Erster gewaltsamer Todesfall auf Oktoberfest seit 1991

Todesdrama im Augustiner-Zelt: Schläger bereits polizeibekannt und jetzt in U-Haft

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Hier soll der tödliche Streit passiert sein.
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München - Zu einer schlimmen Tragödie ist es am späten Freitagabend auf dem Oktoberfest gekommen. Nach einer Schlägerei zwischen zwei Männern im Augustiner-Zelt war einer der beiden Kontrahenten kurz darauf tot! Der mutmaßliche Täter sitzt inzwischen in Untersuchungshaft:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Ein 58-Jähriger aus dem Münchner Umland starb nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem anderen Beteiligten.
  • Der mutmaßliche Täter war zunächst auf der Flucht, stellte sich Samstagnachmittag allerdings der Polizei
  • Die Polizei suchte neben den Täter eine wichtige Zeugin, die inzwischen bei der Polizei gemeldet hat. Sie wird derzeit vernommen.
  • Tatmotiv und Tatablauf weiterhin völlig unklar
  • Täter bereits polizeibekannt - und nun in Untersuchungshaft

UPDATE, 12.35 Uhr - Täter in U-Haft und bereits polizeibekannt

Wie die Polizei soeben mitteilte, sitzt der 42-jährige Münchner, der sich am Samstag mit seinem Anwalt bei der Polizei gestellt hatte, inzwischen in Untersuchungshaft. Der zuständige Richter erließ Haftbefehl wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Zudem sind nun weitere Details durchgesickert: Demnach war der Gerüstbauer bereits polizeibekannt. Er soll bereits in der Vergangenheit mit Körperverletzungsdelikten in Erscheinung getreten sein. Zudem wurde bekannt, dass das 58-jährige Opfer mit großer Wahrscheinlichkeit an einer Hirnblutung in Folge eines heftigen Schlages verstorben ist.

UPDATE, Sonntag, 9 Uhr - Motiv und Hergang weiter unklar

Am Sonntag, vermutlich gegen Mittag, will die Polizei in München nähere Details zur tödlichen Auseinandersetzung bekanntgeben. Tathergang und Motiv sind bislang völlig unklar. Vielleicht wird dann auch klar, welche Angaben der 42-jährige Münchner, der sich am Samstag in Begleitung seines Anwalts der Polizei gestellt hat, in seiner Vernehmung gemacht hat.

Um 11 Uhr findet dann das traditionelle Standkonzert der Oktoberfest-Kapellen an der Bavaria statt. Auch hier soll der tragische Todesfall offenbar erwähnt werden, wie unser Partnerportal tz.de berichtet.

UPDATE, 18.40 Uhr: Tatverdächtiger stellt sich

Ein 42-jähriger Münchner hat sich gegen 16 Uhr bei der Münchner Polizei gemeldet. Das berichtet nun unser Partnerportal tz.de. Er war in Begleitung seines Anwalts und gab an, an der Auseinandersetzung, bei der der 58-jährige Mann aus dem Raum Fürstenfeldbruck zu Tode kam, beteiligt gewesen zu sein. Zuvor haben sich laut Polizei die Ermittlungen schon auf einen konkreten Tatverdächtigen fokussiert.

UPDATE, 15.47 Uhr: Pressemitteilung der Polizei

Am Freitag, 28.09.2018, gegen 22.10 Uhr kam es im Außenbereich des Augustiner Festzeltes, Ausgang N1/N2, im dortigen Raucherbereich, zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einem 58-jährigen Deutschen aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck und einem unbekannten Täter. 

In Folge der Auseinandersetzung wurde der 58-Jährige bewusstlos und musste vor Ort reanimiert werden. Der verständigte Rettungsdienst brachte den 58-Jährigen in ein Münchner Krankenhaus, wo er später verstarb. Es gibt derzeit keine Hinweise, dass bei der Tat eine Waffe oder ein Werkzeug verwendet wurde. 

Eine Zeugin der Auseinandersetzung meldete sich bei einem Sicherheitsdienstmitarbeiter. Sie konnte jedoch durch die Polizei vor Ort nicht mehr angetroffen werden. Es wurde ein Zeugenaufruf über Durchsagen im Zelt und einem Beitrag bei Twitter @polizeimuenchen veranlasst. Diese gesuchte Zeugin hat sich mittlerweile bei der Polizei gemeldet und wird vernommen

Am Samstagvormittag erfolgte die Obduktion des 58-Jährigen, welche ergab, dass er an den Folgen einer Hirnblutung verstorben ist. Das Kommissariat 11 hat die Ermittlungen wegen einer Körperverletzung mit Todesfolge übernommen. Die Ermittlungen laufen auf Hochdruck und dauern an.

Zeugenaufruf:

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Pressemitteilung Polizeipräsidium München

UPDATE, 15.35 Uhr: Zeugin weiterhin dringend gesucht

Nach der tödlichen Auseinandersetzung am Abend auf dem Münchner Oktoberfest, nach der ein Mann gestorben ist, sind Tathergang und Todesursache weiterhin unklar. Polizeisprecherin Claudia Künzel sagte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, man warte jetzt auf das Ergebnis der Obduktion. Auch eine mögliche Vorerkrankung werde derzeit als Todesursache nicht ausgeschlossen.

Die wichtige Zeugin habe sich noch nicht bei der Polizei gemeldet. Die Frau hatte den Vorfall beobachtet und einen Security-Mitarbeiter informiert.

Auch vom Täter fehlt derzeit noch jede Spur. "Der Täter ist flüchtig, von dem haben wir überhaupt gar nichts. Deswegen wäre es wichtig, auch mehr zum Tathergang zu erfahren, beziehungsweise auch eine Beschreibung vom Täter vielleicht zu bekommen", so die Polizeisprecherin gegenüber dem BR.

UPDATE, 12.50 Uhr - Wiesn-Wirte tief bestürzt

Die genaue Todesursache beim 58-jährigen Opfer ist weiterhin unklar. Die Leiche soll nun zeitnah obduziert werden. Derweil befindet sich der Täter weiter auf der Flucht.

Derweil sprach der Wirte-Sprecher der großen Wiesn-Zelte Peter Inselkammer (Armbrustschützenzelt) den Hinterbliebenen Beileid aus: "Die Wiesn-Wirte sind sehr bestürzt, dass ein Gast ums Leben gekommen ist. Wir sprechen den betroffenen Angehörigen unser Beileid aus." Auf Nachfrage der tz verneinte Inselkammer, weitere Details zum Tatablauf zu kennen.

UPDATE, 11.40 Uhr - Das sagt der Festwirt

Auch die Stadt München hat sich inzwischen an der Zeugensuche beteiligt und eine entsprechende Nachricht über ihre offizielle Wiesn-App gepusht. Das meldet die Abendzeitung.

Zudem liegt nun auch ein erstes Statement von Thomas Vollmer, dem Festwirt der Augustiner Festhalle, vor. "In erster Linie sind wir aber an diesem Samstagmorgen zutiefst betroffen und in Gedanken bei den Angehörigen", erklärte er gegenüber unserem Partnerportal tz.de. 

Weitere Ausführungen zum Tatabend wollte Vollmer aber nicht machen - auch, um die Ermittlungen der Polizei nicht zu beeinträchtigen. Bestätigt hat der Festwirt, dass das Augustiner Zelt auch am Samstag ganz regulär geöffnet hat. Die Polizei habe den Tatort inzwischen freigegeben, hieß es.

UPDATE, 10.10 Uhr - Täter weiterhin auf der Flucht

Vom Täter fehlt nach wie vor jede Spur! Auch am Samstagvormittag lag noch keine Personenbeschreibung des Flüchtigen vor, der nach der brutalen Auseinandersetzung in der Menge untergetaucht und verschwunden war.

Die Polizei sucht dringend Zeugen:

Deswegen ist die Polizei dringend auf Hinweise von Augenzeugen angewiesen. Die Beamten betonten, nicht nur die eine, bereits beschriebene Zeugin zu suchen. Sondern jeder, der sachdienliche Hinweise machen könne, solle sich dringend bei Polizei melden.

Polizeisprecher Marina Mozny erklärte in der Nacht, dass die Auseinandersetzung "im nördlichen Außenbereich des Augustiner-Festzeltes" stattgefunden habe. Mozny: "Das Opfer wurde vor Ort noch reanimiert und dann in einen Krankenwagen gebracht, wo es wenig später dann verstorben ist."

Trotz der Gewalttat soll auch am Samstag auf der Wiesn alles seinen geregelten Weg gehen. Auch das Augustiner-Festzelt soll ganz regulär öffnen, wie die Stadt München nun offenbar der tz bestätigt hat.

UPDATE, 9.05 Uhr - Zeugin spurlos verschwunden

Die Polizei ist auch am Samstagmorgen weiterhin auf der Suche nach der bereits beschriebenen Zeugin. Wie unser Partnerportal merkur.de nun schreibt, habe die Frau am Freitagabend einem Security-Mitarbeiter gesagt, dass dass es im Raucherbereich zu einer Schlägerei gekommen sei. Danach war die Dame unauffindbar. Auch eine entsprechende Durchsage im Festzelt gegen 22.20 Uhr habe keinen Erfolg gebracht.

Zudem wurde nun bekannt, dass das 58-jährige Opfer etwa eine Stunde nach der brutalen Prügelei an seinen Verletzungen verstorben ist.

Polizeieinsatz nach tödlicher Schlägerei auf Oktoberfest

Die Erstmeldung:

Die tödliche Schlägerei spielte sich wohl gegen 22 Uhr im Raucherbereich beim Eingang N1/N2 im Augustiner-Zelt ab, wie unser Partnerportal tz.de nun berichtet. "Es sieht nach einer körperlichen Auseinandersetzung aus. Es war nach jetzigem Kenntnisstand kein Masskrug oder keine Waffe im Spiel", erklärte eine Polizeisprecherin in der Nacht. Der Schläger war anschließend in der Menge untergetaucht.

Das Opfer sei zunächst reanimiert worden, kurz darauf allerdings verstorben, hieß es seitens der Polizei. Bei dem Toten handelt es sich um einen 58-jährigen Mann aus dem Münchner Umland. Die Polizei ist nun vor allem auf der Suche nach einer ganz bestimmten Zeugin. Sie soll zwischen 40 und 45 Jahre alt und etwa 170 Zentimeter groß sein, eine kräftige Figur und blonde, leicht gelockte Haare haben. Sie trug eine rote Strickjacke sowie ein Dirndl. 

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, handelt es sich bei diesem Opfer um den ersten gewaltsamen Todesfall auf dem Oktoberfest seit 1991. Damals war ein 20 Jahre alter Türke bei einer Messerstecherei getötet worden.

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