MANN AUS LANDKREIS ROSENHEIM LEGTE BEICHTE IN PROZESS AB

Urteil gefallen: Lange Haftstrafe für Trachtenschneider

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München/Rosenheim - Er war ein Liebling der Münchner Schickeria, belieferte Promis mit Dirndln und Lederhosen - und stattete die Münchner Schwulenszene mit Drogen aus. Nun ist das Urteil gegen ihn am Münchner Landgericht gefallen: 

Er belieferte Promis mit Dirndln und Lederhosen - und stattete die Münchner Schwulenszene mit Drogen aus. Nun wurde der 38-jährige Trachtenschneider aus dem Landkreis Rosenheim vom Münchner Landgericht zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurde der Designer bereits am Freitag wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Haftstrafe von fünfeinhalb Jahren verurteilt. Höchststrafe für dieses Vergehen sind sieben Jahre. Das Urteil ist rechtskräftig, der Modedesigner nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

Ins Gefängnis müsse er laut dem Bericht jedoch aller Wahrscheinlichkeit nicht. Das Münchener Landgericht ordnete die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, wo der 38-Jährige umgehend eine Therapie antreten soll.

Roland Autenrieth, Rechtsanwalt des Trachtendesigners gehe laut Süddeutscher Zeitung davon aus, dass die Drogentherapie anderthalb bis zwei Jahre dauern werde. Die Reststrafe könne anschließend auf Bewährung ausgesetzt werden. Sein Mandant möchte "nun ein Leben ohne Drogen führen".

"Mit jedem von der Kundenliste hatte ich Sex"

Bei einer Hausdurchsuchung im Dezember 2017 hatte die Polizei fast 170 Gramm Crystal Speed (Methamphetamin) in seiner Wohnung sichergestellt. Seitdem saß der Designer in Untersuchungshaft. Der Besitzers eines Designer-Couture-Shops im Landkreis Rosenheim hatte gleich zu Beginn des Prozesses ein Geständnis abgelegt und umfassend über sein Leben berichtet, das den Schneider nach seiner Aussage beinahe umgebracht hatte.

Nach außen hin sei er ein erfolgreicher Modeschöpfer gewesen, doch die Wahrheit sah angeblich anders aus. „Ich lebte von 1000 Euro im Monat. Die Mieten und der Druck waren enorm. Ich habe nächtelang genäht, kaum geschlafen". Um das durchzuhalten, habe er Crystal geraucht und sich schließlich sogar gespritzt. In den anschließenden Rauschzuständen hätte er dann oft ungeschützten Sex gehabt.

Schließlich sei er auch zum Schmuggler geworden - sechs Fahrten aus Tschechien gab er laut Bild zu Prozessbeginn zu, die Staatsanwaltschaft warf ihm zehn Fahrten vor. Crystal verkaufte er für 180 Euro pro Gramm: „Mit jedem von der Kundenliste hatte ich Sex.“ HIV-positiv sei er, seit er 18 Jahre alt ist.

Sein Trachtengeschäft wurde nach der Verhaftung von seiner Mutter und seinen Angestellten weitergeführt.

mh

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