Wiesn-Blaulicht vom 22. und 23. September

"Fucking Nazis", sexuelle Übergriffe und ein entblößtes Glied

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München - Am Freitag und Samstag war richtig viel Betrieb auf dem Oktoberfest. Dementsprechend viel hatte auch die Polizei zu tun. Dabei fielen vor allem die zahlreichen Sexualdelikte negativ auf. Doch das war längst nicht alles:

Zahlreiche sexuelle Übergriffe auf dem Festgelände 

Fall 1: Am Freitag, gegen 17.05 Uhr, wurden zwei 18- und 19-jährige Wiesn-Besucherinnen in einem Festzelt von einem 43-jährigen Russen mehrfach oberhalb der Kleidung, an den Hintern und die Brüste gefasst. Der 43-jährige Freund des Russen bedrohte die Frauen im Anschluss mit einem Brotzeitmesser, indem er damit mehrfach in ihre Richtung deutete. Der Sicherheitsdienst hielt die beiden Männer bis zum Eintreffen der Polizei fest. Im Anschluss wurden die Täter der Wiesn-Wache überstellt. Beide werden dem Haftrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt

Fall 2: Die Taschendiebfahnder aus Frankfurt am Main beobachteten am Freitag, gegen 17.30 Uhr, einen 22-jährigen Afghanen, wie dieser sich vor einem Festzelt an einer Wiesn-Besucherin rieb. Im Anschluss holte er sein Geschlechtsteil aus der Hose. Der Mann wurde festgenommen und der Wiesn-Wache übergeben. Er erhält eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses und Beleidigung auf sexueller Grundlage. Die Wiesn-Besucherin konnte bislang nicht ermittelt werden. Gegen den 22-jährigen Afghanen wird ein Betretungsverbot beantragt. 

Fall 3: Eine 29-jährige Festzeltbesucherin wurde am Freitag, gegen 22.15 Uhr, von mehreren Männern des Nachbartisches belästigt. Zwei 31- und 34-jährige Deutsche griffen ihr nacheinander unter den Rock und berührten die Frau am Oberschenkel. Eine bislang noch nicht ermittelte dritte Person griff ihr ebenfalls noch unter den Rock, obwohl die 29-Jährige deutlich äußerte, dass sie dies nicht wünsche. Alle Beteiligten wurden daraufhin zur Wiesn-Wache gebracht, die beiden Grapscher erhielten eine Anzeige wegen sexueller Nötigung. 

Fall 4: Als sich am Freitag, gegen 20.45 Uhr, eine 27-jährige Wiesn-Besucherin in einem Festzelt zu den Toilettenanlagen begab, wurde sie von einem 21-jährigen Deutschen am Hintern und der Hüfte begrapscht. Womit der junge Mann nicht gerechnet hatte, war, dass es sich bei der 27-Jährigen um eine Polizeibeamtin handelte. Die 27-Jährige hielt den Täter bis zum Eintreffen der Wiesn-Einsatzgruppe fest. Den 21-Jährigen erwartet eine Anzeige wegen sexueller Nötigung. 

Fall 5: Am Samstag, gegen 0.10 Uhr, griff ein 29-jähriger Deutscher einer 35-jährigen Marokkanerin unter das Dirndl an den Hintern. Als die Frau den Grapscher zur Rede stellen wollte, schlug dieser ihr so fest mit der Faust auf das linke Ohr, dass die 35-Jährige Schmerzen und eine starke Einschränkung der Hörfähigkeit erlitt. 

Im Anschluss ging der Mann mit einem 40-jährigen und einem 42-jährigen Armenier auf den Begleiter der Frau los, da dieser sie verteidigen wollte. Der 29-jährige Begleiter wurde hierbei leicht verletzt. Einer der Armenier führte zudem ein Einhandmesser mit. Es wurden Strafanzeigen wegen sexueller Belästigung, Körperverletzung und dem Waffengesetz erstellt. Die drei Täter kamen in die Haftanstalt des Polizeipräsidiums München. Ein Betretungsverbot gegen die Personen wird angestrebt.

Wiesn-Besucher geht auf Polizisten los 

Ein 21-jähriger Münchner schubste am Freitag, 22.09.2017, gegen 18.50 Uhr, an einem der Ausgänge der Oidn-Wiesn einen vor ihm in einer Einsatzgruppe gehenden Polizisten. Als die Einsatzgruppe den Mann darauf ansprach, schubste er auch die anderen Beamten. Er wurde daraufhin fixiert und zur Wiesn-Wache gebracht. Auf dem Weg dorthin beleidigte und bedrohte der 21-Jährige die Polizisten unentwegt. Zudem versuchte er sie zu treten und zu beißen

Die eingesetzten Beamten wurden hierdurch nicht verletzt. Da der 21-Jährige in der Haftzelle seinen Kopf gegen die Gitterstäbe schlug, wurde er in ein Krankenhaus eingewiesen. Im Laufe des Einsatzes aktivierte die Einsatzgruppe beide mitgeführten Body-Cams und zeichnete das Verhalten des 21- jährigen Münchners auf. Gegen ihn wird ein Betretungsverbot für das Oktoberfest beantragt. 

