Wiesn-Blaulicht vom 1. Oktober

Vom "Hitler-Gruß" über "Arschloch"-Rufe zu sexueller Belästigung

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München - Auch am letzten Wiesn-Sonntag war für die Polizei auf dem Oktoberfest wieder einiges "geboten". Die "Highlights": Der Hitler-Gruß, "ACAB"- und "Arschloch"-Rufe sowie eine sexuelle Belästigung, die beinahe ein richtig böses Ende genommen hätte!

Betrunkener Schütze 

Am Sonntag, gegen 18.00 Uhr, war ein 21-jähriger Deutscher durch den Sicherheitsdienst eines Festzeltes bereits mehrfach aus dem Zelt verbracht worden, da er stark alkoholisiert war. Der 21-Jährige begehrte aber standhaft wieder Einlass, sodass eine hinzugerufene Einsatzgruppe der Polizei den Mann zur Wiesn-Wache brachte. Der 21-Jährige war Sportschütze und führte ein Luftgewehr in einem abgesperrten geeigneten Koffer mit sich. Da er eine Alkoholisierung von über zwei Promille aufwies, verließ er das Oktoberfest ohne sein Gewehr. Er kann sich dieses im nüchternen Zustand wieder abholen.

Bedienung von Masskrug am Kopf getroffen

Fall 1: Am Samstag, gegen 22.45 Uhr, bemerkte eine 23-jährige Bedienung in einem Festzelt einen Streit zwischen einer männlichen Person und einem Pärchen. Da sie den Biergartenbereich aufräumte, musste die Bedienung mit den leeren Maßkrügen an den sich streitenden Parteien vorbei. Als sie auf der Höhe einer bislang unbekannten Frau war, versuchte diese einen Maßkrug in Richtung eines einzelnen Mannes zu werfen. Allerdings entglitt ihr beim Ausholen der Maßkrug und flog der hinter ihr laufenden 23-jährigen Bedienung an den Kopf. Diese erlitt eine blutende Wunde und Schmerzen. Die unbekannte Frau konnte nicht festgehalten und somit nicht identifiziert werden. 

Fall 2: In einem Festzelt tanzten am Sonntag, gegen 20 Uhr, einige Personen auf den Bierbänken, als ein 53- jähriger Kellner mehrere volle Bierkrüge auf dem Biertisch abstellte. Diese Krüge wurden von den Tanzenden vom Tisch geworfen, jedoch nach Aufforderung des Kellners anstandslos bezahlt

Während der 53-Jährige die Krüge vom Boden wieder aufhob, schüttete ihm ein 22-Jährige zunächst Bier in den Nacken und schlug ihm anschließend noch den Krug auf den Kopf. Der Kellner ließ sich dies nicht gefallen und wehrte sich verbal. Daraufhin wurde er von dem 22-Jährigen und dessen 24-jährigen Freund sowie einem weiteren Unbekannten am Hals festgehalten und geschlagen. Ein 28-jähriger Ordner trennte die Kontrahenten und übergab sie einer Polizeieinsatzgruppe. 

Fall 3: In einem Festzelt schlug am Sonntag, gegen 23 Uhr ein 41-Jähriger aus Sierra-Leone seine 36-jährige Ex-Freundin. Dies beobachteten zwei Polen und wollten schlichten. Der 41-Jährige nahm daraufhin einen Maßkrug, zerschlug ihn an einer Bierbank und schnitt einem der Schlichtenden in dessen Arm. Der 28-Jährige wurde beim Rettungsdienst ambulant behandelt.

"ACAB" und ein "Arschloch"

Ein 18-jähriger Münchner schrie am Sonntag, 01.10.2017, gegen 17.15 Uhr, einer Einsatzgruppe der Polizei auf dem Oktoberfest "ACAB" entgegen. Als er sich auf Ansprache durch die Polizeibeamten dann weiterhin aggressiv zeigte, erhielt er neben der Strafanzeige wegen Beleidigung auch noch einen Anschlussgewahrsam in der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München

Ein 47-jähriger Deutscher verhielt sich ähnlich unpassend. Zunächst rempelte er einen Polizeibeamten, der mit seiner Einsatzgruppe auf dem Wiesn-Gelände stand, an. Nachdem die Ehefrau des Mannes ihn bereits zurückgezogen hatte, betitelte er den Wiesn-Beamten noch als "Arschloch". Auch er wurde wegen Beleidigung angezeigt und im Anschluss wieder in die Obhut seiner Frau übergeben. 

