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Vergewaltigung, Missbrauch, Zwangsprostitution

Zimmer gegen Sex – Haftstrafe für Münchner Horror-Vermieter

Landgericht München (Archivbild).
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Landgericht München (Archivbild).

München - Ein 58-Jähriger aus München soll von drei jungen Frauen Sex mit ihm oder anderen Männern verlangt haben. Einem der Opfer hatte er laut Ermittlungen zuvor ein Zimmer in seiner Wohnung angeboten. Nun ist das Urteil gegen den Vermieter gefallen

Update, 27. Januar: Urteil gegen Münchner Vermieter gefallen

Ein Vermieter ist vom Landgericht München I zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden, weil er seine Mieterin und zwei weitere Mädchen zum Sex genötigt haben soll - nicht nur mit ihm, sondern auch mit anderen Männern. Er wurde wegen besonders schwerer Zwangsprostitution, ausbeuterischer Zuhälterei und der Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger verurteilt, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Ein Mitangeklagter wurde wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Der 58 Jahre alte Hauptangeklagte hatte die Vorwürfe, er habe von drei jungen Frauen Sex mit ihm oder anderen Männern verlangt, zurückgewiesen. Er habe entgegen der Auffassung der Staatsanwaltschaft keine der Frauen vergewaltigt oder zur Prostitution gedrängt, sagte er zum Prozessauftakt. Er räumte aber ein, dass sie 2019 zum Teil unter seiner Organisation in seiner Wohnung Freier für sexuelle Dienste empfangen hätten. „Ich bin da wo reingerutscht.“

Der ältesten der drei Frauen im Alter von damals 15, 17 und 28 Jahren soll der Mann laut Anklage zuvor ein Zimmer in seiner Wohnung angeboten haben. Die Anklage legte ihm zur Last, er habe es ausgenutzt, dass die Frauen teils in massiven finanziellen und persönlichen Notlagen und drogensüchtig gewesen seien.

In München, wo das Wohnen seit Jahren immer teurer wird, komme es immer wieder vor, dass Mietern und vor allem Mieterinnen eine Wohnung nur bei einer sexuellen Gegenleistung angeboten werde, sagte Volker Rastätter, Geschäftsführer des DMB Mietervereins München, als der Prozess im Dezember begann: „Hier nutzen gewissenlose Menschen die extreme Wohnungsnot in München und die Notsituation vieler Wohnungssuchender gnadenlos aus.“ Bislang sei dies nach Eindruck des DMB kein Massenphänomen, „aber jeder Einzelfall ist einer zu viel“.

Vorbericht, 1. Dezember:

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 58-Jährigen vor, 2019 drei damals 15, 17 und 28 Jahre alte Frauen dazu bewegt zu haben, sich in seiner Wohnung oder seinem Auto zu prostituieren. An der 17-Jährigen und der 28-Jährigen soll er sich auch selbst vergangen haben. Der Mann, der laut Anklage Chemiker ist, ist unter anderem wegen Vergewaltigung, Missbrauchs Jugendlicher und Zwangsprostitution in mehreren Fällen angeklagt.

Der ältesten der drei Frauen soll er zunächst ein Zimmer in seiner Wohnung angeboten haben. Nachdem sie eingezogen war, habe er sie dann mehrfach zum Sex mit ihm und zur Prostitution bei ihm gedrängt. Die beiden Minderjährigen, die dringend Geld brauchten, soll er ebenfalls dazu gebracht haben, sich zu prostituieren.

Auf der Anklagebank sitzt auch einer der Freier der damals 15-Jährigen. Der 43 Jahre soll gewusst haben, dass sie minderjährig war und sich nur wegen ihrer persönlichen Not und auf Veranlassung des 58-Jährigen prostituierte. Zunächst sind zehn Verhandlungstage angesetzt.

mh/dpa

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