Sie fordern mehr Sicherheit

Immer mehr Angriffe: Polizeischutz für Einsatzkräfte?

München - Immer mehr Einsatzkräfte werden während ihren Arbeiten von Menschen angegriffen. Deswegen möchte die Feuerwehr-Gewerkschaft Bayern Polizeischutz, um sich bei ihren Einsätzen sicherer zu fühlen. 

"Wir werden im Einsatz beleidigt, bespuckt, geschubst, geschlagen, mit Raketen beschossen." erzählt Siegfried Maier (48) BILD.de. Ein Helfer wurde bei einem Rettungseinsatz sogar von einer Frau gebissen, die Hepatitis C hatte und HIV positiv war. In Sorge wandte man sich an Innenminister Joachim Herrmann von der CSU, der die Vorkommnisse aber als Einzelfälle bezeichnete

Doch gab es in den letzten Monaten mehr Fälle von Gewalt gegen Rettungskräfte in München. Im Juni griffen mehrere Jugendliche eine Notärztin vor einem Pflegeheim an. Die Ärztin, die nur eine Person im Heim versorgen wollte, wurde bei dem Angriff schwer verletzt.

Des weiteren ohrfeigte am 19. Juli eine Radfahrerin eine Sanitäterin, die gerade einen Säugling aus einem Wohnhaus retten wollte. Grund dafür war, das die Fahrradfahrerin unzufrieden mit der Parksituation des Rettungswagens war. 

Nun wollen die Rettungskräfte bei großen Veranstaltungen oder an speziellen Orten von der Polizei beschützt werden, damit solche Vorfälle nicht noch einmal passieren. 

Wie merkur.de berichtet, ist es in Bayern 2017 bei jedem zweitausendeinhundertsten Einsatz zur einer Straftat gekommen und es wurden 88 Straftaten gegen Feuerwehrkräfte registriert. „Ein dauerhafter, unmittelbarer Polizeischutz bei jedem Feuerwehreinsatz wäre nicht gerechtfertigt“, sagt ein Ministeriumssprecher.  

Die Feuerwehr wird momentan nur von der Polizei zu ihren Einsätzen begleitet, wenn Hinweise auf Gefahr besteht wie zum Beispiel auf dem Oktoberfest. Trotz der Sorgen bei Einsätzen, mangelt es der Feuerwehr nicht an Nachwuchshelfern. Mehr als 95 Prozent leisten ehrenamtliche Arbeit bei den bayerischen Rettungskräften.

Paulina Sternsdorf

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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