"Gleis-Gau" für Milliardenprojekt in München

Kommt die Express-S-Bahn erst im Jahr 2037?

  • schließen
  • Weitere
    schließen
  • schließen

München - Der geplante Bau der Express-S-Bahn zum Flughafen verzögert sich offenbar gewaltig. Wie die tz berichtet, ist mit einer Fertigstellung der Trasse offenbar nicht vor dem Jahr 2037 zu rechnen:

Konkret geht es laut der Zeitung um den viergleisigen Ausbau der Trasse zwischen Daglfing und Johanneskirchen. Durch den langsameren Güterverkehr gilt die Flughafen-Strecke der S-Bahn als störanfällig. "Es ist ein Projekt, das alle wollen, das nie kritisiert wurde. Und das soll jetzt noch 20 Jahre dauern. Unglaublich!", schimpfte ein Insider gegenüber der tz. 

Gestritten wird vor allem um die Frage, wie ausgebaut werden soll. Der Stadtrat hatte sich zuletzt für eine Variante mit Tunnel ausgesprochen. Drei Kilometer mit vier Gleisen müssten unterirdisch gebaut werden - inklusive der Haltestellen Daglfing, Johanneskirchen und Englschalking. Allerdings kostet das Projekt fast eine Milliarde Euro (!) - und 800 Millionen müsste die Stadt München davon selbst tragen. Diese Variante wäre frühestens 2037 fertig.

Bund und Freistaat favorisieren dagegen eine oberirdische Lösung. Diese würde "nur" 400 Millionen Euro kosten und ginge sechs Jahre "schneller", wäre also 2031 betriebsbereit. 50 Millionen Euro müssten davon von der Stadt München getragen werden. Die Bahn will bis 2021 beide Varianten durchgeplant haben. 

Sollte die Tunnel-Variante kommen, will die Stadt auf den freigewordenen Flächen 1.000 neue Wohnungen bauen! Insgesamt soll im Münchner Nordosten ein ganzes neues Stadtviertel für 30.000 Menschen entstehen. Stadträtin Bettina Messinger (SPD) sagte der tz: "Jeder Stadtplaner würde sich ärgern, wenn wir diese Chance nicht ergreifen!" Aber: "Wir wären glücklicher, wenn es schneller gehen würde!"

mw

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser