deutschland hat, wurde er zur Klärung der Haftfrage der Haftanstalt im Polizeipräsidium München überstellt.

mw/Polizei München

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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