Keine Entlastung für die Grenzgemeinden

Inntalautobahn: Blockabfertigungen wird es weiter geben

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München/Landkreis Rosenheim - Wie geht es mit den Blockabfertigungen auf der Inntalautobahn weiter? Diese Frage sollte gestern in München geklärt werden. Bei einem Brenner-Gipfel trafen die Verkehrsminister Österreichs, Deutschlands und Italiens sowie Vertreter Bayerns, Tirols, Südtirols und dem Trentino zusammen.

Die Inntalautobahn und besonders die Gemeinden an der Österreichisch-Deutschen Grenze ächzen unter dem hohen Verkehrsaufkommen, nicht zuletzt wegen der Blockabfertigungen bei Kufstein-Nord. Maximal 300 Lastwagen werden bei den Abfertigungen pro Stunde auf der Inntalautobahn Richtung Brenner durchgelassen.

Lösung soll gefunden werden

Auf einem internationalen Gipfel am Montag in München wurde die Zukunft des Lkw-Verkehrs am Brenner diskutiert.

Bei dem Gipfeltreffen sollte eine gemeinsame Lösung für den Transit auf der Brennerachse gefunden werden. Zuletzt lagen die Positionen Tirols und Bayerns bzw. Deutschlands meilenweit auseinander. Dir Tiroler haben vom LKW-Verkehr die Nase voll. Mit jährlich über zwei Millionen Transit-Lastern sei das Maß des Erträglichen bei Weitem überschritten, so das Argument. Deshalb gab es an der Grenze bei Kiefersfelden bereits mehrmals Blockabfertigungen des LKW-Verkehrs. Die Folge waren massive Verkehrsbehinderungen auf der Inntalautobahn. Deutschlands Verkehrsminister Christian Schmidt bezeichnete die Blockadeaktionen wiederholt als „klare Verstöße gegen den EU-Grundsatz des freien Warenverkehrs“. Die Maßnahme verstoße jedoch nicht gegen geltendes EU-Recht. Dies hat EU-Verkehrskommissarin Violeta Bulc ihrem deutschen Kollegen Christian Schmidt (CSU) schriftlich mitgeteilt.

Blockabfertigungen wird es weiter geben

Einig hinsictlich dr Blockabfertigungen wurde man sich beim Brenner-Gipfel jedoch nicht. Zur Entlastung der Brenner-Transitstrecke wollen die betroffenen Länder und Regionen noch in diesem Jahr mehr Güter auf die Schiene bringen. Bis zu einem weiteren Treffen im Mai solle eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeiten, wie Schienenkapazitäten genutzt und die Verlagerung auf die Bahn gefördert werden könnten, erläuterten die Teilnehmer nach dem ersten Brenner-Gipfel in München am Montagabend. Bei dem erneuten Treffen in Innsbruck sollen die Maßnahmen beschlossen und dann noch dieses Jahr umgesetzt werden.

Tirol will Blockabfertigungen früher ankündigen

Die von deutscher Seite kritisierten Blockabfertigungen will Tirol fortsetzen, sie jedoch frühzeitiger ankündigen. 

Darum allerdings wurde bei dem Gipfel offensichtlich nicht gestritten. „Wir hatten uns dafür entschieden, nicht Rechtspositionen auszutauschen“, sagte der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Christian Schmidt (CSU). Im Vordergrund habe die Frage gestanden, wie

„kurzfristig mit vereinten Kräften“ die rollende Landstraße gestärkt werden könne

.

In nur „wenigen Wochen“ könnten auf der Rollenden Landstraße der Bahn zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, sagte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ). Bei Rollenden Landstraßen werden Lastwagen oder Sattelzüge mit der Bahn befördert.

Korridormaut von München nach Verona?

Die Regionen Tirol, Südtirol und Trentino wollen die Strecke über die Alpen auch mit höheren Mautgebühren für den Transitverkehr unattraktiver machen. Sie setzen sich für eine Korridormaut von München nach Verona ein, um die Mautgebühren anzugleichen - und anzuheben. Deutschland blieb hier zurückhaltend. Eine Erhöhung auf einem Streckenpart wäre mit dem deutschen System schwer vereinbar.

30 bis 40 Prozent des Verkehrs an der Brenner-Strecke sei „Umwegeverkehr“, sagte Hofer. „Dieser Verkehr entsteht nur, weil es günstiger ist, über den Brenner zu fahren“ - als über andere Alpenpässe.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Josef Reisner

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