Zoff um ARD-Serie „Oktoberfest 1900“

Wiesn-Wirte stocksauer: „Total daneben und unverfroren“

Screenshot Oktoberfest 1900 und Wiesnchef Baumgärtner
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Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner ist nicht glücklich über „Oktoberfest 1900“

München - Wiesnchef und -wirte sind sauer. Ausgerechnet der Bayerische Rundfunk (BR) hatte bei der neuen Serie „Oktoberfest 1900" die Zügel in der Hand. Und in der kommt die Wiesn gar nicht gut weg.

  • Im September wird die Miniserie "Oktoberfest 1900" auf dem ARD ausgestrahlt
  • In ihr geht es vor allem um Intrige, Geldgier und Machtspielchen
  • Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner und die Wiesn-Wirte sind darüber erzürnt

Ungefiltert, historisch und dramtisch soll sie sein, die neue ARD-Miniserie „Oktoberfest 1900“. Darin geht es, wie der Name schon verrät, um die Münchner Wiesn - nicht aber um Spaß, Bier und fröhlichen Gesang, wie viele Besucher sie erleben, sondern vielmehr um Intrige und Geldgier dreht sich alles. Zwei Brauereifamilien im München des Jahres 1900 liefern sich in der Sendung einen erbitterten Kampf um Macht, Einfluss und Geld. Ab September wird die Sendung mit Martina Gedeck (58) und Francis Fulton-Smith (54) ausgestrahlt. In München sorgt sie jetzt schon für jede Menge Zoff.

Denn Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner und die Wirte-Sprecher Peter Inselkammer und Christian Schottenhamel finden den Dreh überhaupt nicht witzig. „Ein Oktoberfest nur auf ein machtbesessenes Milieu zurückzudrehen, um Publikum zu generieren, ist total daneben und unverfroren. Es hat mit der Wirklichkeit nichts zu tun“, erzürnte sich Baumgartner der BILD gegenüber.

Wirt Christian Schottenhamel findet die Show rufschädigend, ob sie nun fiktiv sei oder nicht. Besonders, dass der BR das Projekt angeführt habe, das verstehe er nicht. Der sei immerhin quasi der Hofsender der Wiesn und dürfe sogar den Anstich übertragen.

Baumgärtner will historische Hintergründe von „Oktoberfest 1900“ klären

Der Handlung liegt der Wirtekrieg von 1898 zugrunde, den es so tatsächlich gegeben haben soll. Baumgärtner will davon nichts wissen, er werde das aber historisch prüfen lassen, versicherte er. Produzent Michael Souvignier dagegen macht sich weniger Sorgen. Die Show sei schließlich fiktiv, und das könne der Zuschauer auch unterscheiden, versicherte er der Bild.

Wer sich selber ein Bild von "Oktoberfest 1900" machen will, kann das am 5., 16. und und 23. September um 20.15 Uhr auf ARD tun.

jv

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