Großkontrolle in München

Bastler, Poser, Raser: Polizei und Tankstellen-Betreiber greifen hart durch

München - In der Landeshauptstadt häufen sich die Beschwerden über Autoposer und illegale Straßenrennen. Die Polizei hat nun durchgegriffen - und bei einer Großkontrolle zahlreiche Verstöße festgestellt.

Bereits am Freitag, 3. Juli, schlossen sich mehrere Dienststellen der Polizei im Westen der Stadt mit einer Einsatzhundertschaft und der Verkehrspolizei zusammen, um gezielt gegen die Autoposer- und Raser-Szene vorzugehen. An verschiedenen Örtlichkeiten wurden deswegen gezielt Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Die Bilanz dazu fiel verheerend aus: Insgesamt wurden rund 250 Verstöße registriert. Darunter waren mehrere Autofahrer, meist junge Männer in hochmotorisierten und getunten Wagen, die innerhalb geschlossener Ortschaften mit mehr als 100 km/h gemessen wurden.

Als trauriger "Spitzenreiter" erwies sich nach Angaben der Münchner Polizei ein Porsche-Fahrer aus dem Landkreis München, der auf der Ingolstädter Straße bei erlaubten 50 km/h mit 149 Sachen geblitzt wurde. Den 57-Jährigen wurde der Führerschein entzogen. Ihn erwarten mindestens ein dreimonatiges Fahrverbot, zwei Punkte in Flensburg und eine Geldstrafe von 680 Euro.

Auch in Rosenheim sorgt die Autoposerszene übrigens immer wieder für Aufsehen. Ende Mai und Anfang Juli gab es umfangreiche Kontrollen der Polizei. Als problematisch wird von betroffenen Anwohnern dabei vor allem der mutwillig verursachte Lärm in den Abend- und Nachtstunden angesehen. Zudem war von weit überhöhten Geschwindigkeiten und quietschenden Reifen die Rede. Zudem hatte es im Frühjahr im Stadtgebiet auch mehrere illegale Autorennen gegeben - darunter auch ein äußerst gefährliches im Stadtteil Mitterfeld, als die Fahrer mit 120 Sachen durch Wohngebiete rasten.

Auch "Bastler" standen im Fokus der Polizei

Im Fokus stand bei den Kontrollen in München diesmal außerdem auch der technische Zustand der Fahrzeuge. Hierbei fielen den Beamten zahlreiche nicht zulässige "Veränderungen" auf, die teilweise die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigten. Zwei Fahrzeuge wurden sogar vorläufig sichergestellt und werden nun von einem Gutachter untersucht.

Zudem zeigte die Polizei auch an den einschlägigen Treffpunkten von Tunern und Posern Präsenz und sprach zum Beispiel an öffentlichen Parkhäusern oder Tankstellen rund 50 Platzverweise aus. Unterstützung bekamen die Beamten dabei vom Betreiber einer Tankstelle im Stadtteil Moosach. Dieser erteilte den Personen, die einen Platzverweis erhielten, Hausverbot. Dies bedeutet: Sollten sich die Poser in Zukunft erneut auf dem Gelände der Tanke blicken lassen, droht ihnen eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

mw

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