Zwei Männer griffen mutig ein in Rosenheim

Pietro Leo und Uli Heßdörfer erhalten Auszeichnung von Innenminister

+
Uli Heßdörfer (Zweiter von links) und Pietro Leo (Zweiter von rechts) wurden von Innenminister Herrmann und Landespolizeipräsident Schmidbauer geehrt.
  • schließen

München - Sie haben Sexualstraftaten aufgedeckt, Räuber festgehalten, Einbrecher gestellt oder Randalierer gestoppt. Insgesamt 37 engagierten Bürgerinnen und Bürgern aus ganz Bayern hat Innenminister Joachim Herrmann dafür am Donnerstag die Medaille für Verdienste um die Innere Sicherheit verliehen. Darunter sind auch zwei Rosenheimer:

Pietro Leo und Uli Heßdörfer waren am Abend des 20. September 2018 mit ihren Kindern auf dem Spielplatz im Hohenzollernpark in Rosenheim. Dort wurden die beiden zunächst Zeugen, wie dort ein Mann auftauchte, eine Frau ohrfeigte und beleidigte. Anschließend zeigte der Täter den Hitlergruß und gröhlte lauthals Nazi-Parolen.

Leo forderte den aggressiven und alkoholisierten Täter auf, dies sofort zu unterlassen. Daraufhin schwenkte der Täter, ein 21-jähriger Rosenheimer, um und ging auf ihn los. Er schlug Leo mit der Faust ins Gesicht, wobei der Familienvater damals laut Polizei nicht unerheblich verletzt wurde

Schließlich wurde Heßdörfer auf den Vorfall aufmerksam und griff ebenfalls ein. Mit vereinten Kräften gelang es den Männern, den Randalierer zu Boden zu bringen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. "Lieber Herr Heßdörfer, lieber Herr Leo, Sie haben mit Ihrem Handeln ein großes Maß an Zivilcourage und Mut gezeigt", sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in seiner Laudatio.

Herrmann: "Es darf uns nicht gleichgültig sein"

Hermann betonte im Rahmen der Feierstunde ausdrücklich, wie wichtig Zivilcourage im Alltag ist: "Denn es darf uns nicht gleichgültig sein, wenn Mitmenschen belästigt oder körperlich angegriffen werden. Mit Ihrem Handeln haben Sie sich für andere stark und Bayern dadurch ein Stück sicherer gemacht! Damit sind Sie alle großartige Vorbilder."

Ein leuchtendes Vorbild für Mut und Courage war für Herrmann auch Dominik Brunner. Sein Todestag jährt sich heuer zum 10. Mal. Er starb am 12. September 2009 nach einem grausamen Angriff, weil er Jugendliche in der S-Bahn und am S-Bahnhof München Solln beschützen wollte. Um Brunner ein würdevolles Andenken zu bewahren, findet die Verleihung der sogenannten 'Courage-Medaille' seither in engem zeitlichem Kontext zu seinem Todestag statt. 

mw/Bayerisches Innenministerium

Zurück zur Übersicht: München

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT