Er beschützte vier Kinder vor Angreifern

Zivilcourage bewiesen: So erinnert sich München an Dominik Brunner

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München - Am 12. September 2009 endete das heldenhafte Einschreiten des 50-jährige Managers Dominik Brunner tödlich. Er beschützte vier Kinder, als ihn zwei Jugendliche attackierten und tödlich verletzten. Am Tatort wird am Donnerstag an ihn erinnert.

Zum zehnten Mal jährt sich der Todestag von Dominik Brunner. Am 12. September 2009 wurde der Manager am S-Bahnhof Solln zu Tode geschlagen und getreten. Der damals 50-Jährige hatte vier von Jugendlichen bedrohten Kindern geholfen und dies mit seinem Leben bezahlt. 

Was war damals passiert? Vier Kinder, damals im Alter von 13 bis 15 Jahren, wollten Bowlen gehen und trafen am S-Bahnhof Donnersbergerbrücke auf drei Teenager im Alter von 17 und 18 Jahren. Die Jugendlichen wollten Geld von den Jüngeren und drohten ihnen deshalb Schläge an. Als zwei der Älteren mit den vier Kindern in die S7 Richtung Wolfratshausen einsteigen, wird die Situation immer gefährlicher. Bis einer couragiert einschreitet und den Bedrohten zur Hilfe eilt.

Dominik Brunner fordert die beiden Älteren auf, die Kinder in Ruhe zu lassen. "Er bot uns an, mit ihm weiter bis nach Solln zu fahren und dort mit ihm auszusteigen, damit uns nichts passiert", erzählt einer der bedrohten Kinder laut AZ später. Außerdem verständigt Brunner die Polizei und bittet um Hilfe.

Am Bahnhof Solln eskaliert die Situation komplett

An der Haltestelle Solln steigen alle aus, als die beiden Teenager mit geballten Fäusten auf die fünf zugingen. Brunner schlug aus Notwehr als Erstes zu. Daraufhin reagierten die beiden Jugendlichen extrem aggressiv, schlagen sogar mit einem Schlüssel, der aus der Faust herausschaut, auf den 50-Jährigen ein. Als Dominik Brunner zu Boden geht, tritt einer der Angreifer dem Manager gegen den Kopf und Brustbereich. Als er bewusstlos wird, flüchten die beiden Täter. 

Weil Brunner einen vergrößerten Herzmuskel hat, hörte sein Herz durch die Belastung auf zu schlagen. Er stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. "Ich werde ihn immer als Held in Gedanken behalten", sagte eine der Schülerinnen nach der Tat. Die Kinder blieben dank Brunner unverletzt. Die Täter wurden kurz nach der Tat festgenommen und verurteilt. Der Haupttäter musste für neun Jahren und zehn Monaten, der zweite für sieben Jahren ins Gefängnis. Beide sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß.

Nach seinem selbstlosen Einschreiten wurde Brunner zum Inbegriff für Zivilcourage. Nach ihm wurde eine Stiftung benannt. Für Uli Hoeneß, dem Kuratoriumsvorsitzenden der Stiftung, war der Vorfall „ein einschneidendes Erlebnis"."Weil ich es niemals für möglich gehalten hätte, dass sich so eine Tat in meinem, in unserem München, in unserer Heimat ereignen könnte. Ich kann es mir bis heute nicht vorstellen“, so Hoeneß gegenüber unserem Partnerportal tz.de. Am Donnerstag, den 12. September, wird ab 11 Uhr am Denkmal, das 2013 aufgestellt wurde, Dominik Brunner und seine heldenhafte Tat mit zahlreichen Ehrengästen geehrt.

"Courage-Medaille" für zwei Rosenheimer

Um Brunner ein würdevolles Andenken zu bewahren, findet die Verleihung der sogenannten 'Courage-Medaille' von Bayerisches Innenministerium seither in engem zeitlichem Kontext zu seinem Todestag statt. Zuletzt wurden zwei Rosenheimer ausgezeichnet. Sie beobachten, wie ein Mann im Hohenzollernpark auftauchte, eine Frau ohrfeigte und beleidigte. Anschließend zeigte der Täter den Hitlergruß und gröhlte lauthals Nazi-Parolen. Sie konnten den Randalierer überwältigen und ihn bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

ma

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