Lebensrettendes Signal in München

Frau (19) hört Musik und wird fast von Rangierlok überfahren

München - Dass man im Straßenverkehr die Musik aus den Kopfhörern lieber etwas leiser stellt, musste nun eine 19-Jährige erfahren und hatte dabei noch riesen Glück. Erst kurz zuvor war ein Mann in einer ähnlichen Situation ums Leben gekommen.

Am Donnerstag, gegen 8.20 Uhr versuchte eine 19-jährige Italienerin im Bereich des Haltepunktes Englschalking die Gleise –entlang eines Trampelpfades - an einer nicht dafür vorgesehenen Stelle zu überqueren. Da die Jugendliche aus Bogenhausen Kopfhörer trug, nahm sie eine herannahende Rangierlok erst wahr, als sie sich im Gleisbereich befand und den Achtungspfiff hörte. Der Lokomotivführer leitete eine Schnellbremsung ein, da er die 19-Jährige sonst touchiert hätte.

Die Italienerin und der 49-jährige Lokführer erlitten einen Schock und mussten durch Rettungssanitäter betreut werden. Der Triebfahrzeugfahrer wurde vor Ort abgelöst. Gegen die Italienerin wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt. Durch den Vorfall kam es zu Beeinträchtigungen im Bahnverkehr.

Dritter Vorfall innerhalb kurzer Zeit

Erst am Montagabend (17. Juni) hatte ein deutlich alkoholisierter, 35-jähriger Pole im Bereich des Bahnhofs Gronsdorf widerrechtlich die Gleise zum Bahnsteig abgekürzt und den Triebfahrzeugführer einer einfahrendenden S-Bahn zu einer Schnellbremsung gezwungen.

Zwei Tage später kam am Mittwochmorgen (20. Juni) ein 37-jähriger Deutscher aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck am S-Bahnhaltepunkt Türkenfeld zu Tode. Ihn hatte, als er an unerlaubter Stelle abkürzte, eine S-Bahn (Leerfahrt) erfasst.

Augen und Ohren auf im Straßenverkehr!

Die Bundespolizei warnt in diesen Zusammenhang eindringlich davor, die Gleise zu betreten bzw. an nicht vorgesehener Stelle zu überqueren. Wie die vorgenannten Fälle zeigen, können die Gefahren, die vom Bahnbetrieb ausgehen, immer dann, wenn man sich nicht an die Regeln hält, verheerende Folgen nach sich ziehen. Nicht nur für den „illegalen Gleisüberschreiter“ oder dessen Familie, sondern in vielen Fällen auch für Lokomotiv- oder Triebfahrzeugführer, die zum Teil nach solchen – oft sogar mehrmaligen Vorfällen - den erlernten Beruf wechseln müssen.

Zivilcourage ist auch, andere auf ihr Fehlverhalten anzusprechen. Scheuen Sie sich deswegen nicht, wenn Sie Zeuge von Gleisüberschreitungen, an nicht dafür vorgesehenen Stellen werden, die- oder denjenigen, der einen Regelstoß vergeht, darauf anzusprechen. Gerade auch dann, wenn Sie sie oder ihn kennen.

Pressemeldung der Bundespolizei München

Rubriklistenbild: © Bundespolizei München

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