Ausbildung bald nichts mehr Wert

Regierung lässt Hebammen im Stich

München - Hebammen, die heute in Bayern ausgebildet werden, haben künftig deutliche Nachteile im Berufsleben. Denn Deutschland - insbesondere Bayern - treten bei der Akademisierung der Ausbildung bis heute auf die Bremse.

Hebammen, die heute in Bayern ausgebildet werden, haben künftig deutliche Nachteile im Berufsleben. Denn Deutschland, insbesondere Bayern treten bei der Akademisierung der Ausbildung bis heute auf die Bremse. Obwohl im Januar 2020 die letzte Frist für die Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinie aus dem Jahr 2013 abläuft. (2013/55/EU) Heute wird im Landtag erneut diskutiert.

Leonie Lieb macht eine Ausbildung zur Hebamme. Wenn sie mit ihrer dreijährigen Ausbildung fertig ist, dann hat Leonie Lieb einen Abschluss in der Tasche, der in den me isten europäischen Ländern nicht mehr anerkannt wird. Denn dort gilt eine 12-jährige Schulzeit als Voraussetzung und die Ausbildung ist ein Studium. Das mag man befürworten oder nicht – Fakt ist, dass man sich in Europa darauf geeinigt hat. Leonie Lieb: „Die Akademisierung des Hebammenberufs wird stark unterschätzt. Wir werden nach unserer Ausbildung nicht in allen EU-Ländern arbeiten können.“ 

Auch die Hebammenschülerin Charlotte Gestrich ärgert die bayerische Verzögerungstaktik. „Daran erkennt man, die mangelnde staatliche Unterstützung für die Hebammen.“ Ihre Kritik richtet sich auch an die CSU, denn obwohl die Staatsregierung stets ihre Unterstützung für die Akademisierung der Hebammenausbildung betont, tut sich nichts - außer ein paar Ankündigungen. 

So berichtet die Staatsregierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Claudia Stamm Anfang Februar, zwar mit bayerischen Hochschulen im Gespräch zu stehen, konkrete Antworten darauf, an welchen Universitäten und ab wann Studiengänge für Hebammen angeboten werden, blieb man aber schuldig. 

Dazu Claudia Stamm: „Man kündigt vollmundig seit Monaten einen Modellversuch an, obwohl die Zeit davonläuft. Jede Hebamme und jeder Entbindungshelfer, die heute eine Ausbildung beginnen, wissen nicht was ihr Abschluss in Zukunft wert sein wird. Dieser Zustand ist unhaltbar.“ 

Während 25 Länder in der EU heute einen akademischen Studiengang zur Hebamme anbieten, setzen nur Deutschland, Lettland und Estland noch auf eine klassische Ausbildung.

Weitere Informationen über das Abgeordnetenbüro von Claudia Stamm unter 089/4126 2866.

Pressemeldung von Claudia Stamm

Rubriklistenbild: © pixabay.com

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