Zwei Feiern eskalieren am Wochenende

Hochzeitskorso in München beschäftigt Polizei stundenlang

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München/Passau - Gleich bei zwei Hochzeitskorsos musste am Samstag, 12. Oktober, jeweils ein Großaufgebot der Polizei anrücken. Das war passiert:

Hochzeitskorso in München beschäftigt Polizei stundenlang

Am Samstag gegen 15 Uhr wurde der Münchener Einsatzzentrale mitgeteilt, dass sich in der Thelottstraße ein Korso aus etwa 70 hochwertigen und hochmotorisierten Fahrzeugen anlässlich einer Hochzeitsfeier aufgestellt hatte. 

Durch das Hinzuziehen eines größeren Aufgebots an Einsatzkräften, wurden zunächst alle Abfahrtsmöglichkeiten versperrt. Der sich als Verantwortlicher zu erkennen gegebener 51-jähriger Brautvater, wurde mitgeteilt, dass ein Korso in seiner angedachten Form ohne verkehrsrechtliche Genehmigung nicht durchgeführte werden kann. Er zeigte sich gegenüber der aufgezeigten Möglichkeit einer blockweisen Abfahrt, in der maximal fünf Fahrzeuge hintereinander fahren dürfen, einsichtig und gab diese Vorgehensweise an alle Fahrzeugführer weiter. 

"Quietschende, qualmende Reifen und Kickdownstarts waren Begleiterscheinungen"

Die Fahrtstrecke führte unter steter Polizeipräsenz zum Frankfurter Ring. Angeführt von fünf Harley Davidson kam es trotz wiederholten Hinweisen der Beamten auf die geltenden Verkehrsregeln zu Sicherheitsstörungen: Die Beteiligten versuchten immer wieder, sich zu einem geschlossenen, großen Konvoi zu formieren. Quietschende, qualmende Reifen und Kickdownstarts waren Begleiterscheinungen. Die Fahrer der fünf Motorräder unterschritten unentwegt den Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern und ignorierten rote Ampeln. Bevor die Hochzeitsfeier starten konnte, hatten sich die Motorradfahrer aufgrund der Rotlichtverstöße zu verantworten, als auch wegen technischer Veränderungen an ihren Fahrzeugen.

Motorräder sichergestellt

Bevor die Hochzeitsfeier starten konnte, hatten sich die Motorradfahrer aufgrund der Rotlichtverstöße zu verantworten, als auch wegen technischer Veränderungen an ihren Fahrzeugen. Diesbezüglich müssen sie mit einem Bußgeldverfahren sowie den hohen Geldbescheiden rechnen. Zwei der Motorräder wurden sichergestellt und einem anerkannten Sachverständigen zur Begutachtung vorgeführt. Bis etwa 19 Uhr waren die Einsatzkräfte mit der Abwicklung des Korsos beschäftigt. Am Veranstaltungsort der Hochzeit kam es zu keinen weiteren Sicherheitsstörungen.

Schüsse aus Schreckschusswaffe lösen Großeinsatz in Passau aus

Auch in Passau war ein Großaufgebot der Polizei bei einem Hochzeitskorso im Einsatz. Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, feuerte ein 20-Jähriger mehrere Schüsse aus einer Schreckschusspistole ab. Anwohner alarmierten daraufhin sofort die Polizei. 

Anschließend brach die Gruppe in mehreren Autos in Richtung Innenstadt auf. Auch bei dieser Fahrt wurden Schüsse aus einem fahrenden Auto abgegeben. Die Polizei konnte die Fahrzeuge wenig später stoppen. Weil die Situation zunächst unklar war und auf Grund einer "erhöhten Gefahrenlage", sperrte die Polizei mit einem "erhöhten Kräfteaufgebot" einen Teil der Angerstraße zeitweilig ab.

Anzeige gegen 20-Jährigen wegen illegalem Waffenbesitz

Die Beamten fanden anschließend bei dem 20-Jährigen die Schreckschusswaffe. Der junge Mann räumte im Gespräch ein, die Schüsse abgegeben zu haben. Bei der Gruppe handelte es sich der Polizei zufolge um eine Hochzeitsgesellschaft. Der Schütze ist laut Polizei irakischer Staatsbürger mit festem Wohnsitz in Deutschland. Weil er der Polizei zufolge keinerlei waffenrechtliche Erlaubnis vorweisen konnte, erwarte ihn eine Anzeige nach dem Waffengesetz.

mh/Polizei München

Rubriklistenbild: © dpa/Montage

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