29-Jähriger zeigt "Hitler-Gruß" auf dem Festgelände 

Am Sonntag, gegen 22.15 Uhr, zeigte ein 29- jähriger Deutscher auf dem Festgelände in der Menge der anderen Besucher den "Hitler-Gruß". Dies konnte durch Polizeikräfte wahrgenommen werden. Der Mann erhielt eine Strafanzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 

Wiesn-Tourist fotografiert unter Rock und in Ausschnitt 

Ein 41-jähriger Brite fotografierte am Sonntag, gegen 20.30 Uhr, einer 27-jährigen Deutschen in einem Festzelt unter den Rock und in den Ausschnitt. Eine 41-jährige Bedienung konnte dies beobachten. Die 27-Jährige forderte den Briten auf ihr das Handy zu übergeben, was er schließlich auch tat. Er löschte zuvor allerdings noch einige Fotos. Als das Mobiltelefon der eingetroffenen Polizei übergeben wurde, war noch eine Nahaufnahme des Dekolletés der 27-Jährigen auf dem Display. Die 27-Jährige erstattete Anzeige wegen Beleidigung gegen den Briten.

Maßkrugschläger im Festzelt 

Am Sonntag, gegen 22 Uhr, randalierten ein 27-jähriger Unternehmensberater und seine Bekannten in einem Festzelt. Dem 27-Jährigen wurde daraufhin vom Sicherheitsdienst des Zeltes ein Hausverbot erteilt. Auf dem Weg aus dem Zelt versuchte der Mann einem vor ihm gehenden 40-jährigen Ordner einen Maßkrug auf den Hinterkopf zu schlagen. Dazu holte er mit dem Maßkrug aus und schlug in Richtung des Kopfes. Ein weiterer Ordner konnte im letzten Moment den Schlag abwehren und den 27-Jährigen fixieren. 

Im Anschluss daran wurde er der Polizei übergeben. Er erhält eine Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung. Zur Prüfung der Haftfrage wurde er der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt. 

Sexuelle Belästigung in einem Festzelt 

Eine 19-jährige Österreicherin arbeitet in einem Festzelt als laufende Verkäuferin und verkauft dort Waren unter dem Werbespruch „Wetten meiner ist länger als deiner“. Dazu zeigt sie einen Fuchsschwanz vor, welcher an ihrem Dirndl befestigt ist. Als die 19-Jährige im Festzelt auf einen 40-jährigen Deutschen traf und den Werbespruch anwandte, griff ihr der Mann über der Kleidung in den Intimbereich. Die 19-Jährige verständigte den Sicherheitsdienst, der eine Einsatzgruppe der Wiesn-Wache dazu holte. 

Der 40-Jährige verhielt sich sowohl den Zeltordnern als auch den Polizeibeamten gegenüber äußerst aggressiv. Er wurde fixiert und zur Wiesn-Wache gebracht. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der 40-Jährige in Gewahrsam genommen. Nebst seiner Aggressivität und Alkoholisierung hat er angedroht sich an der 19-Jährigen wegen der erstatteten Anzeige zu rächen. 

Gegen 22.50 Uhr wurde bei einem routinemäßigen Kontrollgang in der Zelle festgestellt, dass der 40-Jährige einen Strangulationsversuch unternahm. Er hatte hierzu sein Hemd zusammengerollt und am Gitter festgeknotet. Zu diesem Zeitpunkt war er augenscheinlich bewusstlos, weshalb der Notarzt alarmiert wurde. Durch das schnelle Eingreifen der Polizeibeamten, die sofort das Hemd gelöst haben, kam er binnen Sekunden wieder zu Bewusstsein. Durch den Notarzt war daher keine weitere Behandlung nötig. Der 40-Jährige wurde daraufhin in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

Pressemeldung Polizei München/mw

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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