Weltherztag am Freitag, 29. September

Rotes Kreuz warnt: Herzerkrankungen auch bei jungen Menschen

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Privatdozent Dr. med. Christian von Bary warnt vor früh auftretenden Herzerkrankungen.

München - Privatdozent Dr. med. Christian von Bary, Chefarzt der Kardiologie am Rotkreuzklinikum München, warnt, anlässlich des Weltherztags am 29. September, vor früh auftretenden Herzerkrankungen. Der Mediziner macht auf Warnzeichen aufmerksam.

Millionen Deutsche leiden laut der Deutschen Herzstiftung unter Herzproblemen, Tendenz steigend. Allerdings treten Krankheitsbilder wie z. B. Herzrhythmusstörungen oder die koronare Herzerkrankung nicht nur bei älteren Personen auf. Auch junge Menschen, unter 40 Jahren, können betroffen sein. Darauf verweist Privatdozent Dr. med. Christian von Bary, Chefarzt der Kardiologie am Rotkreuzklinikum München, anlässlich des Weltherztags am 29. September. 

Der Mediziner rät dazu, Risikofaktoren zu minimieren und frühzeitig auf Warnzeichen zu achten, da Erkrankungen des Herzens oftmals gar nicht oder zu spät erkannt werden. Im schlimmsten Fall kann es in solchen Fällen auch zum plötzlichen Herztod kommen – allein in Deutschland sterben einem Bericht der Deutschen Herzstiftung zufolge, daran jährlich über 200.000 Menschen. Die Sängerinnen Anastacia und Miley Cyrus oder TV-Sternchen Daniela Katzenberger sind nur einige prominente Beispiele, die zeigen, dass es neben der Hauptrisikogruppe über 65 Jahren auch junge Betroffene gibt. „Unregelmäßigkeiten des Herzschlags zum Beispiel reichen von relativ harmlosen Extrasystolen bis hin zu ernsthaften Arrhythmien.Diese unrhythmischen Herzschläge können schwere Komplikationen hervorrufen und sogar tödlich enden“, sagt PD Dr. von Bary. „Ein Herzinfarkt ist auch in jungen Jahren möglich. Herzrhythmusstörungen sind auch in der Altersgruppe von Jugendlichen keine Seltenheit. Daher sollte jeder auf Warnzeichen achten.“ 

Risikofaktoren für einen Herzinfarkt kennen – unabhängig vom Alter

Der Chefarzt erläutert: „Neben genetischen Faktoren zählen vor allem Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, familiäre Veranlagung und zu hohe Blutfettwerte zu den größten Risiken z. B. einer koronaren Herzerkrankung.“ Vorgebeugt werden kann deshalb vor allem durch gesunde Ernährung, der Vermeidung von Übergewicht, dem Verzicht auf Nikotin und ausreichend Bewegung. „Die Risikofaktoren sollte man kennen, um diese auf Lebenszeit auch günstig beeinflussen zu können.“ 

Wenn das Herz aus dem Takt gerät 

Ursachen für unregelmäßige Herzschläge sind Störungen der komplexen elektrischen Erregungsausbreitung im Herzen, die zu dem rhythmischen Wechsel zwischen An- und Entspannung des Muskels führt. Wodurch das Herz das Blut täglich ca. 100.000 Mal durch das Gefäßsystem zu den Organen pumpt. Gerät dieser Ablauf aus dem Gleichgewicht, kann es entweder zum sogenannten Herzstolpern kommen, bei dem das Organ unregelmäßig schlägt, oder zur sogenannten Tachykardie (Herzjagen), bei dem das Herz viel zu schnell schlägt. Die häufigste Form der Herzrhythmusstörungen stellt das sogenannte Vorhofflimmern dar, bei dem der Herzrhythmus völlig aus den Fugen gerät und das Risiko z. B. für einen Schlaganfall stark ansteigt. Betroffene klagen dabei meist über ein beklemmendes Drücken in der Brust und einen Herzschlag bis zum Hals. 

Hilfe bei Herzerkrankungen 

Frühzeitig erkannt, lassen sich Erkrankungen des Herzens heute durch Spezialisten und modernste Technologie in vielen Fällen gut behandeln. „Wichtig ist, dass Betroffene Herzrhythmusstörungen oder auch einen plötzlichen Bewusstseinsverlust ernst nehmen und zeitnah einen Arzt aufsuchen“, rät von Bary. „Liegt dann der Verdacht auf Rhythmusstörungen vor, können diesein der Regel relativ unkompliziert behandelt und oft geheilt werden.“ Neben der medikamentösen Behandlung werden besonders schnelle Herzrhythmusstörungen durch eine minimalinvasive Katheterablation (elektrische Verödung) von Herzmuskelzellen therapiert. Langsame Rhythmusstörungen werden zuverlässig durch Schrittmacher behandelt. „Auch eine koronare Herzerkrankung lässt sich heute durch minimalinvasive Eingriffe über die Armarterien günstig beeinflussen und Patienten können von ihren Beschwerden befreit werden. Falls es nötig ist, kann das Einsetzen eines Defibrillators in örtlicher Betäubung einen drohenden plötzlichen Herztod verhindern.“ 

Pressemitteilung Deutsches Rotes Kreuz

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