Nach Krawallen im Englischen Garten in München

"Halbstarke aus Problemvierteln": Diese Maßnahmen plant die Polizei

+
In der Nähe des Monopteros im Englischen Garten eskalierte am Wochenende die Situation.
  • schließen

München - Betrunkene Jugendliche, fliegende Flaschen, Schlägereien, Pöbeleien und Angriffe auf Feuerwehr und Rettungsdienst: Im Englischen Garten haben sich am vergangenen Wochenende chaotische Szenen abgespielt. Bis zu 1.000 Randalierer waren daran beteiligt. Dem will die Polizei nun vorbeugen:

Auch an diesem Wochenende soll es wieder sonnig und mild werden - ideale Bedingungen für einen Besuch im Park. Damit die Ereignisse nicht noch einmal derart aus dem Ruder laufen, hat die Münchner Polizei Vorkehrungen getroffen. Die Beamten seien verstärkt an bestimmten Stellen im Englischen Garten unterwegs, sagt Sprecher Marcus da Gloria Martins der Deutschen Presse Agentur (dpa). Zum Einsatz kämen vor allem Polizisten in Zivil und Reiterstaffeln. "Wir sind vorbereitet", sagt er.

Generell, betont da Gloria Martins, gebe es im Englischen Garten allerdings kein Gewaltproblem. "Es geht uns auch nicht darum, Besucher, die dort grillen und trinken, pauschal zu kriminalisieren." Was sich dort abgespielt habe, sei eine Gemengelage aus Alkohol, Langeweile und dem Bedürfnis nach Action gewesen.

Im Mittelpunkt standen demnach mehrere Dutzend Stimmungsmacher im Alter zwischen 15 und 25 Jahren - "lose Zusammenschlüsse von Jugendlichen aus dem Großraum München, die sich dort verabreden", erklärt der Pressesprecher. "Den engeren Kern kennen wir, einige sind schon mehrfach auffällig geworden." Laut unserem Partnerportal tz.de handelt es sich dabei größtenteils um "Halbstarke" aus den Münchner Problemvierteln Hasenbergl und Neuperlach.

Politiker bringt Parkordnung ins Spiel

Unteressen hat Bayerns Heimatminister Albert Füracker (CSU) eine mögliche Parkordnung, verbunden mit Bußgeldern, als mögliche Maßnahme gegen "Exzesse" ins Spiel gebracht. Es gäbe andernorts in Bayern bereits positive Erfahrungen mit solchen Maßnahmen, hieß es weiter. Man werde jedenfalls die Zustände nicht länger dulden, die den friedlichen Charakter der Parkanlage stören, teilte er mit.

Rund um das Monopteros-Bauwerk, wo bei schönem Wetter tagsüber Familien grillen und Freunde Fußball spielen, hatten sich am vergangenen Wochenende tumultartige Szenen abgespielt. Die Polizei sprach von bis zu 1.000 Randalierern. Es ging sogar so weit, dass Jugendliche die Polizei anriefen und vermeintliche Schlägereien meldeten, die im Endeffekt gar nicht stattfanden. Stattdessen wollten die Chaoten die Beamten gezielt in den Englischen Garten "locken", um sich dort mit der Staatsmacht zu prügeln.

Auch die Feuerwehr und das Rote Kreuz waren attackiert worden, als sie zu einer vermeintlichen Reanimation gerufen worden waren. Jugendliche rüttelten an Einsatzfahrzeugen, beleidigten die Feuerwehrleute, schubsten sie. "Die wollten uns provozieren", schildert Feuerwehrsprecher Stefan Kießkalt. Als Flaschen flogen, griff die Polizei ein. Etwa 100 Beamte konnten die Lage schließlich beruhigen. "Sowas habe ich noch nie erlebt. Wir sind alle nur mit Kopfschütteln dagestanden", sagt der Feuerwehrmann.

mit (mit Material von dpa)

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser