Große Verwirrung am Münchner Hauptbahnhof

"Raub mit Waffe": Ein Täter, der sich als "Opfer" darstellt

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München - Mittwochnacht versuchte am Hauptbahnhof ein Rumäne einem 21-Jährigen das Handy zu entwenden. Der 21-Jährige bedrohte den Rumänen daraufhin mit einer Waffe, die er in einem Bahnhofsschließfach bunkerte. Vor der Polizei versuchte der Rumäne jedoch den Spieß umzudrehen. 

Gegen 23.30 Uhr trafen am Hauptbahnhof München ein 25-jähriger Rumäne und ein 21-jähriger bosnisch-herzegowinscher Mann aufeinander. Der Rumäne war zunächst durch einenTrick an das Handy des 21-Jährigen gelangt, in das zum Telefonieren seine SIM-Karte eingelegt wurde. 

Waffe im Schließfach

Als der 21-Jährige Bedenken bekam, dass der Rumäne ihm sein Handy nicht wieder geben möchte, ging er mit diesem in die Schließfachanlagen des Hauptbahnhofes. Dort hatte er in einem Schließfach ein Magazin mit Platzpatronen und 50 Schuss Schreckschussmunition eingesperrt, die er dem Rumänen zur Einschüchterung zeigte, um sein Handy wieder zu erlangen. 

Dieser hatte das Handy in der Schließfachanlage bereits auf den Schließfächern abgelegt und dem Eigentümer danach erzählt,er hätte es verloren. Der Eigentümer hatte das "Verschwinden lassen" des Gerätes jedoch bemerkt, ging zurück zu den Schließfächern und nahm sich sein Handy dort vom "Zwischenlagerplatz" auf dem Schließfach wieder herunter. 

Im Handy befand sich nach wie vor die SIM-Karte des Rumänen. Diesen suchte er daraufhin im Bahnhof, um ihm seine SIM-Karte zurückzugeben - dieser jedoch forderte die Herausgabe des kompletten Handys. Weiterhin drohte er dem 21-Jährigen, für den Fall der Nichtherausgabe, mit der Polizei. 

Täter wird zum Opfer 

Kurz darauf wurde der Rumäne bei der Bundespolizei am Hauptbahnhof vorstellig und gab zunächst glaubhaft an, dass ihm soeben, unter Vorhalten einer Schusswaffe, sein Handy entwendet worden war. Die Beamten begleiteten den 25-Jährigen in den Bahnhof und zu dem Schließfach mit der Munition, auf der Suche nach dem Täter mit Schusswaffe. Der junge Mann aus Bosnien-Herzegowina wurde dort angetroffen und stellte den Sachverhalt richtig. 

Nachdem die Beamten den Bosnier-Herzegowiner eindeutig als rechtmäßigen Eigentümer des Handys feststellen konnten, beharrte der Rumäne weiterhin darauf, dass es das seinige sei. Er wurde vorläufig festgenommen und das Amtsgericht München ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft wegen Diebstahl, versuchter Nötigung und falscher Verdächtigung an.

Pressemitteilung Bundespolizeiinspektion München

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa (Symbolbild)

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