Australier von Engländern übel zugerichtet 

Fünf alkoholisierte Engländer gerieten am Freitag, gegen 17.45 Uhr, auf der Wirtsbudenstraße des Oktoberfestgeländes mit einem 18-jährigen australischen Studenten in Streit. Der Streit eskalierte und im weiteren Verlauf schlugen mehrere Männer der fünfköpfigen englischen Gruppe auf den australischen Studenten ein. Durch die Schläge ging der Australier zu Boden. Am Boden liegend wurde der Student von einem 31-jährigen und einem 24-jährigen Engländer gegen seinen Kopf getreten. Durch die Schläge und Tritte erlitt der 18-jährige Student schwere Kopfverletzungen und musste zur stationären ärztlichen Behandlung in ein Münchener Klinikum gebracht werden. 

Die fünf Engländer wurden von einer Einsatzgruppe der Polizei festgenommen und wurden zur Klärung der Haftfrage dem zuständigen Ermittlungsrichter im Polizeipräsidium München vorgeführt.

Amerikanischer Soldat beleidigt Wiesn-Einsatzkräfte

Am Freitag, gegen 22.15 Uhr, machte ein Wiesn-Besucher eine Polizeieinsatzgruppe auf eine aggressive Person aufmerksam. Dieser hatte den Mitteiler bereits selbst angegangen und war gerade dabei eine weitere Personengruppe anzupöbeln, als ihn die Polizisten ansprachen. 

Beim Transport zur Wiesn-Wache beleidigte der 25-jährige Amerikaner die Beamten als „Fucking Nazis“. Gegen ihn wurde eine Anzeige wegen Beleidigung erstellt. Da er sich in der Gewahrsamzelle selbst verletzte, kam er in ein Krankenhaus und wurde von dort durch die Militärpolizei abgeholt.

14-Jährige stark betrunken auf der Wiesn

Am Samstag, gegen 17.30 Uhr, wurde eine 14-jährige Schülerin stark betrunken auf dem Festgelände angetroffen. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,56 Promille. Die Eltern der 14-Jährigen wurden informiert und holten ihre Tochter bei der Wiesn-Wache ab. Von dem Wiesn-Besuch wussten die Eltern nichts.

Auf der Wiesn Böller gezündet 

Am Samstag, gegen 21.50 Uhr, zündete ein 26-Jähriger in der Nähe von mehreren Wiesn-Besuchern einen Böller. Verletzt wurde zum Glück niemand. Der 26-Jährige konnte festgenommen werden. Zu seinem Motiv machte er keine Angaben. Er muss sich nun wegen Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion verantworten und wird dem Haftrichter vorgeführt. 

Kieferbruch und Kopfplatzwunde 

Auf der Wirtsbudenstraße geriet am Samstag, gegen 23.30 Uhr, ein 24-jähriger Schweizer mit einem Unbekannten in Streit. Der bislang Unbekannte versetzte ihm einen Faustschlag ins Gesicht, wodurch der 24-Jährige einen Kieferbruch und eine Kopfplatzwunde erlitt. Ein 27-jähriger Deutscher beobachtete diese Auseinandersetzung und wollte schlichten. 

Daraufhin wurde er durch den Schweizer und dessen 22-jährigen Bruder ebenfalls geschlagen. Er erlitt eine Platzwunde an der Lippe. Der 24-jährige Schweizer wurde in ein Münchner Krankenhaus zur ärztlichen Behandlung gebracht. Sein 22-jähriger Bruder wurde nach Zahlung einer Sicherheitsleistung wieder entlassen.

Täter nach versuchter Vergewaltigung wiedererkannt

Am Donnerstag, 21.09.2017, gegen 21.30 Uhr, griff ein 55-jähriger Iraker in einem Festzelt im Gedränge von hinten in die Lederhose einer 25-jährigen Münchnerin und versuchte einen Finger einzuführen. Dies misslang, da die 25-Jährige eine Strumpfhose trug. Dem 55-Jährigen gelang die Flucht. 

Am Samstag, 23.09.2017, gegen 21 Uhr, konnte die 25- Jährige nun den Täter auf dem Festgelände wiedererkennen und die Polizei verständigen. Der 55-Jährige wurde vorläufig festgenommen und wird dem Haftrichter vorgeführt.

Polizei München/mw

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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