Digitale Infrastruktur in Oberbayern

In Zeiten von Corona: Verbesserte digitale Vernetzung

München - Laut einer Studie der Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft sind immer mehr Haushalte in Oberbayern besser in die digitale Infrastruktur eingebunden.

Pressemitteilung der Bezirksgruppe München im Wortlaut:

Der Freistaat Bayern, Oberbayern und Südost-Bayern haben in den letzten Jahren konsequent in den Ausbau digitaler Netze investiert. Zeitgleich hat die Corona-Krise der Digitalisierung einen Schub verliehen. Das ist das Ergebnis zweier Studien der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.

„Im Regierungsbezirk Oberbayern können bereits viele Haushalte schnelles Internet nutzen. Knapp 96 Prozent haben einen 30 Mbit/s Anschluss zur Verfügung. Und 95 Prozent der Haushalte können sogar auf einen Anschluss mit Bandbreite bis zu 50 Mbit/s zurückgreifen. Erfreulich ist der deutliche Zuwachs im ländlichen Raum Oberbayerns: Hier stehen nun insgesamt 87 Prozent aller Haushalte eine Datengeschwindigkeit von 30 Mbit/s zur Verfügung, 82 Prozent von 50 Mbit/s – das ist ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber 2018. Das ist ein großer Erfolg in dem Bestreben, den digitalen Versorgungsgrad auch in der Fläche zu vollenden“, sagt Stefan Neumann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der vbw Bezirksgruppe München-Oberbayern.

Die beachtlichen Fortschritte beim Netzausbau sind den Unternehmen in der Krise zugutegekommen. Denn während des Lockdowns haben die Netze dem gestiegenen Bedarf deutlich besser standgehalten als von vielen erwartet. „Diese rasante Entwicklung gelingt nur dank der Kombination von kommunalem Engagement, gezielten Förderprogrammen und technischem Fortschritt. Diesen Schwung müssen wir nutzen, um spätestens 2025 eine lückenlose Versorgung mit Glasfaser und 5G zu erreichen. Der zügige Ausbau ist für den Erhalt der Zukunftsfähigkeit unseres Standorts essenziell“, so Neumann. In Oberbayern waren Ende 2019 erst 25 Prozent der Haushalte an Glasfaser angeschlossen, vor allem in den größeren Städten. In Südost-Bayern sind in Rosenheim, Stephanskirchen, Bad Endorf und wenigen weiteren Gemeinden 50 Prozent oder mehr der Haushalte mit Glasfaser versorgt. Im Rest besteht Nachholbedarf, ganz besonders im Berchtesgadener Land.

Irene Wagner, Geschäftsführerin der psm protech GmbH, ergänzt: „Das sind für Oberbayern erfreuliche Entwicklungen. Leider gehört Marktschellenberg mit einem NGA-Index von 34,8 zu dem einen Prozent, das am schlechtesten mit Breitbandversorgung ausgestattet ist. Und das merken wir jeden Tag.“

Beim Thema Mobilfunk geben 96 Prozent der Unternehmen in Bayern an, auf mobile Technik und schnelle Datenverbindungen angewiesen zu sein. 2018 waren es noch 86 Prozent. „Die Mobilfunkversorgung in Oberbayern ist insgesamt gesehen gut. Gerade die Versorgung der ICE-Strecken und der Autobahnen hat sich spürbar verbessert. Es gibt aber immer noch Funklöcher auf den Verkehrswegen, gerade auf den Bundesstraßen, die es zu schließen gilt. Besonders gilt dies in Südost-Bayern für die B20, die B304, die B305 und auch Teile der A8. Wir appellieren an die Gemeinden deshalb das jüngste bayerische Gigabit-Förderprogramm aktiv zu nutzen. Denn es lohnt sich: Dank des bayerischen Breitbandförderprogramms werden aktuell 13.000 Kilometer Glasfaser in Oberbayern neu verlegt und so rund 37.000 Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen. Insgesamt werden 140.000 Haushalte mit schnelleren Anschlüssen versorgt“, sagt Neumann.

Erwin Schneider, Landrat des Landkreises Altötting, kommentiert: „Der Ausbau der digitalen Infrastruktur ist – man sieht es gerade jetzt in der Corona-Pandemie bei Themen wie Home Office, Videokonferenzen, digitaler Schulbetrieb – eines der Zukunftsthemen für die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes.“
 
Auch Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungs GmbH des Landkreises Traunstein, sieht die digitale Infrastruktur gerade im ländlichen Raum als unabdingbar an: „Sie trägt zur Zukunftsfähigkeit unserer Unternehmen bei. Nicht zuletzt hat die Corona–Pandemie gezeigt, wie wertvoll ein Anschluss zur `Datenautobahn´ ist. Der digitale Wandel umfasst mittlerweile alle Lebensbereiche – angefangen vom Gesundheitssektor, Industrie 4.0, in der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen bis hin zu digitalen Techniken in der Landwirtschaft und vieles mehr. Für unsere Unternehmen – egal welche Branche, egal welche Größe – zählt in der heutigen Zeit ein einwandfreier Anschluss ans Netz zu einem der wichtigsten Standortfaktoren.“

Die Pressemitteilung der Bezirksgruppe München

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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