Schwerer Betriebsunfall in München

160-Tonnen-Bohrer kracht in Büro: Mitarbeiter unter Schock - Home-Office rettet Leben

München - Am Dienstagnachmittag, 23. Juni kam es in der Ridlerstraße im Stadtteil Westend zu einem schweren Betriebsunfall. Dabei kippte ein 160 Tonnen schweres Bohrgerät um und stürzte auf ein Haus.

Update, 25. Juni - ADAC-Büro ähnelt Schlachtfeld

Beim ADAC-Team in München herrscht noch immer Fassungslosigkeit, nachdem am Dienstagnachmittag ein 160 Tonnen schwerer Bohrkran auf der Baustelle des Immobilienentwicklers „ehret+klein“ umgekippt und in die angrenzenden  ADAC-Büroräume gekracht war. An dem Schreibtisch, welcher nun einem Trümmerfeld gleich sieht, sitzt normalerweise eine Mitarbeiterin das Beschwerde-Managements. Aufgrund der Corona-Pandemie befindet sich diese allerdings im Home-Office. Ein Umstand der ihr wahrscheinlich das Leben rettete, wie unser Partnerportal tz.de berichtet. 

Stefan Dorner, Kommunikationsleiter des ADAC Südbayern, fasst zusammen: „Wir hatten mehrere Schutzengel!“ Alle fünf betroffenen Räume seien leer gewesen. Eine Mitarbeiterin, eine Etage über der Einschlagstelle, habe kurz vor dem Unglück noch ihren Kollegen zugerufen: "Da kommt ein Kran auf uns zu!" 

Laut Polizei sei der 25 Meter hohe Bohrer beim Entleeren des Bohrkerns ins Kippen geraten. Die Untersuchungen laufen weiter. Der Bohrkranführer (55) liegt im Krankenhaus, hat aber keine schweren Verletzungen davongetragen.

Erstmeldung:

Ersten Erkenntnissen der Münchner Polizei zufolge, wurde der Bohrer gegen 17 Uhr von einem 55-Jährigen mit Wohnsitz im Landkreis Altenburger Land bedient. Beim Entleeren des Bohrkerns kam der 25 Meter hohe Bohrer, der nach Angaben der Münchner Feuerwehr rund 160 Tonnen wiegt, ins Kippen und stürzte um. Hierbei beschädigte dieser einen unbesetzten Bagger und ein benachbartes Bürogebäude. 

Im beschädigten Bürogebäude befanden sich zum Zeitpunkt des Unfalls glücklicherweise keine Menschen. Der Sachschaden ist jedoch erheblich und beträgt ersten Schätzungen zufolge wohl mehrere hunderttausend Euro. Der 55-jährige Bediener des Bohrers wurde verletzt, erstversorgt und anschließend vom Rettungsdienst zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. 

Im Einsatz waren neben der Polizei ein Großaufgebot der Münchner Feuerwehr sowie des Technischen Hilfswerkes, welches das beschädigte Gebäude sicherte. Um festzustellen, ob möglicherweise sogar Einsturzgefahr besteht, wurde auch die zuständige Lokalbaukommission hinzugezogen. Das Kommissariat 13 der Münchner Polizei übernahm vor Ort die weiteren Ermittlungen. Die Ursache für den Unfall ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.

Polizei München/Feuerwehr München/mw

Rubriklistenbild: © Feuerwehr München (Facebook)

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