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Süße Fuchsbabys in Münchener Garten geboren - So reagieren Hausbesitzer richtig

In einem Garten in Ramersorf lebt derzeit diese Fuchsfamilie.
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In einem Garten in Ramersdorf lebt derzeit diese Fuchsfamilie.

Sie sind klein, flauschig und unglaublich niedlich: In einem Münchner Garten sind vier Fuchsbabys zur Welt gekommen. Doch was müssen Hausbesitzer eigentlich beachten, wenn sie die Tiere auf ihrem Grundstück entdecken? rosenheim24.de hat nachgefragt.

Anfang April wachte Jonas D. (Name von der Red. geändert) in seinem Haus in München Ramersdorf auf, schaute wie jeden Morgen beim ersten Kaffee in den Garten und konnte seinen Augen kaum trauen. Auf der Wiese tollten, mitten in der Großstadt, vier kleine flauschige Fuchsbabys mit ihrer Mutter. Die Füchsin hatte er seit Januar schon öfter durch den Garten streifen gesehen, nun hat sie offenbar unter dem Gartenhaus einen Bau angelegt und dort eine Familie gegründet.

„Gerade am Abend und in der Nacht sehe ich die Füchschen oft, aber auch morgens kommen sie immer öfter raus und spielen auf der Wiese“, berichtet Jonas im Gespräch mit rosenheim24.de. Dort üben die Welpen mit Ästen Tauziehen, raufen und spielen Fangen. Jonas D. freut sich über die tierischen Mitbewohner. „Solange sie nicht für immer bleiben, ist das ein süßes Spektakel, irgendwann ziehen die Welpen ja sicher um“, vermutet er. Nur direkt im Gartenhaus, unter dem sich der Bau befindet, rieche es schon ein wenig „wie im Zoo“, gibt der 30-Jährige zu. Ansonsten könne man die Tiere im Garten aber nicht riechen.

Vermieter will sich beraten lassen

Auch sein Vermieter sieht das Ganze entspannt. „Klar auf Dauer müssen wir natürlich zusehen, dass die Nachbarn sich nicht belästigt fühlen und keine Tierkadaver unter dem Gartenhaus verrotten“, ist er sich bewusst. Doch zunächst einmal wolle er sich beraten lassen, wie man die Füchsin human umsiedeln könne, wenn ihre Jungen ausgezogen sind. Schießen lassen möchte er die Tiere auf keinen Fall.

So süß: Fuchsfamilie in Münchener Garten

Fuchsfamilie in Münchener Garten.
Fuchsfamilie in Münchener Garten. © privat
Fuchsfamilie in Münchener Garten.
Fuchsfamilie in Münchener Garten. © privat
Fuchsfamilie in Münchener Garten.
Fuchsfamilie in Münchener Garten. © privat
Fuchsfamilie in Münchener Garten.
Fuchsfamilie in Münchener Garten. © privat
Fuchsfamilie in Münchener Garten.
Fuchsfamilie in Münchener Garten. © privat
Fuchsfamilie in Münchener Garten.
Fuchsfamilie in Münchener Garten. © privat
Fuchsfamilie in Münchener Garten.
Fuchsfamilie in Münchener Garten. © privat
Fuchsfamilie in Münchener Garten.
Fuchsfamilie in Münchener Garten. © privat

Experte: „In München leben sehr viele Füchse“

Doch wie harmlos sind die Tiere überhaupt? Ist man als Hauseigentümer verpflichtet, bei Füchsen im Garten einzugreifen, oder muss man der Natur freien Lauf lassen? Dr. Hubert Klinger, der erste Vorsitzende des Jagdvereins München Land, erklärt im Gespräch mit rosenheim24.de, wie man in Situationen wie dieser am besten reagiert.

Auf dem Land ist man den Anblick der flauschigen Vierbeiner gewöhnt, doch in eng bebauten Gebieten sieht die Lage schon anders aus. Grundsätzlich gebe es in der Stadt München aber sehr viele Füchse, so Klinger, und diese pflanzen sich eben auch in der Stadt fort. Einige Stadtbewohner seien da entspannter als andere. Gerade für Kindergärten seien die Füchse oft ein wenig willkommener Gast. „Kindertagesstätten machen sich oft Sorgen um die Kinder. Manchmal gibt es auch begründete Bedenken wegen möglichen Infektionen und Fuchsbandwurm“, berichtet er.

Sorgen um Gesundheitsrisiken

Denn der kann für den Menschen sehr gefährlich werden. Wichtig für den Schutz davor ist, möglichst keine bodennah wachsenden Pflanzen zu verzehren und sich die Hände zu waschen, wenn man welche berührt. Auch sollte man die Füchse nicht streicheln oder sonst wie anfassen.

Auch Tollwut kann von Füchsen übertragen und für Menschen gefährlich werden. Diese konnte aber durch Impfungen in Mitteleuropa stark eingegrenzt werden, berichtet das Wildtierportal Bayern.

Sowohl eine Erkrankung an Tollwut als auch eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm ist laut der Tierschutzorganisation PETA jedoch höchst unwahrscheinlich. Es empfehle sich vorsichtshalber Hunde und Katzen regelmäßig zu entwurmen, um auf Nummer sicher zu gehen und Obst aus dem Garten, sowie die Hände nach der Gartenarbeit gründlich zu waschen.

Ansonsten seien Füchse für Hunde und Katzen ein sehr geringes Problem, da sie den Tieren lieber aus dem Weg gehen, als auf Konfrontationskurs zu gehen.

Das kann man tun, wenn man die Füchse nicht im Garten haben will

Wenn man auf seinem Grundstück einen Fuchsbau habe, dann könne man natürlich schon etwas unternehmen, so Klinger. Das sei gerade in der Stadt aber gar nicht so einfach. Denn anders als auf dem Land gebe es in der Stadt nur eine geringe Anzahl an Jägern, die in bebautem Gebiet jagen dürfen. Man könne sich allerdings an die untere Jagdbehörde München wenden, die dann einen zuständigen Jäger ermitteln könne. Dieser könnte das Tier dann einfangen, oder wenn nötig erlegen.

Einfach selbst einen Fuchs erlegen, das sei nicht erlaubt. Denn das Bundesjagdgesetz besagt, dass Tiere, die dem Jagdgesetz unterliegen, nicht ohne Jagdrecht gejagt werden dürfen. Dazu zählen auch Füchse. Laut Bußgeldkatalog kann das Töten oder Einfangen von Füchsen sogar richtig teuer werden oder sogar eine Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Das Töten eines Fuchses ohne Jagdschein ist demnach eine Straftat laut Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes und kann eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe als Folge haben. Ratsamer wäre also, das Tier behutsam zu vertreiben, ohne ihm zu schaden.

Keine Handlungspflicht

Allerdings sei man grundsätzlich nicht verpflichtet einzugreifen. Wer sich von den Füchsen nicht belästigt fühle, könne sie auch einfach in Frieden lassen. „Eichhörnchen und Igel leben ja auch in Gärten, Ähnliches gilt beim Fuchs“, so Klinger. Problematisch könne es höchstens werden, wenn Nachbarn sich durch den Geruch massiv gestört fühlen.

Grundsätzlich leben die Füchse aber ohnehin nicht fest in einem einzigen Garten. Denn die Muttertiere müssen, um ihre Jungen zu versorgen, auf der Jagd teils größere Strecken zurücklegen. Irgendwann werde die Mutter ihre Welpen auch aus dem elterlichen Bau werfen. „Wenn sie groß genug sind, ziehen die Jungen aus und suchen sich einen eigenen Bau, sie werden von den Eltern vertrieben“, so Klinger.

jv

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